Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Für mein Buch über Farbräume hatte ich verschiedene Vergleiche zwischen Farbräumen gemacht, sRGB mit AdobeRGB, CMYK und dem Farbraum mancher Drucker verglichen. Aufgrund einer Anfrage in Facebook und einer per E-Mail habe ich jetzt mal solche Vergleiche für mein Notebook und meinen Eizo Bildschirm gemacht, auf Grundlage der mit dem i1Display gemessenen Monitorprofile.

Für den Umfang habe ich wie im Buch drei Querschnitte durch den Lab-Farbraum bei den Helligkeiten 33%, 50% und 66% gemacht und den abgedeckten Bereich als Umriss eingezeichnet:

Farbraum Surface Pro2 gegen Eizo CG303W

Deutlich erkennbar deckt das (laut allen Testberichten sehr gute) Display des Surface Pro 2* nur einen Teil des sRGB-Farbraums ab. Der Farbraum des Eizo ColorGraphics-Bildschirms* ist natürlich überhaupt nicht vergleichbar, er deckt sRGB vollständig ab, AdobeRGB zu großen Teilen und bildet sogar ein paar Farben außerhalb von AdobeRGB ab.

Natürlich ist der Farbumfang eines Displays nur ein kleiner Teil der Geschichte. Wichtiger ist eine Darstellung die unabhängig vom Blickwinkel ist, eine gleichmäßige Ausleuchtung, reflexionsfreie Oberfläche, all das gibt dieser Vergleich nicht her. Er zeigt nur, dass der Farbumfang auch von einem guten Notebook bei weitem nicht an den eines guten Bildschirms herankommt.

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Veröffentlicht am So, 16. Mär 2014, 14:18 von Sam

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Objektiv gesehen korrekt. Und in der Praxis?(Diskussion)
R. Ramer schrieb am Di, 18. Mär 2014, 11:05

Schon ein leidiges Thema diese Farbgeschichte, aber technisch sicher interessant.

Meine Kompaktkamera kann nur sRGB, aber die Farben sehen recht ordentlich aus. Meine kleine Spiegelreflex kann zwar AdobeRGB, aber die Farben sehen viel schlechter aus, als die meiner grossen DSLR. Und deren Farben sind um Welten besser als die meiner Kompaktkamera.

Der Bildschirm meines Laptops ist gar nicht so schlecht bei der Farbwiedergabe. Mein Alltagsmonitor eine Katastrophe und mein Postproduktionsmonitor einfach super.

Printservices von z.B. Fotobüchern setzten meist sRGB voraus und können mit eingebetteten Farbinfos meist nichts anfangen. Die Farbwiedergabe ist qualitativ auch weit weg von meinen eigenen Drucken.

Und der Internet-Betrachter? Also was der für einen Monitor hat, weiss ich meist nicht, aber mit einer korrekten Farbwiedergabe rechne ich nicht.

Ich mache das so: Für den eigenen Druck habe ich ein durchgehendes Farbmanagement mit allem drum und dran. Für alles andere setzte ich auf sRGB und hoffe auf das Beste.


Sam schrieb dazu am So, 23. Mär 2014, 14:37

Farben können und schöne Farben zeigen sind halt nochmal zwei Welten (die lautlos aneinander vorbeigleiten)

Es macht für mich spürbar einen Unterschied, ob ich meine Fotos auf dem Notebook bearbeite oder dem Eizo - allerdings muss das nicht am Farbraum liegen, da wird auch einfluss haben dass der Eizo locker 6x so viel Arbeitsfläche hat und entspiegelt ist.

Meine Abläufe sind mit Deinen identisch: Wenn alles unter eigener Kontrolle ist nehm ich erweiterte Farbräume mit allem drum und dran, bei Weitergabe oder fürs Netz bleib ich bei sRGB, weil alles andere ohnehin nur Probleme bringt (wobei ich auch bei sRGB quasi Farbmanagement betreibe - ich schalte das ja dafür nicht extra an meinen Geräten aus).


R. Ramer schrieb dazu am Di, 25. Mär 2014, 09:26

Das Farbmanagement ausschalten tu ich auch nicht. Und auch ich fühle mich wohler bzw. sicherer, wenn ich die Bilder am Eizo bearbeite.

In Photoshop kann ich "Farbproof" einschalten, um zu sehen, wie die Farben in einem bestimmten Farbraumen aussehen. In Lightroom gibt es dazu den "Softproof". Damit habe ich ein visuelle Kontrolle bei der Anpassung der Farben (und noch weiteres) eines Bild an den Zielfarbraum.

Ich nutze dies immer bei Prints aber sehr selten bei sRGB-Internet-Bildmaterial. Korrigierst du bei Weitergabe oder fürs Netz deine sRGB-Bilder speziell, um die Defizite von sRGB so weit als möglich auszugleichen?


Sam schrieb dazu am Di, 25. Mär 2014, 13:31

Ich mach das genauso, ich nutze Proofing bei Drucken, aber fürs Internet betreibe ich keinen Aufwand mit den Farben, da die Farben dann ohnehin auf jedem Rechner anders aussehen - das lohnt sich einfach nicht.

Weitergabe hängt es davon ab an wen und für welchen Zweck ich es weitergebe. Wenn es nur "ansehen und Netz" sind mach ich keinen Aufwand, bei Aufträgen die dann für Printmaterial verwendet werde natürlich schon eher.

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