Sam Jost
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Scharfe Fotos mit der Digitalkamera

(zum Inhaltsverzeichnis der Anleitung für entfesseltes Blitzen)

Was ist entfesseltes Blitzen?

Den Blitz zu entfesseln bedeutet in der Fotografie, den Blitz von der Kamera zu entfernen. Also weder mit dem eingebauten Kamerablitz zu fotografieren, noch mit einem direkt auf der Kamera befindlichen Aufsteckblitz, sondern stattdessen den Blitz von der Kamera zu entfernen, so dass das Licht aus einer anderen Richtung als von der Kamera kommt.

In dem Moment, wo der Blitz sich nicht mehr direkt bei der Kamera befindet, spricht man vom entfesselten Blitzen.

Rose im Sonnenuntergangslicht

Warum sollte man das können? 

Licht ist bei Fotos ein wichtiger Faktor. Logisch, denn ohne Licht wär das Foto ja nur Schwarz. Gute Innenarchitekten und Innenausstatter machen sich viel Gedanken ums Licht: wo kommt es her, wie kommt überall was hin, was wirkt gemütlich. Genauso ist Licht sehr wichtig für Läden, damit die Ware gut aussieht, für Kneipen, damit es gemütlich ist, für Büros für vernünftiges Arbeiten, auch in unseren Wohnräumen legen wir viel Wert auf gutes Licht und besonders bei Konzerten und Film wird sehr viel Wert auf das Licht gelegt.

Wo so viel Überlegungen und Wert auf das vorhandene Licht gelegt wurde, ist es eine gute Idee, sich an diesem Licht zu orientieren.

Doch es gibt auch genug Stellen, wo das vorhandene Licht einfach nur fürchterlich ist. Wo entweder gar keine Überlegung in die Lichtsetzung geflossen ist, wo Licht ausgefallen ist, wo warme Glühbirnen durch hässlich grün leuchtende Energiesparbirnen ausgetauscht wurde, wo nur minimales Licht und das auch noch hinter den Leuten ist, oder wo wir einfach Fotos an einer Stelle machen wollen, die in dieser Form nie dafür geplant wurde.

Für diese Fälle, wo das vorhandene Licht uns nicht gefällt, es nicht zu dem passt, was wir für unser Foto brauchen, ist es super, wenn wir unser eigenes Licht setzen können.

Der transportabelste Weg, eigenes Licht zu setzen, sind entfesselte Blitze.

Natürlich wären richtige Lampen, also Dauerlicht, einfacher. Man würde sofort sehen, wohin das Licht fällt, was für Auswirkung es auf das Foto hat. Doch eine Lampe mit der Leistung, die ein kleiner Blitz aufbringen kann, ist groß und wiegt ein Vielfaches, lässt sich also nicht so einfach irgendwo platzieren. Dazu braucht jede solche Lampe einen Stromanschluss oder eine richtig dicke Batterie, sie entwickelt meist viel Wärme, alles Faktoren, die den Einsatz von Dauerlicht problematisch machen und die bei den kleinen Aufsteckblitzen nicht auftreten.

Daher lohnt es sich, das entfesselte Blitzen mit den kleinen Blitzen zu lernen.

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Veröffentlicht am So, 27. Nov 2011, 08:46 von Sam

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Helfer in der Not(Diskussion)
R. Ramer schrieb am Mo, 19. Dez 2011, 11:57

Ich schätze meinen beiden Systemblitze, weil sie klein, leicht und damit sehr portabel sind. Ich kann einen Systemblitz schnell in Betrieb nehmen und Dank Messautomatik einfach handhaben. Aufstecken - einschalten - bereit!

Systemblitze haben systembedingte Nachteile: sie haben eine kleine Leuchtfläche und geben ihr Licht aus Richtung der Kamera ab. Das führt zu harten Schatten und geringer Formmodellierung. Es gibt verschiedene Techniken, um diese Nachteile zu milder. Eine davon ist, den Blitz von der Kamera zu nehmen und ihn entfesselt einzusetzen. Will ich auch noch weicheres Licht, muss ich die Leuchtfläche mit geeigneten Mitteln vergrössern. Das alles geht aber nur mit mehr Material, Technik, Wissen, Aufwand und Geld.

Mit Systemblitzen und entsprechendem Zusatzmaterial ist es durchaus möglich, eine klassische Dreipunktbeleuchtung aufzubauen. Dazu brauche ich "nur" drei Systemblitze, drei Stative, mindestens 1 Lichtformer, bevorzugt einen Funksender und drei Empfänger. Will oder kann ich nicht auf TTL verzichten, wirds richtig teuer. Ist das noch sinnvoll? Wo ist die Grenze, an der eine andere Lichtquelle besser geeignet ist? Wo ist der entfesselte Blitz allem anderen überlegen und wo reicht auch der aufgesteckte Blitz?


Sam schrieb dazu am Do, 22. Dez 2011, 22:54

Die Abgrenzung zwischen den verschiedenen Systemen ist immer wieder spannend. Allerdings sind Studioblitze nicht mein Fachgebiet, ich hab zwar mal mit welchen fotografiert, aber nur bei jemand anders an der Fotoanlage, da fehlt mir einfach die eigene Erfahrung zu.

Ich hab irgendwie die Tendenz, wenn ich eh Strom brauch, dann doch gleich Dauerlicht einzusetzen. Wobei Studioblitze durchaus ihre Vorteile haben, aber es fragt sich halt immer: brauch ich die? Vielleicht weiß ich ja einfach (noch) nicht, was ich da vermissen könnte.


R. Ramer schrieb dazu am Fr, 23. Dez 2011, 00:41

Mir geht es gar nicht so sehr um die Abgrenzung zwischen den Systemen sondern viel mehr um die Frage: Welches ist der optimale Einsatzbereich des entfesselten Blitzens?

Viele von uns Amateuren besitzen zumindest einen Systemblitz. Wenn ich nun noch ein Leuchtenstativ, einen Durchlichtschirm und einen Funkauslöser anschaffe, kann ich entfesselt blitzen. So ausgerüstet komme ich bei Bedarf schnell zu besserem Licht ohne gleich eine schwere Ausrüstung mitschleppen zu müssen.

Wenn ich aufwändigere Lichtkonzepte wie z.B. eine 3-Punkt-Beleuchtung mit weichem Führungslicht, Fülllicht und Haarlicht realisieren möchte, geht das mit Systemblitzen. Aber dazu benötige ich schon einiges an Material. Und je präziser ich die Lichtführung haben will, desto stärker bekomme ich die systembedingten Nachteile der Systemblitze zu spüren. Das zeigen Deine Untersuchungen mit dem Beauty Dish. So habe ich mir gesagt: "Systemblitz, bleib bei deinen Leisten".

Für mich stellt sich nun die Frage, wo ich das entfesselte Blitzen optimal einsetzen kann und wo der sinnvolle Einsatz endet - wenn überhaupt.

Gibt es für Dich nach all Deiner Erfahrung mit dem entfesselten Blitzen und den vielen Tests von passenden Lichtformern einen optimalen oder vernünftigen Einsatzbereich für das entfesselten Blitzen oder ist er grenzenlos?


Sam schrieb dazu am Fr, 23. Dez 2011, 22:19

Ich glaub das ist wie mit den meisten Werkzeugen: du kannst auch mit einer Handsäge gute Holzarbeiten machen, aber mit großen Tischlermaschinen geht es einfacher von der Hand. Allerdings auch nur, wenn man mit den Dingern umgehen kann.

Und das denke ich ist bei Blitzen so ähnlich. Mit den kleinen Blitzen kann man sehr viel machen, doch einiges wird mit Studioblitzen sicher einfacher sein. Dennoch benutze ich bei einem ernsten Shooting lieber meine kleinen als einen gemieteten Studioblitz, den ich nicht kenne. Einfach weil ich bei den Aufsteckblitzen ziemlich jede Tücke kennengelernt habe und weiß, wie ich damit umgehen muss.

Und ich denk, dass ist auch das wichtigste: das man seine Lichttechnik kennt und weiß, was damit noch geht und was nicht. Und das man Wege weiß, wie man um die Grenzen herumarbeiten kann.

Heilpraktiker in Flensburg
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