Sam Jost
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Dank Amazon Premium-Lieferung ist der frisch bestellte Beauty Dish* schon am nächsten Tag angekommen, und direkt beim Auspacken sehe ich, den Innenreflektor kann man ja umdrehen, wie schön:

Umdrehbarer Reflektor im Beauty Dish

Geliefert wurde er wie links gezeigt, dank loser Aufhängung kann man ihn aber auch umdrehen, dann sieht er aus wie rechts, die Rundung zeigt nach Innen zum Blitz. Meine erste Aktion, noch bevor ich ihn ausprobierte, war, den Reflektor in die rechte Stellung umzudrehen, weil mir das von der Lichtführung her viel sinnvoller erschien.

Doch natürlich konnte ich nicht anders, ich musste auch probieren, was für einen Unterschied diese Veränderung machte. Hier zwei mit identischer Leistung gemachte Fotos:

Lichtverteilung im Beauty Dish je nach Reflektorstellung

Wie man deutlich sehen kann, ist die Lichtverteilung bei meiner umgedrehten Stellung deutlich gleichmässiger. Ich vermute, dass das bei Verwendung eines Studioblitzes im Dish anders aussieht. Der Aufsteckblitz leuchtet ja in eine Richtung, während eine Studioblitzlampe rundum leuchtet.

Probeweise hab ich mal Selbstportraits mit beiden Stellungen bei identischer Blitzleistung gemacht und war erstaunt:

Lichtausbeute im Beauty Dish je nach Reflektorstellung

Wie man sehr gut sehen kann, ist die Lichtausbeute bei der umgedrehten Stellung viel besser. Ich würde den Unterschied auf ca. 1,5 Blenden schätzen, was bei Aufsteckblitzen schon eine Menge verschwendeter Leistung ist.

Um den Schattenwurf zu vergleichen habe ich für das nächste linke Foto die Blitzleistung erhöht, damit beide Fotos etwa gleich hell sind.

Auf den Schattenwurf scheint die Stellung weiter keinen Einfluss zu haben, bis auf den Reflex im Auge sieht das in beiden Stellungen ziemlich identisch aus:

Schattenwurf bei unterschiedlicher Reflektorstellung

Für mich ist jedenfalls klar: bei meinen Aufsteckblitzen lass ich den Reflektor vom Beauty Dish* umgedreht, allein schon wegen der besseren Lichtausbeute.

Die Zoom-Stellung des Blitzes hingegen machte nur geringe Unterschiede von maximal einer drittel Blende aus. Am besten ausgeleuchtet war die Dish mit Wabe bei 50mm, weswegen ich diese Einstellung am Ende bevorzugt habe.

Einzig einen sogenannten Joghurtbecher auf den Blitz zu setzen zeigte Wirkung, allerdings keine Positive: der Dish wurde merklich dunkler.

Was mir an diesem Gerät nicht so gut gefiel war die Halterung. Während die EasyBox eine Aufnahme für ein Spigot hat, was eine sehr robuste Verbindung ergibt, sind an der Walimex zwei Löcher mit 1/4" und 3/8" Gewinde, die Verbindung zum von mir eingeschraubten Manfrotto-Spigot war schon nach einem Einsatz eher wackelig. Da sind die Manfrotto-Schrauben allerdings nicht ganz unschuldig dran, denn diese sind nicht durchgängig mit Gewinde versehen, wie man auf den Fotos von diesem Artikel sehen kann.

Falls ihr so einen Dish kaufen wollt, vergesst nicht die Halterung für den Aufsteckblitz*. Ich persönlich habe auch den Wabeneinsatz* mit gekauft.

(*) Dies ist ein affiliate Link - wenn ihr über diesen Link etwas kauft, bekomme ich eine kleine Provision ab - euer Preis ändert sich dadurch nicht.

Veröffentlicht am Do, 18. Aug 2011, 18:18 von Sam

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Innenreflektor umdrehen?(Diskussion)
Aggl schrieb am Do, 27. Okt 2011, 22:39

Seit ein paar Tagen lese ich mich in die Thematik Beauty Dish ein. Und das Umdrehen des Innenreflektors irritiert mich aus den folgenden Gründen:

Also steckt da viel mehr hinter als ich mir erklären kann. Sicher kommt es auf die genaue Form an. Und jetzt habe ich eine Seite gefunden, die eine für mich plausible Erklärung liefert:

Vorzüge Beauty-Dish

Scheint also eine sehr geniale Sache zu sein so eine Dish und sicher eine der ersten Investitionen, die man tätigen sollte, wenn man sich mit entfesselten Blitzen beschäftigt, oder? Ich frage mich jetzt, ob das Umdrehen des Innenreflektors jetzt den Effekt aufhebt (zugunsten mehr Licht) oder nicht. Dann wäre es auch nur Zufall, dass man den Reflektor umdrehen kann und eigentlich nicht beabsichtigt.

Weißt Du da mehr?


Sam schrieb dazu am Sa, 29. Okt 2011, 09:16

Die Softboxen für Aufsteckblitze sind meist nicht größer als der Dish. Meine größte ist ja grad mal 60x60cm, im Vergleich zu den 50cm des Dish kein nennenswerter Gewinn.

Ob das Licht aus der Dish weich ist oder nicht hängt vor allem davon ab, wie sie intern Beschichtet ist. Wenn die Oberfläche der Dish eher glänzend ist, werden die Lichtstrahlen nicht so stark gestreut, als wenn die Oberfläche matt ist. Und die genaue Form hat auch mehr Einfluss, wenn die Oberfläche eher glänzend ist. Bei matter Oberfläche wird das Licht ja viel weiter gestreut.

Die meisten Dish sind matt, auch die bei Krolop&Gerst abgebildete ist innen mattweiß beschichtet. Und die Schatten sind nun auch nicht soo außergewöhnlich (leider vergaßen die Jungs einen echten Vergleichsschatten). Hauptunterschied bei Schatten liegt oft nur am Streulicht, das von weißen Wänden aufs Motiv zurückgeworfen wird. Sprich, im schwarz abgehängten Studio bringts wenig.

Licht ist keine Magie, sondern simpler Strahlengang. Wenn man sich mal aufzeichnet, wie die Lichtstrahlen vom Blitz weglaufen, gegen welche Flächen sie treffen, wie sie dort gestreut werden, wo sie dann auftreffen, wie sie dort gestreut werden, wie sie dann aufs Motiv weiterlaufen, dann weiß man auch, was für ein Licht ein Lichtformer gibt. Und dass der umgedrehte Reflektor das kaum ändern wird, denn falschrum sorgt er einfach nur dafür, dass ganz viel Licht es nicht in die Schüssel schafft sondern auf den Blitz zurückgeworfen wird. Vorlieben für bestimmte Lichtformer sind oft entweder abergläubischer (mit dem mach ich immer die besten Fotos) oder praktischer (der ist gut transportierbar) Natur.

Heilpraktiker in Flensburg
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