Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Am besten arbeitet mein Verstand, wenn ich nichts zu tun oder zu denken habe. Wenn ich einfach nur spazierengehe, ohne bestimmte Dinge beachten zu müssen, entspannt in den Sonnenuntergang schaue oder einfach nur "Löcher in die Luft starre", dann darf mein Verstand einfach mal um sich selbst rotieren und denken, worauf immer er gerade Lust hat.

Das klappt natürlich nicht, wenn ich über irgendwas grüble. Dann rotiert sich mein Verstand ja um diese eine Sache. Sprich, alles was mir in den Kopf kommt, was nicht kreativ ist, sondern nur grüblerei, dass beachte ich einfach nicht weiter, denke nicht darauf herum. Nicht nachdenken, sondern entspannen. Die Gedanken frei laufen lassen.

Und auch nicht ablenken. Nicht ständig nachschauen, ob es eine neue Mail gibt, was auf Facebook so los ist oder vielleicht jemand was neues gebloggt hat, sondern einfach mal den Kopf frei haben. Auch frei von Vernebelungen wie Alkohol, Hunger oder Übersättigung, denn mit vollem Bauch denkt es sich nur noch "uff" und nach dem zweiten Wein kann ich auch nur noch an ein weiteres Glas denken.

Diese ruhigen Momente, am besten an der frischen Luft, dass sind die Momente, wo mir neue Ideen kommen. Also wirklich neue Ideen, nicht nur recyceltes, was ich vorher woanders gesehen habe. In solchen Momenten habe ich mein erstes Buch gestartet, das Blog und auch einige der besseren Blogbeiträge.

Seit einiger Zeit bin ich aber eher geschäftig. Habe so viele Pläne und Todo-Listen, dass diese ruhigen Momente selten geworden sind. Und das merke ich, die Ideen sind nicht mehr so kreativ wie früher. Was ich schade finde, es wird Zeit, mal wieder etwas kreativer zu werden. Wieder mehr Zeit damit zu verbringen, Löcher in die Luft zu starren, am Wasser spazieren zu gehen und die frische Luft zu genießen.

Das verrückte: In diesen Zeiten bin ich nicht nur kreativer, auch (er)schaffe ich trotz der Mußestunden meist mehr, als ich wenn ich mich fleissig jede freie Minute an die Todo-Liste setze. Wenn ich jetzt doch nur noch Platz in meinem Terminkalender finden würde, der noch nicht ausgebucht ist... :)

Einfach mal baumeln lassen

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Veröffentlicht am Do, 15. Aug 2013, 19:20 von Sam

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Kreativ sein dank nichts tun und denken(Diskussion)
R. Ramer schrieb am Mi, 21. Aug 2013, 11:26

Kann das sein?

Ich selber muss bei schöpferischen Tätigkeiten hart und konzentriert arbeiten, viel überlegen, das Erarbeitete auf mich wirken lassen und darauf reagieren. Der grosse Kreativ-Killer sind auch für mich Alltagsaufgaben und Sorgen. Sie können aber durchaus auch Auslöser für eine Bildidee sein, was dann irgendwie auch etwas therapeutisches an sich hat.

Bei mir ist es eher der Drang, etwas, das mich beschäftigt, mit Hilfe fotografischer Mittel auszudrücken (oder eben zu verarbeiten). Dann rotiert mein Geist um dieses eine Ding. Und ich liebe diesen Drang, den er treibt mich an.

Löcher in der Luft sind für mich eher ein Horrorszenario. In solchen Momenten glänzt meine innere Muse mit Abwesenheit.

Auch deine Blogbeiträge sind für mich immer wieder Quelle des Anstosses zur kreativen Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Themen. Darum danke, dass es dein Blog immer noch gibt und du ihn auch weiter betreiben möchtest.


Sam schrieb dazu am Mi, 21. Aug 2013, 21:49

Ja, genau: Wenn so ein kreativer Moment kommt, dann kann ich auch wunderbar fokussiert an einer Sache arbeiten. Das Problem entsteht, wenn ich zwischendrin eine eingehende Mail sehe oder über irgendwas nachdenke oder etwas recherchieren muss und dabei im Nirvana des Internets lande.

Ich glaub, das geht uns schon ähnlich, aber es ist schwierig, das so in Worte zu fassen, dass jemand anderes das gleiche dabei empfindet wie ich selber.

Und gerade bei Routineaufgaben des Alltags kann ich auch wunderbar kreativ sein. Wenn jeder Handgriff sitzt und ich nicht drüber nachdenken muss halt. Genau wie auf Klo sitzen ja auch immer was kreatives hat, nennt man nicht umsonst Denkerstübchen: Man kann eh nicht weg und was anderes tun. Doch auch hier kann man sich wunderbar ablenken, mit einer Zeitschrift oder beim nachschauen, was es neues auf Facebook gibt.

Ich finde es auch echt schwer. Manchmal ist zB Facebook Ursache für eine Inspiration, aber meistens ist es einfach nur Ablenkung. Wie kriegt man da eine vernünftigen Umgang mit hin?

Und es freut mich, dass es Dir mit meinen Beiträgen so geht - habe gerade entschieden, mal wieder etwas bunter zu bloggen statt mich wie in den letzten Monaten nur auf das Thema Fotografie zu beschränken. Ich denke damit kommt hier auch wieder etwas mehr Leben rein.

Heilpraktiker in Flensburg
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