Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Vielleicht sollte die Frage eher lauten, wann ich sie nicht verwende. Früher war ich sehr zurückhaltend mit Folien vor dem Blitz, heutzutage neige ich dazu allen Blitzen Farbfolien zu verpassen, solange es sich nicht um Produktfotos handelt.

Auslöser für das Umdenken war ein Zitat von Greg Heisler, der gefragt wurde, wann er Farbfolien ("Gels") benutzt, der darauf sinngemäß antwortete "ja, wann denn nicht?". Kann auch sein, dass er das anders gesagt hat, aber mitgenommen habe ich, dass ungefärbtes Blitzlicht immer nach Studio aussieht, was man ja nicht möchte, also immer rauf mit den Farbfolien, so wie bei diesem Foto von Andrés Godoy, dass dadurch mehr nach Bühne als nach Blitzlicht aussieht:

Andrés Godoy

Natürlich soll das Blitzlicht nicht knallbunt sein, entsprechend verwende ich eher die dünnen Farbfolien. Mein Favorit für alle Lebenslagen ist 1/4 cto, für Effektlichter von hinten auch mal knallige Farben. Aus meiner Honl-Einkaufszeit hab ich noch reichlich von seinen Folien mit Klettanschluss*, ansonsten bietet es sich an ein Folienmusterheft* zu kaufen und sich dort die dünnen Folien rauszupulen.

Wobei man darauf achten sollte, dass die Folie keinen direkten Kontakt mit dem Blitzkopf hat. Mir ist nach ein paar Blitzen mit etwas mehr Leistung schon mal eine Folie mit Rauchentwicklung geschmolzen, mit direktem Kontakt wär sie mit Pech mit dem Blitzkopf verschmolzen. Daher immer etwas Abstand zwischen Folie und Blitz einplanen (was mit den Honl-Folien ganz gut geht).

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Veröffentlicht am Sa, 07. Dez 2013, 10:18 von Sam

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Zündstoff zum Nachdenken(Diskussion)
R. Ramer schrieb am Sa, 07. Dez 2013, 15:04

Ich fotografiere viel im Studio, mache Glamour Portraitaufnahmen und setze dabei keine Folien ein. Nicht dass ich keine hätte. Oder noch nie eingesetzt hätte (siehe Buchprojekt zweiter Anlauf). Oder meine (Studio-)Bilder nicht gefallen würden. Aber immer und überall wie Herr Heisler empfiehlt?

Nun, auf die Frage "ja, wann denn nicht?" würde ich sagen: "Nie, ausser ich benötige farbiges Licht als Hinweis auf einen Ort wie z.B. Disco, Bühne, Bar, Berghütte mit offenem Feuer, auf eine Stimmung oder Tageszeit usw. oder wenn die Farbtemperaturen verschiedener Lichtquellen angepasst werden müssen."

Das rote Licht im obigen Bild "Andrés Godoy" macht genau dies. Es macht, dass der Betrachter den Eindruck von "Bühne" hat, auch wenn die Realität vielleicht eine andere war.

Also immer rauf mit den Farbfolien ist mir dann doch zu radikal, denn ich befürchte in manchen Fällen den Betrachter ungewollt in die Irre zu führen.

CTO 1/4 für meinen kaltherzigen Aufsteckblitz mit seinen 6000K Farbtemperatur mache ich aber aus oben erwähnten Gründen schon sehr oft.


Sam schrieb dazu am Mo, 09. Dez 2013, 07:42

Das Heissler das empfiehlt war nur ein Auslöser, Ursächlich störte mich auch vorher schon das eher neutrale Studiolicht. Ich bin nicht so der Studiomensch und bei dem was ich mache sind Studioaufnahmen auch eher selten gefragt.

Allerdings sind meine Farbeffekte selten so kräftig wie das Rot bei Andrés oben. Mir gehts halt auch schnell so, dass mit reines Blitzlicht zu kalt wirkt und ich setze wie gesagt einfach nur 1/4 cto drauf, auch wenn meine Blitze eher 5500k haben. Früher hätte ich da den Weißabgleich etwas verdreht, inzwischen regel ich das eher über Folien.

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