Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Als ich vor einiger Zeit in einem Forum zu einem Foto schrieb, es sei doch etwas arg unterbelichtet, schrieb der Fotograf voller Überzeugung zurück, das würde einzig an meinem Monitor liegen, der sei zu dunkel eingestellt: Ein Monitor müsse so hell eingestellt sein, dass man den Unterschied zwischen RGB 0/0/0 und 1/1/1 sehen könne und verwies mich auf ein Testbild, wo man das drauf sehen könne.

Ich habe hier zur Veranschaulichung mal ein Testbild mit sechs verschiedenen Farben drauf erstellt: der Hintergrund ist reines Schwarz (0/0/0), in den Ecken stehen groß die Zahlen 05, 10, 15 und 20, jeweils in RGB 05/05/05, 10/10/10, 15/15/15 und 20/20/20. In der Mitte steht ein Text mit RGB 1/1/1:

Schwarz auf Schwarz

Auf meinem Monitor war tatsächlich zwischen 0/0/0 und 1/1/1 kein Unterschied zu sehen (wie ich inzwischen weiß, ist das gut so). Ich war etwas irritiert, weil ich mir erst kurz zuvor einen Monitor samt Colorimeter (*)  gekauft hatte und sicher war, dass mein Bildschirm korrekt kalibriert war. Der andere Fotograf sagte ebenfalls, sein Bildschirm sei korrekt kalibriert, an ihm könne es also nicht liegen.

Was ich nicht wusste: während bei meinem hardwarekalibrierten Eizo Colorgraphic (*) Monitor die Helligkeit bei der Kalibrierung über die Software eingestellt wird, ist das bei dem Kalibrieren von normalen Monitoren über ein Colorimeter nicht so. Dort werden zwar die Farben kalibriert und von der Software eingestellt, die Helligkeit stellt man aber weiterhin manuell ein, wodurch selbst bei sauber kalibrierten Monitoren die Helligkeit oft falsch eingestellt ist.

Zum Glück fiel mir die entscheidende Frage ein, um herauszufinden, dass sein Monitor zu hell war: ich fragte ihn, wie hell Ausdrucke von seinen Bildern sind - er gab zu, sie seien dann viel zu dunkel; wenn er Bilder drucke, würde er sie vorher immer sehr stark aufhellen.

Seitdem achte ich viel stärker auf die Helligkeit von Monitoren, habe schon oft in Foren Leute getroffen, die ständig sehr dunkle Bilder hochladen, einfach nur weil ihr Monitor zu hell eingestellt ist. Daher mein Aufruf:

Stellt euren Monitor nicht zu hell ein!

RGB 1/1/1 darf gerne genauso tiefschwarz aussehen wie 0/0/0. Selbst 5/5/5 muss man nicht von Tiefschwarz unterscheiden können. Bei 10/10/10 fängt es an, dass man es von Tiefschwarz unterscheiden können sollte, aber auch das ist kein Anhaltspunkt für die Einstellung der korrekten Helligkeit.

Achtet darauf, dass die Helligkeit des Monitors vom Eindruck her mit der eines Ausdruckes vergleichbar ist, damit ihr beim Drucken die Resultate bekommt, die ihr erwartet. Und für die Augen ist es auch besser, nicht in einen extrem hell leuchtenden Monitor zu sehen.

Gerade Notebooks sind hier ein Problem: auf meinem Notebook kann ich zB die dunklen Farben noch sehr gut unterscheiden, das supermoderne LED-Display hat einfach eine flaue Wiedergabe und ist daher für Bildbearbeitung denkbar ungeeignet.

Und hier findet ihr eine sehr schöne Erklärung, wie man seinen Monitor gerade in Bezug Helligkeit korrekt einstellt (Helligkeit - Farbe würde ich nicht versuchen manuell einzustellen).

Natürlich spielt die Helligkeit des Umgebungslichts eine wichtige Rolle: wenn ich in einem abgedunkelten Raum sitze brauche ich eine geringere Helligkeit als in einer lichtdurchfluteten Umgebung.

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Veröffentlicht am So, 19. Sep 2010, 08:34 von Sam

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Meine Lösung(Diskussion)
b_key schrieb am Fr, 01. Okt 2010, 15:34

Ich hatte lange Zeit das selbe Problem und habe mich dann entschieden einen Pantone huey zu kaufen. Das war sehr gut investiertes Geld, da er die Helligkeit des Monitors in einstellbaren Zeitabständen der Raumhelligkeit anpasst und die Farben kalibriert.


Sam schrieb dazu am Mo, 04. Okt 2010, 06:43

Dazu hätte ich zwei Fragen:

Wie regelt die Software die Helligkeit? Sie kann ja nicht rausgreifen und den Regler drehen, oder?

Auf welche Helligkeit (cd/m²) regelt die Software den Monitor ein?


b_key schrieb dazu am Mi, 13. Okt 2010, 21:35

hmmm, da habe ich mich in was reingeritten ... ehrlich gesagt weiss ich es nicht, auch nachdem ich gegoogelt habe :-S


Sam schrieb dazu am Do, 14. Okt 2010, 06:14

Was tut er denn, wenn die Helligkeit sich ändert? Das müsste ja sichtbar sein, oder?

Der Spyder3 fragt wohl nach, wenn das Umgebungslicht sich verändert, ob man nicht neu profilieren möchte (habs selber noch nicht probiert).

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