Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Teil 1: Du willst ein berühmter Fotograf sein?
Teil 2: Was für ein Fotograf bist Du?
Teil 3: Das Problem der Fotoausrüstung.
Teil 4: Deine Fotos brauchen Ziele.

Ein guter Tischler reden nicht über seine Sägen, ein guter Koch nicht über seine Kochtöpfe. Beide werden viel mit ihren Werkzeugen gearbeitet haben, die Vorteile und Schwachstellen ihrer Werkzeuge kennen und einfach wissen, wann sie zu welchem Gerät greifen müssen.

Als gutem Fotografen sollte es Dir genauso gehen. Du solltest nicht überlegen oder gar den Kunden fragen müssen, zu welchem Objektiv Du nun greifen sollst.
Stattdessen weißt Du um die Eigenschaften Deines Equipments, fragst allenfalls nach gewünschten Bildeigenschaften (Vegetarisch? Fisch? Scharf? Leicht?), und suchst Dir die dazu passende Ausrüstung.

Daher: kenne Deine Ausrüstung!

Wenn Du etwas neu hast, ist es spannend, interessant. Alle Fotos nur noch mit dem neuen Fischauge, weil es die Welt so anders sieht.
Bis zu dem Zeitpunkt, wo Du alles erdenkliche damit ausprobiert hast, Dich daran sattgesehen hast.
Das ist der Zeitpunkt, wo Du anfängst, das Objektiv, die Kamera so gut zu kennen, dass Du weißt, wann sie für was gut ist.
Wo Du anfängst, sie zu beherrschen.
Viele Hobbyfotografen hören hier dann auch schon auf, kaufen sich neues Spielzeug, lernen es wieder bis zu diesem magischen Zeitpunkt kennen, wo es langweilig wird.
Wenn Du diesen Zeitpunkt, dieses Plateau, überstehst, die Ausrüstung richtig gut kennenlernst, dann wirst Du langsam richtig gut mit ihr arbeiten können.
Kamera im Spot

Daher beneide nicht den Fotografen mit vielen verschiedenen Kameras und Objektiven. Er wird wahrscheinlich seine einzelnen Ausrüstungsgegenstände nicht so gut kennen wie jemand mit nur einer Kamera und einem Objektiv, es sei denn, er benutzt es wirklich sehr viel, und er wird hin und hergerissen sein, zu welcher Kamera, welchem Objektiv er nun greift. Meist zu dem neuesten, nicht zu dem best geeignetsten.

Wenn Du über lange Zeit nur eine Kamera, ein Objektiv hast, dann wird es Dich zwar technisch vielleicht langweilen, aber Du wirst es beherrschen, und Dich auf Deine Motive, das Licht konzentrieren können.

Die beste Ausrüstung wird Dir wenig nützen, wenn Du nicht mit ihr umgehen kannst, ihre Vorzüge und Nachteile nicht kennst. Und Deine Ausrüstung lernst Du am besten kennen, indem Du sie benutzt. Aber nicht einfach ziellos irgendwie, sondern Dir Projekte suchst, bei denen Du rausfinden kannst, welche Teile Deiner Ausrüstung wofür am besten geeignet sind. Indem Du Dir Inspirationen von anderen suchst, was man damit noch machen könnte.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Du jeden kleinen Knopf, jeden Menüpunkt Deiner Kamera kennen musst wie Deine Westentasche. Doch Du solltest zumindest wissen, welche Features sie Dir bietet, und wie diese Dir vielleicht die Arbeit erleichtern oder zu besseren Ergebnissen führen können. Wissen, welche Tücken Deiner Geräte unter Umständen Bilder verderben können.

Und vor allem, indem Du Deine Ergebnisse anschaust, herausfindest, was Dir gefällt und was nicht. Es lohnt sich auch, Feedback von anderen einzuholen, aber das würde ich nicht zu hoch bewerten:

Das Feedback der meisten Leute sagt mehr darüber aus, ob sie Dich mögen, als darüber, ob sie Deine Bilder mögen. Jedenfalls, solange sie wissen, dass die Bilder von Dir sind.

Deinen eigenen Stil, oder besser, Deinen eigenen Geschmack, findest Du nicht, indem Du auf andere hörst, sondern indem Du herausfindest, was Dir selber am besten gefällt.

Teil 6: Beherrsche die Fotografie.
Teil 7: Lerne zu gestalten.

Veröffentlicht am Mi, 23. Mär 2011, 07:24 von Sam

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Handwerk und Werkzeug(Diskussion)
R. Ramer schrieb am Mi, 23. Mär 2011, 16:20

Im Beitrag hat es viele gute Tipps, die die Reihe Deiner Beiträge sehr schön ergänzen.

Ich finde es grundsätzlich nicht falsch, wenn sich jemand mehr für die technische Seite der Fotografie interessiert. Manche bevorzugen sogar, sich nur in der Postproduction zu bewegen und setzen sich in erster Linie mit Bildbearbeitungsmöglichkeiten auseinander.

Wie Du schreibst, hilft das beste Werkzeug nicht, wenn man nicht damit umzugehen weiss. Das Umgekehrte gilt aber auch: Das beste Werkzeug kann mir sehr helfen, wenn ich weiss, damit umzugehen und es richtig einzusetzen weiss.

Kann man als stolzer Besitzer einer Zeiss Ikonta C520/2 mit Novar Anastigmat und Telma Verschluss aus dem Jahre 1947 tolle Fotos machen? Ich habe es versucht und muss zugeben, dass es alleine schon wegen des sehr einfachen Suchers beinahe unmöglich ist, einen optimalen Bildausschnitt zu wähle, geschweige denn zuverlässig gute Bilder hinzukriegen.

Der Koch redet im Internet nicht so breit über seine Werkzeuge, wichtig sind sie ihm aber schon und viel Geld dafür ausgeben tut er auch. Profiköche verwenden z.B. ihr persönliches und meist sehr teures Messer-Set. Beispiel: ein Tojiro PRO 63 - Kochmesser kostet alleine schon EUR 368,00. Und genau wie der Koch habe auch ich eine Ausrüstung, die meine Arbeitsweise unterstützt und meine Kreativität möglichst nicht behindert.

Etwas neidisch auf Deinen 30'' Monitor bin ich übrigens schon, obwohl ich mich freiwillig für den kleineren CG 223W entschieden habe. Aber das hat wohl mehr mit meinem typisch männlichen Ego als mit reiner Vernunft zu tun.


Sam schrieb dazu am Mi, 23. Mär 2011, 17:36

Ja, genau, sehr schön ergänzt!

Schlechtes Werkzeug kann sehr sehr nerven! Konzertfotos mit einer Kompaktkamera? Bloss nicht! Da lernt man eine lichtstarke Vollformatkamera zu schätzen.

Genauso zuverlässig funktionierender Autofokus, oder eine Mattscheibe die zum manuellen Einstellen gut geeignet ist, oder viele andere Dinge, die man in manchen Situationen sehr gut brauchen kann. Nichts nervt mehr, als Technik, die im Weg steht statt zu helfen. Vorausgesetzt, es liegt wirklich an den Grenzen der Technik, und nicht daran, dass man nur nicht mit ihr umzugehen weiß.

Nebenher, Eizo hat grad einen 27" Monitor SX2762W rausgebracht, der deutlich günstiger als der 30" ist, aber fast genauso hohe Auflösung hat - den finde ich auch nicht uninteressant. Leider kein CG, aber inzwischen sind wohl auch die SX hardwarekalibrierbar, allerdings mit EasyPix statt ColorNavigator, was wohl eher ein Rückschritt ist.


R. Ramer schrieb dazu am Fr, 25. Mär 2011, 10:22

Du schreibst: "Die beste Ausrüstung wird Dir wenig nützen, wenn Du nicht mit ihr umgehen kannst, ihre Vorzüge und Nachteile nicht kennst.".

Ich glaube, Du sprichst da zwei Bereiche an: erstens Handhabung der Ausrüstung und zweitens Einsatzbereich und Wirkung auf die Gestaltung eines Werkzeuges. Dann wäre da noch der Betrachter. Aber lassen wir den mal aussen vor.

Meine Kamera hat am Gehäuse 27 Knöpfe und Schalter, kennt 7 Aufnahmemodi, 52 Funktionen (davon 27 Individualfunktionen) und sie kann über 58 Menueinstellungen individuell angepasst werden. Davon kenne ich nur die für mich wichtigsten wirklich gut.

Ich habe angeregt durch Deinen Artikel überlegt, welche Knöpfe und Funktonen ich so häufig brauche, dass ich bei einer neuen Kamera inkl. Objektiv diese zuerst erlernen würde:

  1. Bedienelemente für: Aufnahmemodus, Belichtungszeit, Blende, Brennweite, Schärfe, ISO, Taste für die Prüfung der Schärfentiefe
  2. Einstellungen für: Belichtungsmessmethode, Weissabgleich, Betriebsart, AF-Funktion, AF-Messfeldwahl
  3. Bedienelemente für: Wahl des AF-Messpunktes, AF-Starttaste, Speichertaste für Belichtung
  4. Ein- und Ausschalten des Bildstabilisators sowie einstellen des Stabilisierungsmodus

Diese Auswahl hat sicher auch mit meiner Art zu fotografieren zu tun, denn ich fotografiere meistens im manuellen Modus und starte den Autofokus nicht über den Auslöser sondern über eine separate Taste (AF-On). Direkt vor der Aufnahme benutze ich das Wählrad für die Blende, das Wählrad für die Verschlusszeit, den Einstellring für die Brennweite, die AF-On-Taste (ev. Korrektur durch manuelle Fokussierung) und den Auslöser. Seltener die Fokustpunktwahltaste und die ISO-Taste. All dies kann ich mit dem Auge am Sucher bedienen. Meine Frau verwendet den Automatikmodus, die AF-On-Taste sowie den Auslöser und macht auch gute Bilder.

Dann wäre da noch der Systemblitz, wobei es eigentlich zwei sind, die ich häufig rein manuell mit Funkauslöser einsetze. Auch der Blitz hat 7 Bedienelemente und diverse Individualfunktionen.

Wenn ich das alles mit dem Koch und seinen Kochtöpfen und Messern vergleiche, bekomme ich den Eindruck, dass der Fotograf recht komplizierte Werkzeuge einsetzt. Geht das nicht auch einfacher? Meine Zeiss Ikonta hat 4 Bedienelemente sowie 0 Funktionen und macht auch Fotos! Leider ist in der Fotografie einfacher nicht gleich besser.

Auch wenn ich meine Ausrüstung kenne, ist das noch kein Garant für gute Bilder. Wie Du schreibst muss ich auch die Vorzüge und Nachteile sowie den Einsatzbereich kennen. Genügt das, um gute Bilder machen zu können? Irgendwie fehlt da noch die Kreativität und die geschickte Wahl der Gestaltungsmittel, die nicht alleine von der Ausrüstung abhängig sind.

Ich habe mir das alles nie so richtig überlegt, betrachte ich aber alles obig beschriebene und nehme noch das nötige Wissen über Gestaltung und Gestaltungsmittel der Fotografie dazu, wird mir klar, wieso auch die beste Ausrüstung nicht zu guten Bildern führen muss.

Wie Du auch schon im Zusammenhang mit dem Verkauf von Bildern von Tanzveranstaltungen feststellen musstes, ist die Wertschätzung von guten Bildern nicht sehr hoch. Liegt es daran, dass ja jeder mit seinem Mobiltelefon ganz einfach Fotos machen kann? Oder sind wir durch all die Bilder in den Medien an ein so hohes Niveau gewohnt, dass uns erst dann bewusst wird, wie schwer es ist, gute Bilder zu machen, wenn wir es selber versuchen?

Als ich mit fotografieren angefangen habe, stand die Bedienung der Kamera im Vordergrund. Ein technisch gutes Bild war ein Erfolgserlebnis und nicht einfach zu erreichen. Die Bilder waren aber nicht wirklich gut. Ich habe dann lange gebraucht, um herauszu finden, dass es nicht nur an der Ausrüstung und der Bedienung derselben liegt und die Drittel-Regel kein Garant für gute Bilder ist. Heute starte ich mit der Bildidee, überlege mir, welche Gestaltungsmittel ich einsetzen könnte, mache Shot-Listen und vieles mehr, um zu guten Bildern zu kommen. Manchmal wünschte ich, ich hätte eine Kompaktkamera und müsste für ein gutes Bild nur zielen und abdrücken.


Sam schrieb dazu am Fr, 25. Mär 2011, 10:59

Ich sollte Dir meine Entwürfe vorab schicken, Du machst immer richtig gute Einwände zu Dingen, die ich vergessen habe aufzuschreiben :)

Die Gestaltung kommt noch (geplant für Teil 8 der Serie), aber womit Du völlig recht hast:

Muss ich alle Funktionen meiner Kamera kennen, um gute Fotos zu machen?

Nein, ganz klar nicht. Du musst nur die kennen, die für Dich, für Deine Fotografie wichtig sind.

Die Herausforderung ist, herauszufinden, welche Funktionen das sind. Dafür könnte es sich lohnen, zumindest einmal zu überfliegen, was für Funktionen die Kamera denn eigentlich hat.


Sandra schrieb dazu am Fr, 25. Mär 2011, 13:03

Mit Deinem Artikel hast Du absolut Recht: Man sollte seine Ausrüstung gut kennen. Sei es natürlich klar die Kamera, aber auch seine Objektive-was setze ich wo am geschicktesten ein etc.
"Rumdoktorn" in diesem einen Moment kann dazu führen,das das vermeintlich super Motiv quasi weg ist.

Im Zusammenhang mit Personen ists für das Model mehr als anstrengend, wenn der Fotograf nur rumprobiert und nicht so recht weiß,was er tut Tongue out

Den Schwenk zu dem Ergebnis habe ich in Deinem Blogpost zunächst nicht so recht verstanden. Kenne Deine Ausrüstung zu dem Ergebnis des Bildes. Aber nachdem ich dann 2-3 mal länger gelesen habe, macht es schon irgendwie Sinn Smile

Klar-tolle Ausrüstung führt nicht unbedingt zu besseren Ergebnissen. Diese zu kennen und entsprechend zu nutzen unterstützt nur das, was schon da ist, oder sagen wir:Macht einiges leichter.

 

 


R. Ramer schrieb dazu am Fr, 25. Mär 2011, 15:06

Ich freue mich auf Deinen 8. Teil. Er wird für mich sicher wieder sehr anregend sein und mir wie schon die anderen Teile Deiner Serie dabei helfen, meine eigene Sichtweise zu hinterfragen und mir Gedanken zu bisher nicht beachteten Themen zu machen.

Wohl die meisten Kamerabesitzer fotografieren rein zu privaten Zwecken und gehören zur Kaste der Schnappschuss-Fotografen, also zur untersten Stufe in der Hierarchie. Hier werden meist Kompaktkameras eingesetzt, die lange nicht so imposant sind wie eine richtige DSLR mit Telezoom. Martin Schuster meint in seinem Buch "Fotos sehen, verstehen, gestalten" auf Seite 114: "Möglicherweise ist die Kamera zum einen ein "Symbol" für phallisches Präsentieren, speziell wenn sie ein Teleobjektiv rohrartig auf ihr Objekt richten". Soweit würde ich nicht gehen und es stellt sich mir eher die Frage, ob es für die Alltagsfotografie wirklich ein dickes Rohr braucht. Professor Schuster untersucht in seinem Buch auch die Beweggründe, nicht kommerzielle Fotos machen zu wollen. Die Erinnerung scheint das wichtigste Motiv zu sein und sollte auch ein guter Grund sein, Fotos zu machen.

In irgend einem Deiner Artikel hast Du erwähnt, dass Du vor lauter Technik Dich nicht mehr voll auf das Geschehen konzentrieren konntest und Deine Frau ohne sich um all die technischen Raffinessen zu kümmern die wirklich guten Bilder nach Hause brachte. Womit wir dann beim "Das Problem der Fotoausrüstung" und deren Beherrschung wären.

Für welchen Bereich der Fotografie brauche ich welche Funtkionen? Was sollte der Schnappschuss-Fotograf an Funktionen seiner Kamera beherrschen? Ich denke, das hängt von den Motiven ab, die er fotografieren will und zu welchem Zweck er fotografiert. Hier stichwortartig meine Überlegungen zur Alltagsfotografie:

Bin ich als Knippser mit meiner Kompaktklamera unterwegs muss ich wissen, wie das mit dem Autofokus meiner Kamera funktioniert, damit das Richtige scharf ist. Dann wäre es noch gut, wenn ich weiss, welche Szene-Modi es gibt und wie ich zwischen diesen wechseln kann. Und wie ich das Auslösen des Blitzes verhindern kann, ohne in gewaltsam ins Gehäuse zurückzudrücken, wäre auch noch hilfreich. Mehr Funktionen brauche ich für ein Erinnerungsfoto eigentlich nicht. Kommen dabei wettbewerbsfähige Fotos heraus? Ist doch gar nicht wichtig, wenn ich  Erinnerungsfotos machen will, die laut den Untersuchungen von Martin Schuster sowieso nur kurze Zeit nach dem Erlebnis noch angesehen werden und spätestens nach einem Jahr gar nicht mehr. Also darf sich auch der technische, finanzielle und gestalterische Aufwand in Grenzen halten.

Und wenn ich ein ambitionierter Amateur bin, wozu ich mich zumindest im Privaten zähle? Ich habe eine Einsteiger-DSLR (Canon EOS 450D) mit einem Telezoom (18-200mm f 4.0-5.6, Bildstabilisator). Ich mag diese Kombination und habe sie eigentlich immer dabei, weil sie nicht allzu schwer ist und technisch recht gute Bilder liefert. Zudem dient sie mir als Zweitbody. Komme ich zufällig an einem Motiv vorbei, das mich wirklich begeistert, vermisse ich dann schnell meine Profi-Ausrüstung, die zum Herumtragen eine Zumutung ist. Ich kann mit meiner kleinen eigentlich alles machen. Sie lässt sich aber nicht so schnell bedienen wie meine grosse und die Schärfentiefe kann ich auch nicht immer nach meinem Wunsch festlegen. Dann wäre da noch der geringe Makrobereich und mein leichtes Stativ, das schon etwas wacklig ist.

Sandra erwähnt das Fotomodel, dessen Job auch nicht einfacher wird, wenn der Fotograf seine Ausrüstung nicht beherrscht. Es rennt wenigsten nicht gleich weg wie andere Motive. Fotografieren auf hohem Niveau ist keine leichte Aufgabe, denn nicht einmal die Beherrschung der Ausrüstung ist ein Garant  für ein schönes Foto eines schönen Models.


Sam schrieb dazu am Fr, 25. Mär 2011, 18:50

@Sandra, ja, der Schwenk zum Ergebnis ist mir nicht gelungen. Ich weiß ehrlich gesagt auch gar nicht so richtig, warum er hier reingerutscht ist :)

Freut mich, wenn Du dennoch was damit anfangen konntest! Und gerade wenn man Menschen fotografiert, verlieren sie schnell ihre Energie und sehen dann auf Fotos schnell angestrengt aus, oder genervt, wenn der Fotograf sein Equipment nicht beherrscht (immer auf die Augen achten).

Professionelle Models können ihre Energie besser für mehr Fotos wieder aufbauen. Hängt immer davon ab, was für ein Mensch grad vor der Kamera steht.

@Roger, "Fotos sehen, verstehen, gestalten" sieht die Kamera ja auch als Talisman, der einem eine besondere Position verleiht und Sicherheit gibt, was ich auch eine sehr interessante Ansicht finde.

Für Erinnerungsfotos reicht heutzutage ja schon ein Handy statt einer Kamera, an diese Fotos hatte ich bei meiner Serie hier gar nicht gedacht. Mir geht es mehr um die künstlerische Fotografie, oder die Auftragsfotografie. Halt dort, wo es um mehr geht, als um Erinnerungen. Wo Informationen oder Gefühle transportiert werden sollen, oder etwas in Szene gesetzt wird.

Denn irgendwo denke ich, dass viele ambitionierte Fotografen da gerne hin möchten: zur Fotografie, die mehr ist als nur eine Erinnerung an etwas.


R. Ramer schrieb dazu am Sa, 26. Mär 2011, 18:06

Ja, viele wollen mehr, als nur Schnappschüsse machen und da hilft ihnen Dein Blog sicher weiter.

Will ich ein Erinnerungsfoto machen, das mehr ist, als eine halbwegs brauchbare Krücke zur Erinnerung an einen speziellen Moment, muss ich auch ein solches Foto gut gestalten. Dazu brauche ich Kreativität, geeignete Werkzeuge und muss mein Handwerk beherrschen. Genau wie für jedes andere Foto, bei dem ein Bildbetrachter, der die abgebildete Szene nicht selbts miterlebt hat, erkennen sollte, was der Fotograf mit seinem Foto aussagen und bewirken will.

Kamera und Objektiv für sich genommen bieten grundsätzlich folgende Gestaltungsmittel: Schärfe, Schärfentiefe (Blende), Bewegungsunschärfe (Verschlusszeit), Belichtung (Kombination Blende/Zeit/ISO), Bildformat (Hoch- oder Querformat, Seitenverhältnis meist fest), SW- oder Farbaufnahme, Farbbehandlung (Weissabgleich, Filter), teilweise die Einstellgrösse (Brennweite) und den Moment (Auslöser).

Damit ergibt sich für mich auch, was ich an einer Kamera beherrschen muss. Will ich dann auch noch den flüchtigen Moment einfangen können, muss ich das alles wie im Schlaf beherrschen. Dann kommt noch das Wissen um die Wirkung obiger Gestaltungsmittel dazu, was aber noch nicht sicherstellt, das ich ein schönes Bild eines schönen Models hinkriege. Aber es ist ein guter Anfang. Es fehlen noch ein paar Gestaltungsmittel, die ich dafür auch noch beherrschen sollte und nichts mit der Kamera direkt zu tun haben.

Bin gespannt auf den weiteren Verlauf der Serie und die Diskussionen.

 

 

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