Sam Jost
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Waben werden vor allem verwendet, um unerwünschtes Streulicht zu reduzieren, als Nebeneffekt machen sie das Licht aber auch ein wenig härter. Nachdem ich gefühlt schon ewig einen Wabeneinsatz für meine Ezybox suche, wurde ich letztens bei G+ darauf hingewiesen, dass Lastolite inzwischen selber solche Wabeneinsätze im Angebot hat. Hab mir natürlich sofort einen für meine 60x60cm Ezybox gekauft um herauszufinden, ob der was taugt.

Vor dem Einsatz der Wabe gibt es eine Hürde zu überwinden: an der Ezybox fehlt das zur Befestigung nötige Klettband, dies bekommt man mit der Wabe geliefert und muss es selber an der Box ankleben.

Ja, ankleben. Eine wirklich gut gemachte Anleitung wird mitgeliefert, und auch ein Reinigungstuch liegt bei um den Klebehintergrund zu säubern. Klappte auch alles recht problemlos, aber so richtig überzeugt hat mich das nicht: trotz Säuberung und mehrerer Tage Trockenzeit sitzen die neuen Klettstreifen nicht bombenfest. Mehrfach habe ich schon Enden der Klebestreifen mit abgezogen, beim Abnehmen der Wabe muss ich ziemlich vorsichtig sein. Hier werde ich sicher noch die Enden der Klettstreifen vernähen, um ein versehentliches Lösen zu verhindern.

Der erste Test mit Wabe zeigt: sie reduziert das Streulicht deutlich, je geringer der Abstand von Softbox zum Motiv ist, desto effektiver natürlich – was kein Problem ist, da man die 60x60cm Box ohnehin möglichst nah ans Motiv bringen sollte um das gewünschte weiche Licht zu bekommen. Hier mal aus einem Meter Entfernung ein Bild ohne und mit Wabeneinsatz für den Vergleich:

Vergleich EasyBox ohne und mit Wabe
 
Schräg von vorne eingesetzt reduziert die Wabe das Streulicht auf den Hintergrund zwar nicht zu hundert Prozent, aber immerhin deutlich:

Portrait ohne und mit Wabe
 
Das hat natürlich zur Folge, dass sich auch das Licht, das über den Raum zurück in das Gesicht reflektiert wird, deutlich weniger wird. Hier mal ein Ausschnitt vom Gesicht, wo man das gut sehen kann. Auf dem linken Foto ohne Wabe landet deutlich mehr Streulicht auf der Schattenseite als auf dem rechten mit Wabe:

Ausschnitt Vergleich Portrait ohne und mit Wabe
 
Durch dieses Mehr an Kontrast wirkt das Licht zwar nicht mehr ganz so weich wie ohne Wabe, ist aber dennoch weit von hartem Licht entfernt und immer noch gut nutzbar.

Wenn jemand das Streulicht stört (so wie mich), dann ist die Wabe auf jeden Fall eine gute Ergänzung zur Ezybox, um mehr Kontrolle über mein Licht zu haben.

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Veröffentlicht am Do, 06. Okt 2011, 08:24 von Sam

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Streulicht als Störfaktor(Diskussion)
R. Ramer schrieb am Do, 06. Okt 2011, 23:35

Ungefragt herumstreuendes Licht finde ich auch unangenehm. Aber bekämpfen tue ich es eigentlich nur, wenn ich ein Low-Key-Bild mache. Bei Mid-Key oder High-Key stört es mich nicht oder hilft mir sogar.

Zu meiner Softbox gibt es einen sogenanten "Rotagrid", der eine Kompination aus einem externen Diffusor (erweiterter Rand) und einer Wabe ist. Laut Hersteller wird dadurch der Abstrahlwinkel kleiner und die Schatten härter. Mir scheint, dass die von Dir eingesetzte Wabe das auch macht: kleinerer Ausleuchtungsbereich, schmalerer Ausleuchtungs- und Schattenrand sowie härtere Schatten. Liege ich da richtig?

Ich hätte zur Kombination Softbox und Wabe noch ein paar Fragen: Welche "Tricks" setzt Du sonst noch ein, um zu einem Low-Key-Bild zu kommen? Würdest Du gerade wegen der besseren Kontrolle auch für Mid-Key und High-Key-Bilder die Wabe empfehlen? Wie hart sollen für Dich bei Low-Key die Schattenränder sein und wie hoch soll für Dich der Kontrast im Schatten sein? Und noch eine letzte Frage: Wie weit ist die 60x60-Softbox mit Wabe noch von Deinem Beauty Dish bezüglich Ausleuchtung und Schattenrand entfernt?

Für die Beantworten obiger Fragen wäre ich Dir sehr dankbar.


Sam schrieb dazu am Fr, 07. Okt 2011, 08:11

Ein Vergleichsbeitrag Ezybox+Wabe gegen BeautyDish+Wabe ist geplant, natürlich mit Bildern, damit man selber sehen kann wie viel kleiner die Wabe der Dish sind und wie viel härter das Licht dadurch wird.

Den breiten Rand hat die EzyBox von Haus aus, dort wird nur das Grid zusätzlich eingesetzt. Das scheint bei Elinchrom anders zu sein? Jedenfalls macht die Wabe genau das, sie verringert vor allem den Abstrahlwinkel, macht damit die Schatten härter. Man könnte auch sagen sie macht aus der Softbox ganz viele kleine Softboxen mit engem Abstrahlwinkel :)

Natürlich sperre ich Streulicht auch nur dann ab, wenn ich wirkliche tiefe Schatten im Bild haben will. Wenn eher weiche Ausleuchtung gewünscht ist sind die Reflexionen völlig in Ordnung. Allerdings denke ich nicht so sehr in low-, mid- und high-key, sondern in Stimmungen wie weich, leicht, hart, schwer, düster, finster, aggressiv, geheimnisvoll. Generell würde ich sagen, je heller das Bild desto weniger brauche ich diese feine Kontrolle über das Licht. Besser kann man es vermutlich andersrum ausdrücken: wenn ich Schatten haben will, brauche ich Waben, Snoots und Abschatter. Und da ich Schatten aktuell interessant finde benutz ich die viel. Aber wie das so mit Geschmäckern ist, das kann sich auch wider ändern.

Wie hart das Licht sein soll hängt bei auch weniger von low- oder high-key ab, sondern von der gewünschten Stimmung (genau über solche Themen plane ich ja mein Buch).


R. Ramer schrieb dazu am Fr, 07. Okt 2011, 11:19

Ich bin gespannt auf den Vergleich zwischen Softbox und Wabe.

Die Softboxen von Elinchrom haben keinen breiten Rand. Die Firma bietet aber einen Rand unter dem Namen "Rotalux Hooded Difusor" und die bereits erwähnte Wabe namens "Rotalux Rotagrid" an.

Den Ansatz, beim Licht nicht in Low-, Mid- und High-Key zu denken, sondern in Stimmungen finde ich interessant. Low-, Mid- und High-Key sind für mich Lichtstile. Ein Lichtstil ist für mich eine cha­rak­te­ris­tisch aus­ge­prägte Art der Lichtführung. Lichtstimmung bedeutet für mich mit Hilfe von Licht zum Aus­druck gebrachte Emotion. Die Bezeichnungen weiches und hartes Licht beziehen sich für mich auf die Breite des Schattenrandes und auf die Schattentiefe.

Am Ansatz, in Stimmungen zu denken, gefällt mir, dass damit nicht eine Technik oder ein Produkt im Vordergrund steht, sondern die Wirkung. Andererseits beschreibt mir "fröhlich" das Licht nicht wirklich. Zu einem fröhlichen Bild gehören für mich beispielsweise ein fröhliches, hell gekleidetes Model in heller Umgebung. Mit heller Umgebung meine ich helle Farben und viel Licht. Zu einer fröhlichen und ausgelassenen Stimmung in einem Nachtlokal gehört für mich wiederum ein ganz anderes Licht.

Wie Du sehe ich auch keinen direkten Zusammenhang zwischen der Härte des Lichts und Low- bzw. High-Key, obwohl bei Low-Key scharfe Schattenränder nicht gerade vorteilhaft sind.

Schatten helfen mir, Formen und Tiefe zu verdeutlichen. Ein harter langer Schatten mit seinen scharfen Rändern, dem hohen Kontrast und der klar erkennbaren Form wird zum eigenständigen Bildbestandteil, der die Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann. Gezielt eingesetzt kann das durchaus seinen Reiz haben. Eine bestimmte Stimmung verbinde ich damit aber nicht.

Hartes bzw. weiches Licht verändert für mich weniger die Stimmung als den Charakter des beleuchteten Motivs und sollte zu dessen "Persönlichkeit", also zu dessen individuellen Eigenschaften, passen. Daher werden Frauen traditionell weich und Männer eher hart ausgeleuchtet. Bei der Serie "Raumschiff Enterprise" ging man sogar soweit, dass einzelnen Protagonisten in der gleichen Szene unterschiedlich ausgeleuchtet wurden bzw. jede Figur seine für ihn typische Ausleuchtung hatte.

Licht ist ein spannendes aber nicht gerade einfaches Gebiet und dessen Beherrschung unterscheidet den Meister vom Lehrling. Bin gespannt, was Du uns Blog-Lesern noch alles darüber berichten wirst.

Heilpraktiker in Flensburg
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