Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Teil 1: Du willst ein berühmter Fotograf sein?
Teil 2: Was für ein Fotograf bist Du?

Fotografieren tu ich seit Jahrzehnten, doch erst mit dem Kauf meiner ersten digitalen SLR in 2004 habe ich angefangen, mich so richtig ernsthaft mit der Fotografie zu beschäftigen; habe sehr viel Zeit und Geld und Arbeit in dieses Thema investiert. Zum einen als Hobby, aber irgendwie auch mit diesem "das könnte mein Traumberuf sein"-Gefühl, was, wenn man Blogs und Foren glaubt, viele Hobbyfotografen haben.

In den letzten Monaten habe ich mich nun mehr und mehr mit der Frage beschäftigt:

Was will ich wirklich?

Habe mich selber beobachtet, reingefühlt, was ich gerne mach, aufgepasst, was mir leicht fällt.

Dabei sind mir ein paar Dinge aufgefallen: dass mir Bildbearbeitung wenig Spaß macht. Dass ich nicht (mehr) den Drang habe, alles fotografisch festzuhalten was ich sehe. Dass ich ziemlich realistisch bin, was die Verwendung eines Fotos angeht ("das wird eh keiner sehen oder sich gar an die Wand hängen wollen - nicht mal ich selber").

Dazu kommt, dass ich nur wenig Visuell denke, sondern meist eher inhaltlich analytisch.

Ich habe viel Spaß daran, Fototechniken und Equipment auszuprobieren (analytisch), fotografiere auch sehr gerne, aber nachdem diese Anfangsbegeisterung für etwas neues ein wenig abgeklungen ist, stelle ich fest, dass, wenn ich die völlig freie Wahl habe, Fotografieren und das drumherum zwar viel Spaß machen, es aber andere Dinge gibt, die ich tatsächlich noch lieber mache.

Für mich ist es sehr befreiend festzustellen:

Fotograf ist nicht mein Traumberuf.

Natürlich werde ich auch weiterhin fotografieren, und auch weiter lernen, doch ich werde es auf das angemessene Niveau eines Hobbies zurückfahren, den Anspruch loslassen, im Bereich der Fotografie professionell zu werden.

Was mich hingegen immer noch richtig begeistert, ist ein Hobby, das ich mit 17 zum Beruf gemacht habe, und auf das ich jetzt wieder mehr Energie konzentrieren werde: programmieren. Die Fotografie wird ganz klar das, was sie für mich eigentlich schon lange war:

Ein Werkzeug, dass ich einsetze, wenn es mir sinnvoll scheint.

Daher empfehle ich jedem, sich gründlich damit auseinanderzusetzen, was ihr wirklich gerne tut, was euch richtig begeistert. Ob das wirklich die Fotografie ist, oder ob es nur eine oberflächliche Begeisterung ist. Wäre ja doof, in einem Beruf zu landen, der dann doch besser ein Hobby geblieben wäre.

Teil 3: Das Problem der Fotoausrüstung.
Teil 4: Deine Fotos brauchen Ziele.
Teil 5: Beherrsche Deine Foto-Ausrüstung.
Teil 6: Beherrsche die Fotografie.

Veröffentlicht am Fr, 19. Nov 2010, 06:25 von Sam

Knipser - Amateur - Professioneller(Diskussion)
R. Ramer schrieb am Do, 25. Nov 2010, 09:28

Nicht nur Berufsfotografen liefern professionelle Fotografien. Gerade bei Presse- und Hochzeitsfotografen ist das fachliche und künstlerische Niveau häufig arg tief.

Mir ist eigentlich egal, ob ein Bild, das mich anspricht, ein Professioneller oder ein Amateur gemacht hat. Bilder, die mich ansprechen, zeigen ein hohes handwerkliches Können, einen künstlerischen Anspruch und lassen mich erkennen, wieso der Fotograf das Bild aufgenommen hat. Gerade die Berufsfotografen unserer Lokalzeitung liefern meist leidlich passable Bilder ab, die kaum Begeisterung für das Thema zeigen und weil es wohl gerade Mode ist, schlechten oder unnötig eingesetzten "Stobist-Style" verwenden (unterbelichteter Hintergrund und geblitztes Motiv).

Dein Artikel «Praxiseinsatz: Tanzmode fotografieren» hat mir sehr gut gefallen, denn er zeigt, wie stark Du Dich mit dem Thema auseinander gesetzt und bemüht hast, besser zu werden um des Resultates willen. Zudem war es für mich beruhigend zu erfahren, dass nicht nur ich so meine Schwächen im Umgang mit Models habe. Wir, die wir nicht von der Fotografie leben können oder wollen, können uns durchaus das Ziel setzten, nicht dilettantische sondern professionelle Bilder zu machen.

So hoffe ich denn, dass Du das Fotografieren nicht auf «das angemessene Niveau eines Hobbies» zurückfährst, sondern «den Anspruch» NICHT lässt, «im Bereich der Fotografie professionell zu werden». Damit wir uns nicht falsch verstehen, hier was Wiki zu «Profi» und «professionell» meint und sich mit meinem Verständnis deckt:

«Ein Profi, Kurzwort von veraltend Professionist, ist jemand, der im Gegensatz zum Amateur oder Dilettanten eine Tätigkeit beruflich oder zum Erwerb des eigenen Lebensunterhalts als Erwerbstätigkeit ausübt.»

«Der Begriff Professionalität, vor allem das Adjektiv professionell, wird auch als Kennzeichnung der Art der Ausübung einer Tätigkeit verwendet, vielfach unabhängig davon, ob dies gegen Bezahlung geschieht. Diesem Begriff wird ebenfalls zur Beschreibung der Qualität eines Produktes verwendet, insbesondere die Eignung als zuverlässiges Werkzeug zur Berufsausübung (beispielsweise professionelle Software).»


Sam schrieb dazu am Do, 25. Nov 2010, 17:30

Ja, stimmt, meine Anmerkung zum Niveau ist irreführend:

Mein Ziel ist nicht, die Qualität auf Hobby-Niveau runterzufahren, sondern "nur" meinen Zeiteinsatz.

Also eher weniger fotografieren, dann aber gerne gut und mit vollem Einsatz.

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