Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Als mich vor weit über einem Jahr ein Immobilienmakler fragte, ob ich nicht mal bei ihm meine Bilder ausstellen möchte, war ich erstmal total überfordert. Klar, ich hatte ein paar Bilder, die hier oder dort an der Wand hingen, aber für eine Ausstellung auf keinen Fall genug. Und ich hatte auch überhaupt keine Idee, unter welchem Thema ich die Bilder wählen sollte. Als Thema, meinte der Makler, würde "Bilder von Sam Jost" völlig ausreichen, doch ich war eindeutig noch nicht bereit für diesen Schritt.

Doch der Gedanke einer Ausstellung gärte langsam in meinem Kopf weiter. Ich überlegt, was für Bilder ich ausstellen wollen würde, plante teilweise extra Fotos dafür. Ich schaute mir Ausstellungen mit anderen Augen an, schaute mir die ausgestellten Bilder an. Dabei fiel mir eine Frage ein, sowohl zu anderen Ausstellungen wie auch meiner:

Warum stellst Du Bilder aus? 

Manche Ausstellungen, die ich besucht habe, dokumentieren etwas, oft soziale Missstände.

Für eine Ausstellung wurden bedürftigen Familien Einwegkameras gegeben, damit diese ihren Alltag fotografieren können und aus diesen Fotos dann die Ausstellung gemacht. Bei einer anderen Veranstaltungen stellte ein Verein seine Vereinsgeschichte mit Bildern dokumentiert aus. Eine andere Ausstellung dokumentierten die Reise einer Fotogruppe durch ein fremdes Land. Bei diesen Ausstellungen stand das erzählen einer Geschichte im Vordergrund.

Und dann gab es Ausstellungen, deren Fotos nicht so recht dokumentierten, sondern wo die Bilder so ausgesucht waren, dass jedes für sich stehen konnte. Auch waren diese Bilder größer und schöner gerahmt. Bei diesen Ausstellungen stand eindeutig der Verkauf der Fotos im Vordergrund.

Es gab auch Zwischendinge, wie die Arbeiten einer Fotogruppe, bei denen manches Foto eine Geschichte erzählte, andere eher für den Verkauf gedacht schienen. Auch gab es Ausstellungen, wo weniger Inhalte dokumentiert werden, sondern wo der Fotograf seine besondere Sichtweise der Welt zeigt. Und es gibt Ausstellungen, die weder dekorativ sind noch eine Geschichte erzählen, wo mir nicht klar geworden ist, warum der Fotograf ausstellt. Hier hatte ich den Verdacht, dass der Fotograf selber das auch nicht so recht wusste. Ebenfalls gesehen habe ich, dass ein Fotograf in seiner Stammkneipe ausstellte und es dabei mehr darum zu gehen schien, sich mal mit seinen Bildern zu zeigen, als etwas zu dokumentieren oder zu verkaufen 

Was macht eine dokumentarische Ausstellung aus?

Ein großer Unterschied ist die Qualität der Bilder: Bei einer dokumentierenden Ausstellung geht es um Inhalte. Dann ist es nicht wichtig, wie viele cm das Foto groß ist. Es ist nicht wichtig, was für einen Rahmen es hat. Wichtig ist, dass die Inhalte erkennbar sind und rüberkommen. Bei dokumentarischen Ausstellungen hängen üblicherweise auch deutlich mehr und dafür kleinere Bilder an den Wänden. Ausstellungen mit 50 oder mehr Fotos waren hier keine Seltenheit. Üblicherweise werden die Bilder aus solchen Ausstellungen nicht verkauft, die Ausstellungen werfen keinen Gewinn ab. Entsprechend sollte der Druck und die Rahmung nicht zu teuer sein. Oft sind es Fotoabzüge in Größen von 10x15cm bis 20x30cm, die Rahmen werden für gern für mehrere Ausstellungen wiederverwendet.

Was macht eine künstlerische Ausstellung aus?

Steht der Verkauf der Bilder im Vordergrund, werden meist weniger Bilder gezeigt, diese dafür aber größer. Wie groß hängt von den Motiven und der Laune des Fotografen ab, aber es werden eher selten schlichte Fotoabzüge vom Großlabor sein. Stattdessen werden eher Drucke aufgehängt, beliebt ist Leinwand auf Keilrahmen, weil es günstig ist und schnell nach einem "echten" Bild aussieht. Bei den Rahmen wird stärker darauf geachtet, dass diese gut aussehen und durchaus etwas hochwertiger sind. Keilrahmenbilder bekommen teilweise Schattenfugenrahmen.

Im Detail ist es dann sehr unterschiedlich, wie die Fotografen das handhaben: Einige verkaufen die Bilder so wie sie hängen mit Rahmen und allem. Andere haben die Bilder nur als Muster hängen und drucken die gewünschten Motive dann für den Käufer neu in gewünschter Größe auf gewünschtem Material.

Im Gegensatz zur dokumentarischen Ausstellung steht bei dieser Ausstellung auch oft ein Preis an den Bildern oder es gibt eine Preisliste, da der Verkauf ja ausdrücklich gewünscht ist.

Ich mache Bilder für Wände

Der Flensburger Hafen

Für mich war klar: Ich habe nicht vor, eine Geschichte zu erzählen oder etwas zu dokumentieren.

Mein Ziel sind schöne Bilder für Wände. Bilder, die einzeln für sich stehen, hochwertig gedruckt und schön gerahmt sind. Bilder für den Verkauf.

Die Auswirkung auf die Bildauswahl

Beim Betrachten oder Aufnehmen eines Fotos für die Ausstellung hatte ich ein paar Vorgaben:

In Frage kommende Bilder habe ich mir in einer Lightroom-Sammlung gemerkt. 

Mein weiteres Vorgehen mit den ausgewählten Fotos kommt in Teil 2.

(*) Dies ist ein affiliate Link - wenn ihr über diesen Link etwas kauft, bekomme ich eine kleine Provision ab - euer Preis ändert sich dadurch nicht.

Veröffentlicht am Sa, 03. Jan 2015, 17:13 von Sam

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