Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Kennt ihr das? Da hat man eine tolle Idee, plant sie durch, fängt an sie umzusetzen ... und muss bei der Umsetzung feststellen, dass das so nichts taugt.

Die Geschichte dazu

Manche haben es bei Facebook oder Google+ mitbekommen: ich bin im Urlaub auf die überdrehte Idee gekommen, ein eBook über Licht in der Personenfotografie zu schreiben. Eines so, wie ich es gerne hätte, das vor allem anhand von vergleichbaren Fotos zeigt, was mit Licht bei Portraits wie wirkt. Dazu gehören natürlich reichlich Fotos.

Von den ersten Kapiteln habe ich im Urlaub bereits Rohfassungen geschrieben, hatte Ideen, wie ich diese in Fotos fassen könnte. Und damit sich das Projekt nicht ins endlose verzögert habe ich direkt nach dem Urlaub einen Termin festgesetzt, um dafür Fotos zu machen. Freundlicherweise haben sich Nils und Christian bereit erklärt, mir bei den Fotos zu helfen, wohl ahnend, dass das ähnlich wie bei meinem Portrait mit 5 Lichtquellen lustig werden könnte.

Wurde es dann auch. Ich hatte jedenfalls viel Spaß, hab einiges in Fotos fassen können, was mir vorher eher theoretisch klar war, habe direkt den neuen Beauty Dish mit Wabe in der Praxis kennenlernen können (und war begeistert).

Und Fotomaterial für ein paar Kapitel hatte ich damit auch schon mal zusammen.

Dachte ich

Doch wie das so ist, wenn Pläne auf ihre Umsetzung treffen: ich muss einsehen, dass das so nichts wird. Jedenfalls nicht das, was ich mir gedacht hatte.

So wie ich geplant hatte, die Fotos zum jeweiligen Licht zu zeigen, bringt das nicht die von mir gewünschte Vergleichbarkeit. Ich wollte ja nicht nur erklären, sondern auch zeigen, und das so, dass der Leser es nachvollziehen kann. Und dafür brauche ich mehr Vergleiche, muss andere Fotos nebeneinander stellen, als ich zuerst geplant hatte.

Was wiederum deutlich aufwändiger ist, viel mehr Überlegung erfordert.

Gebe ich deswegen den Plan ein Buch über Licht zu schreiben auf?

Nein!

Verbrecherportrait

Aber es wird wahrscheinlich länger dauern, damit es die Qualität erreicht, die mir wichtig ist. Meinen Wunschtermin, das Buch im Dezember fertig zu haben, werde ich wohl nicht halten können.

Feedback eines Teilnehmers :)

Christian: Der Nachmittag war sehr spannend. Denn während man sonst versucht ist einfach mal los zu legen und mit einem Setup zu experimentieren, hatten wir hier vor Augen, wie in welchen Positionen genau ein Blitz wirkt. Das war durchaus wichtig sich das bewusst zu machen, auch als wir später noch mehr Licht dazu genommen haben. Zudem hat sich wieder gezeigt, wenn man volle Kontrolle über das Licht haben möchte, dann sollten Wände, Decken und Fenster schwarz sein. Wir freuen uns dann schon auf das fröhliche Malern in Sams Wohnzimmer :-D

Veröffentlicht am Mi, 24. Aug 2011, 21:13 von Sam

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Wo Licht ist, ist auch Schatten(Diskussion)
R. Ramer schrieb am Do, 25. Aug 2011, 08:28

Vorerst wünsche ich Dir viel Erfolg und Durchhaltewillen bei Deinem Buchprojekt.

Licht scheint wieder ein sehr aktuelles Thema in der Fotografie zu sein. Hat das mit der Strobist-Bewegung zu tun? Jedenfalls kommen vermehrt eBooks wie z.B. "MAKING LIGHT, An Introduction to Off-Camera Flash, by Piet Van den Eynde" heraus. Auch Bert Stephani, der ebenfalls in der Strobist-Szene aktiv ist, überlegt sich, eBooks über das Licht zu schreiben.

Ich bin gespannt auf Dein Buch. Kannst Du schon verraten, ob bei Deinem Buch  die Aufsteckblitze als primäre Lichtquellen die Hauptrolle spielen oder geht es ganz allgemein um die visuelle Lichtwirkung von Lichtformern im Zusammenhang mit Portraits?


Sam schrieb dazu am Do, 25. Aug 2011, 08:43

Es wird nur um die Wirkung von Lichtsetzung auf Portraits gehen, also kein Einsteigerbuch ins entfesselte Blitzen. Das hatte ich anfangs als Anhang geplant, Hab jetzt aber vor die Technik ganz rauszulassen.

Einführungen in die Technik gibt's ja schon reichlich (was nicht heissen muss, das ich sowas auch nochmal schreibe, aber dann als eigenes Buch).

Denn eigentlich ist ja egal, woher das Licht kommt, ob Aufsteckblitz, Studioblitz oder Sonne. Wichtig ist, was man draus macht.


R. Ramer schrieb dazu am Mo, 29. Aug 2011, 10:57

Ist es egal, woher das Licht kommt?

Im Prinzip meine ich das auch. Aber nicht jede Lichtquelle finde ich gleich praktisch. Und die Leuchtkraft ist recht unterschiedliche. Und auch ihr Charakter erscheint mir manchmal sehr individuell. Und in der Lichtqualität habe ich schon recht grosse Unterschiede feststellen können. Und machmal leuchten sie einfach aus der falschen Richtung, ohna dass man dagegen etwas tun könnte.

Aber Du hast natürlich recht: Wichtig ist, was man daraus macht. Was ich nicht so mag, sind die Einschränkungen, die mir manche Lichtquellen auferlegen.

P.S.
Kerzen als Lichtquellen sind gar nicht so übel. Es gibt sogar Lichtformer für Kerzen-Lichtquellen. Diese gab es schon Jahre vor der Erfindung der Fotografie. Man nennt sie "Lampion", kommen aus China und sind natürlich total billig - in jeder Hinsicht. Die Filmer kennen eine für Ihre Zwecke verbesserte Variante und selbst Strobist Hobby ist begeistert von der Filmvariante.


Sam schrieb dazu am Mo, 29. Aug 2011, 20:59

Wie das Licht produziert wird, ist mir eigentlich nicht wichtig.

Was für Licht es ist, also welche Farbspektren es abdeckt, wie hart oder weich, wie stark und wie gleichbleibend es ist, da gebe ich Dir recht, das ist tatsächlich nicht ganz unbedeutend!

LED-Licht zum Beispiel finde ich für die Fotografie ganz fürchterlich: so ein geringes Frequenzband, Farben werden total verfälscht, und vor allem sieht es für das Auge oft völlig anders aus als für die Kamera. Schwierig!!


R. Ramer schrieb dazu am Di, 30. Aug 2011, 18:45

Ich habe folgendes Problem: Genau wie Du möchte ich möglichst mobil sein mit meiner Outdoor-Licht-Ausrüstung. Als Lichtquelle kommen da Aufsteckblitze oder Batterieblitze (Akku plus Blitzkopf) in Frage. Aufsteckblitz und Blitzkopf unterscheiden sich in ihrem konstruktiven Aufbau wesentlich, was sich speziell dann zeigt, wenn Lichtformer ins Spiel kommen. Daher ist es für mich nicht unwichtig, wie das Licht produziert wird.

Aufgefallen ist mir der Unterschied, als ich Deine Bilder zu "Beauty Dish mit und ohne Wabe" und speziell die Bilder im Abschnitt "Lichtkegel mit und ohne Wabe" betrachtet habe. Aufgefallen ist mir der Charakter des Ausleuchtungsrandes und die Helligkeitsverteilung im ausgeleuchteten Bereich. Der Ausleuchtungsrand ohne Wabe scheint mir erwartungsgemäss schmal auszufallen. Dagegen ist der Rand mit Wabe eher diffus und recht breit. Der ausgeleuchtete Bereich zeigt ohne Wabe deutlich sichtbare Helligkeitsunterschiede. Mit Wabe sind bis auf den weichen Rand kaum Helligkeitsunterschiede zu sehen.

Irritiert hat mich dieses Verhalten, weil mir bei meinem Beauty Dish so etwas nie aufgefallen ist. Ich habe soeben einen kurzen Test gemacht: Mein Beauty Dish an einem meiner Kompaktblitze leuchtet anders aus.

Wie ich befürchtet habe, spielt es leider schon eine Rolle, wie das Licht produziert wird. Aber was tun mit dieser Erkenntnis? Passen gewisse Lichtformer einfach nicht zum Aufsteckblitz? Muss ich mich mit Schirmen (Lichtschleudern) begnügen? Mich auf mit Aufsteckblitzen machbare Lichtkonzepte beschränken oder einfach viel Geld ausgeben für ein Ranger Quadra Set?


Sam schrieb dazu am Mi, 31. Aug 2011, 17:59

Was für mich auf jeden Fall daraus folgt, ist, dass man das Verhalten seiner eigenen Lichtformer kennen muss:

Wenn ich nicht weiß, dass mein Beauty Dish an einem Kompaktblitz eine fürchterlich ungleichmässige Ausleuchtung hat, werde ich mich immer mal wieder wundern, warum das Licht mal so und mal anders ausfällt. Wenn ich das aber weiß, kann ich um das Problem herum arbeiten (oder den Lichtformer auf ebay verkaufen).

Das Licht, das mein Dish ohne Wabe macht, finde ich beispielsweise am Rand gar nicht schön. Aber wenn, was der Rand beleuchtet nicht im Bild ist, macht mir das nichts. Und die Ausleuchtung mit Wabe ist für mich völlig in Ordnung.

Aber es macht ja schon neidisch die schön gleichmässige Ausleuchtung von Deinem Blitzkopf zu sehen :)


R. Ramer schrieb dazu am Do, 01. Sep 2011, 11:02

Wie Du sagst, ist es wichtig, das Verhalten der eigenen Lichtquellen und Lichtformer zu kennen. Dass ich wissen muss, wie ein Lichtformer sich auswirkt, war mir klar. Dass es auf das Licht bezogen qualitative Unterschiede zwischen den Anbietern eines bestimmten Lichtformers gibt, war für mich nicht so wichtig. Mit Deinen Untersuchungen hat sich das grundlegend geändert. Ich werde mir die Mühe machen, in nächster Zeit zu untersuchen, was meine Lichtquellen und -former für ein Licht geben.

Mein Aufsteckblitz "Canon Speedlite 580EX II" kann man zoomen bzw. zoomt automatisch. Im aufgestecktem Betrieb zeigen sich bei unterschiedlichen Brennweiten lediglich kleine Ausleuchtungsschwächen in den Ecken (Vignettierung des Objektivs ist korrigiert).


Bild "Aufsteckblitz gefesselt"

Verwende ich ihn entfesselt, zeigt sich, dass er bei einer Zoomeinstellung von 24mm Brennweite eine ovale Ausleuchtungsform mit weichem Ausleuchtungsrand hat. Ist er auf 105mm gezoomt, ist die Ausleuchtungsform rechteckig und weist einen "effektvollen" Ausleuchtungsrand aus. Wie im gefesselten Zustand schwankt die Farbtemperatur zwischen 5'500K und 5'900K, was auch nicht gerade angenehm ist. Genauso wie der Umstand, dass sich E-TTL sichtbar in der Berechnung der Lichtleistung irren kann (manueller Modus beim gefesselten Blitzen -> E-TTL versuchte sich als Aufhelllicht zu profilieren).


Bild "Entfesselter Blitz"

Nun ist mir auch klar, wieso Du Unterschiede mit verschiedenen Zoomeinstellungen bei Deinen Lichtformertests feststellen konntest.

Warum der Aufsteckblitz ein rechteckiges Format hat, ist mir jetzt auch klar, schliesslich ist der Sensor ja auch rechteckig, was im gefesselten Zustand durchaus Sinn macht.

Und welche Lehren ziehe ich sonst noch aus all Deinen Untersuchungen und meinen wenigen Tests?

  1. Kenne Deine Lichtquellen
  2. Kenne Deine Lichtformer
  3. Achte beim Kauf darauf, was für ein Licht das Produkt macht
  4. Qualität zahlt sich aus, sollte einem aber nicht in den finanziellen Ruin treiben

Deine Test, Artikel und Kommentare haben mich wirklich weitergebracht. Ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich dafür bei Dir bedanken.

Heilpraktiker in Flensburg
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