Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Ein Thema, das im Internet immer wieder bis aufs Messer diskutiert werden kann: Auf der einen Seite der Wunsch nach besserem Equipment, einer tollen Kamera, der bei interessanten Neuerungen jedesmal wieder entfacht, auf der anderen Seite die Aussage, dass der Fotograf das Foto macht und nicht die Kamera, als Hinweis darauf das ein guter Fotograf mit jeder Kamera gute Fotos machen kann.

Ich steh irgendwo dazwischen. Für mich gehört sowohl eine Kamera dazu um ein Foto zu machen wie auch das Hirnschmalz vom Fotografen. Nach Veranstaltungen mit schwierigem Licht höre ich immer öfter die Frage ob ich Kurse anbiete, weil sie gerne wissen möchten, warum meine Fotos besser sind. Das sind dann vor allem Situationen, in denen ich mit ISO 6.400 und Blende f/2 fotografiert habe um eine akzeptable Belichtungszeit zu bekommen. Werte, die mit einer Einsteiger-DSLR mit Kitzoom oder gar einer Kompaktkamera nicht zu erreichen sind. "Meine Kamera geht nur bis ISO 1.600" ist keine seltene Aussage, denn wer leistet sich schon immer die neuesten Modelle.

Stativ, Anti-Wackel-Technik helfen da auch nicht wenn sich das Motiv bewegt. Man hört dann immer wieder mal, dass verwischte Bewegung im Foto doch auch was tolles ist - es kann manchmal schick aussehen, doch meistens tut es das nicht. Und ein gutes Foto mit Bewegung drin ist schwieriger zu machen als ohne.

Auf der anderen Seite gibt es genug Situationen, da liegts einfach am Wissen. Da wird gegen Fenster fotografiert, so dass die Modelle im dunkeln stehen. Da wird mit niedriger ISO fotografiert wo hohe angesagt wäre, aus Angst vor Bildrauschen (in Kursen gern verbunden mit der Frage, woran man Bildrauschen eigentlich erkennt).

Für mich ist daher klar, dass das schwächste Glied der Kette die Qualität eines Fotos begrenzt. Also wenns nicht gerade "künstlerisch wertvoll" werden soll. Alle Puzzleteile sind beteiligt wenn ein Foto entsteht, die Kamera, die Umgebung, das Wissen des Fotografens um die Technik und vor allem auch über das Motiv. Denn auch Verständnis für das Motiv hilft ungemein dabei ein gutes Foto zu machen.

Allen Fotografen die der Meinung sind ein guter Fotograf könne mit jeder Kamera gute Fotos machen kann ich nur empfehlen: Tauscht in einer Situation mal eure Profi-Kamera mit der Einsteiger-DSLR eines anderen Anwesenden und seid dann beeindruckt, was die für Fotos machen und ärgert euch umgekehrt über die Einschränkungen der einfachen Kamera.

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Veröffentlicht am Sa, 21. Dez 2013, 18:57 von Sam

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Treffend!(Diskussion)
Joerg L. schrieb am Sa, 21. Dez 2013, 19:22

Sehr schön zusammengefasst lieber Sam. Was nutzt einem Fotografen ohne gescheiten Blick eine gescheite Kamera...


Sam schrieb dazu am Sa, 21. Dez 2013, 19:48

Und umgekehrt was nutzt ihm der gescheite Blick ohne Knipskiste dabei :)


R. Ramer schrieb dazu am So, 22. Dez 2013, 10:36

Voll einverstanden. Fotografieren hat viele Dimensionen. Jede davon kann den Fotografen beflügeln, ihn kreativ herausfordern, einschränken oder schlicht das Bild ruinieren und dies sogar ohne dass er es merkt.

Auch ich stehe zwischen Fotograf und Kamera, aber doch deutlich auf der Seite des Fotografen. Ich liebe mein Equipment, weil es mir meine Arbeit erleichtert, mir gestalterische Freiheiten lässt und die Fotos technisch gut werden. Mehr aber auch nicht. Den entscheidenden Rest muss ich schon selber zu einem gelungenen Bild beitragen.


Sam schrieb dazu am So, 22. Dez 2013, 13:17

Jupp, es ist halt Werkzeug. Mit gutem Werkzeug macht das Arbeiten Spaß, mit schlechtem Werkzeug kann man zwar auch arbeiten, aber es ist anstrengender und das Ergebnis oft nicht so gut (versuch mal mit einer billigen Säge einen sauberen Schnitt hinzukriegen).

Der Spaß und Erfolg steckt dennoch in den Kenntnissen, denn ohne die macht das bessere Werkzeug zwar Spaß aber nicht unbedingt tolle Ergebnisse.


Dagaz schrieb dazu am Mo, 23. Dez 2013, 15:01

Ja, sogar mit der Lego-Kamera kann man Bilder machen... Sogar welche mit Bewegung ;)

Ich bleibe lieber bei der Beschreibung, dass in erster Linie der Fotograf das Bild machen - aber man kann es sich halt leicher oder schwieriger machen. Ein schlechter Fotograf kann es sich mit einer tollen Kamera leichter machen, ebenso wie ein guter es kann. Nur dass dann im direktvergleich mit gleichem Material die Bilder der guten Fotografen meist doch besser aussehen.

Heilpraktiker in Flensburg
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