Sam Jost
 RSS-Abo



Mehr von Sam
radeldudel.de durchsuchen:
Farbmanagement für die Digitalfotografie

Um herauszufinden, wie viel der Computer ausmacht hab ich meinen Core i7 mal gegen einen entsprechenden Xeon 1620* mit doppelter Speicherbandbreite eingetauscht und mit beiden dutzende von Messungen gemacht. 

Die genauen Reaktionszeiten schwanken je nach tageslaune ziemlich, doch es lässt sich klar erkennen, dass der Xeon ca. 10% bis 20% schneller ist. Beispielsweise erfolgt bei meinem Beispielbild aus dem Buch mit allen Bearbeitungen eine Reaktion auf den ISO-Regler innerhalb 1,2s statt wie beim core i7 1,4s oder ein Bildwechsel im Entwickeln-Modul dauert 8s statt 10s.

Das fühlt sich ein wenig besser an, ist aber immer noch weit weg von perfekt - ich hätte mir von einem Computerupgrade mehr erhofft.

Neuer Rechner

Also scheint die mehr als doppelte Speicherbandbreite (51GB/s statt 21GB/s) des Xeons und des neuen Mainboards keine besonders große Rolle zu spielen. Der Geschwindigkeitszuwachs kann auch einfach an den generell etwas neueren Komponenten liegen.

Mein Notebook im Vergleich

Die gleichen Tests habe ich auch mit meinem Subnotebook durchgeführt, einem Lenovo X200s mit einer Core2Duo-Stromspar-CPU mit 1,6GHz.

Wo der core i7 1,4s brauchte, nimmt sich das Notebook satte 3,1s Zeit um auf den Regler zu reagieren, was zum Arbeiten quälend ist (wobei ich mit noch schlimmeren Zeiten gerechnet hätte).

Beim Wechsel zum nächsten Foto gewinnt erstaunlicherweise oft sogar das Notebook, es braucht im Entwickeln nur 3,2s wo der Xeon 8s braucht.

Die Ursache hierfür ist die viel geringere Auflösung des Notebooks: Es muss schlicht weniger Pixel für die Anzeige berechnen und ist daher wesentlich schneller fertig.

Und die Grafikkarte?

Mit dem neuen Rechner habe ich jetzt auch zwei Grafikkarten gegeneinander antreten lassen: Die Gamer-Karte ASUS ATI EAH6870* und die Workstation-Karte PNY Nvidia Quadro 600*. Die Gamer-Karte ist laut Windows Systemleistungstest deutlich stärker, bei Lightroom merkt man davon gar nichts. Nicht einmal eine zehntel Sekunde Unterschied lassen sich hier feststellen.

Die Grafikkarte scheint also so gut wie keinen Einfluß auf die Performance von Lightroom zu haben (wenn es nicht gerade eine völlige Systembremse ist).

(*) Dies ist ein affiliate Link - wenn ihr über diesen Link etwas kauft, bekomme ich eine kleine Provision ab - euer Preis ändert sich dadurch nicht.

Veröffentlicht am Mi, 06. Mär 2013, 06:57 von Sam

Social Plugins von Facebook, Google und Twitter für www.radeldudel.de abschalten.

Hardwareauswirkung(Diskussion)
Hazamel schrieb am Fr, 08. Mär 2013, 07:27

Die Grafikkarte hat wirklich keinerlei Einfluss auf die Performance von Lightroom. Das wird auch bei Adobe diskutiert und, gerade von denen die Premiere nutzen, was auf GPU-Berechnung setzt, teilweise auch gewünscht. Kurz: Die Grafikkarte ist wirklich nur für die Darstellung da. Warum man nicht den Weg geht, den mittlerweile alle gehen und große Berechnungen auf die GPU zu ziehen, kann ich auch nicht verstehen.

Dass der Prozessor nur eine minimale Auswirkung auf die Performance hat, hätte ich dir auch vorher sagen können ;) Besonders weil der Sprung vom i7 zum Xeon dann nicht mehr so groß ist. Er hat zwar eine (theoretisch) breitere Speicheranbindung, aber die müssen die anderen Komponenten dann auch können. Größere Auswirkungen als das, würde ich mir eher von so Dingen erwarten wie den Austausch einer HDD gegen eine SSD. Da sollte nochmal ein Schub zu erwarten sein


Sam schrieb dazu am Fr, 08. Mär 2013, 07:39

Ich messe Dinge dennoch lieber selber einmal nach, bevor ich mich auf Pauschalaussagen aus Foren verlasse :) Und die Komponenten sind natürlich auch alle neu und passend zum Xeon ausgesucht. Mein core i7 war ja doch ein ziemlich altes Modell.

System, Katalog, Previews und Cache lagen für diese Tests alle schon auf SSD. Probehalber hab ich die mal auf die HDD gelegt, machte weiter keinen Unterschied. Ich teste ja nicht die Suche über hunderte Fotos, sondern lediglich das Bearbeiten eines einzelnen Bildes und evtl. noch den Wechsel zu den nächsten im Set.


Hazamel schrieb dazu am Fr, 08. Mär 2013, 07:52

Ah, dann hab ich das mit dem Prozessor falsch verstanden. :)

Meiner Erfahrung nach ist die Schwelle bei den Prozessoren seit einigen Jahren ausgereizt. Ich gurke immer noch auf einem Q6600 von 2007 rum und komme damit nur aus Versehen an seine Grenzen. In CS4 ein 12MP-RAW aus Versehen auf 300 statt 30% hochskalieren. Das hatte dann aber auch einen Komplettausstieg zur Folge.

Auch aus beruflicher Sicht kann ich nur die alte Autoweisheit bestätigen "Nichts ersetzt Hubraum". Selbst wenn ich auf dem i5-Notebook noch einen Server zu Testzwecken laufen lasse, schwitzt der Prozessor kaum. Limitierend ist da eher der Arbeitsspeicher.


Sam schrieb dazu am Fr, 08. Mär 2013, 08:08

Das hab ich auch unklar ausgedrückt. Es war nicht so sehr die CPU, von der ich mir mehr erhofft hatte sondern vom Unterschied meines alten 1. Generation-Mainboards zu einem topaktuellen.

Was den Arbeitsspeicher angeht, mein anderer Rechner hat sogar 32GB, doch nachdem ich festgestellt hab, dass die sich wirklich nur unter sehr exotischen Umständen ausnutzen lassen bin ich bei diesem wieder auf 16GB zurück gegangen. Speicher bringt  ja auch nur dann was, wenn die Software ihn nutzt (gut, sonst wird er als Cache genutzt, aber selbst da sind Grenzen wie viel das nützt, vor allem bei SSDs).

Ich suche ja gerade, ob es in meinem System einen einzelnen, limitierenden Faktor gibt. Bandbreite hätte einer sein können, war es aber nicht. Jetzt würd ich gern mal einen 6-Kern Xeon leihen um zu sehen, ob Rechenkerne vielleicht überraschend was bringen :)


Hazamel schrieb dazu am Fr, 08. Mär 2013, 08:12

Ich würde mir da nicht zu viel von erhoffen ;)

Ich kann auf einem Display der Tastatur direkt die Auslastung der einzelnen Kerne und des Arbeitsspeichers sehen. Ist schon erschreckend wie viele Programme immer noch nur einen oder maximal zwei Kerne verwenden.


Sam schrieb dazu am Fr, 08. Mär 2013, 08:15

Ich auch nicht, sonst hätte ich mir direkt einen gekauft. Die 300,- mehr hätten den Kohl dann auch nicht mehr fett gemacht :)

Ich hätt nur gern mal einen um das zu überprüfen. Genau wie bei der Grafikkarte neige ich dazu die Sachen lieber einmal selber durchzutesten als sie als gegeben hinzunehmen.


Joerg L. schrieb dazu am Sa, 16. Mär 2013, 21:29

Ich bleibe ja bei meiner festen Meinung das es nur bedingt lohnenswert ist einzelne Komponenten zu tauschen und glaube immer noch fest daran das ein mühsam und feinst auf einander abgestimmter Komplettrechner eines Herstellers besser und flotter harmoniert als ein selbst mit freien am Markt erhältlichen Komponenten die vlt. sogar die selben Chipsätze nutzen aber eben nicht bis ins tausende miteinander getestet wurden und auch nur in bestimmten Treiberständen zusammen so performen wie man es will. Ich stelle mal frech die Behauptung auf das eine Fujitsu Celsius Workstation immer schneller sein wird in der Konfiguration ab Werk als ein selbst zusammengeschraubter Rechner mit selber CPU, selbem Grafikchip und gleichen RAM und Festplatten. Der Teufel und die megaperformance liegen im Detail! (ja meine Meinung ist Herstellerbezogen und nicht objektiv, man könnte aber Fujitsu Celsius genauso gegen HP xyz oder Lenovo zyx oder ACER abc austauschen...) Die Apple-Büchsen sind auch nur so performant und stressfrei im Betrieb da es nur ganz wenige Konfigurationsmöglichkeiten gibt und die verbauten Komponenten bis in kleinste Detail - wie bei Fujitsu auch - aufeinander getestet und zertifiziert wird.

Just my 2ct.

LG Jörg
www.digitaler-augenblick.de 


Sam schrieb dazu am So, 17. Mär 2013, 08:40

Jörg, ich hatte auch schwer überlegt mir eine Celsius zu kaufen, hab aber einfach zu viel Spaß am basteln :)

Wäre mal spannend eine im Vergleich zu sehen. Genau wie auch ein Apple ein interessanter Vergleich wäre. Aber leider weiß ich ja nicht, was ich danach mit all den Rechnern anfangen soll, selbst jetzt ist mein Rechnerpark ja schon übertrieben (und so viel Geld kommt bei den Büchern auch nicht raus, dass ich es völlig sinnlos zum Fenster rauswerfen würde).

Heilpraktiker in Flensburg
© 2004-2014 Sam Jost, Flensburg. Unerlaubte Vervielfältigung untersagt.
Die Inhalte von www.radeldudel.de sind meine ganz private Meinung.