Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Das letzte Interview in dieser Serie ist mit der Hobbyfotografin Ann-Christin Lohmann über Ihre Erfahrungen mit Ausstellungen:

Bild von Ann-Christin Lohmann

1) Erst einmal Deine Vorerfahrung: Hast Du bereits ausgestellt? Vielleicht sogar mehrere Ausstellungen zu verschiedenen Themen?

Ich habe bisher fünf Ausstellungen durchgeführt, zwei davon allein und drei weitere zusammen mit dem Fotoclub Blende 13 aus Husum. Zum ersten Mal ausgestellt habe ich in der Boutique chicSaal in Husum in Zusammenarbeit mit der Inhaberin Conny Nagel im Frühjahr 2011, hier ging es der Jahreszeit entsprechend um Fotografien von Frühlingsblumen. Ende 2011/Anfang 2012 habe ich in der Praxis der Hautärztin Dr. Tolic in Flensburg Herbst- und Wintermotive ausgestellt.

In der ersten Ausstellung als Mitglied der Blende 13 im Sommer 2012 war das Thema der Husumer Hafen, hier steuerte ich eine kleinere Anzahl Fotografien der Auswahl im Speicher Husum bei, ebenso wie zur Ausstellung “Familie” in der Familienbildungsstätte Ende 2012. Die letzte bisherige Ausstellung des Clubs an der ich beteiligt war, hing im Hotel Miramar in Tönning im Sommer 2013, dort hatte jedes Mitglied die Möglichkeit, seine 10 “Best Of” Fotos ohne Beschränkung des Themas zu präsentieren.

2) Wie wählst Du aus, welche Bilder in eine Ausstellung kommen?

Grundsätzlich sollen natürlich immer meine besten Bilder ihren Weg in eine Ausstellung finden – was an sich schon nicht so einfach ist. Viele andere Aspekte bedenke ich aber auch – passen wirklich alle Motive zum Thema? Welche Bilder hängen später nebeneinander, wie harmonieren sie? – dabei spielen Farben eine Rolle, der Stil, ob ein Bild knackig scharf ist oder weiche Verläufe hat, Perspektiven und Helligkeitsunterschiede, nicht zuletzt auch das Format und die gegebenen Räumlichkeiten. Am Ende siegt manchmal der stimmige Gesamteindruck über einzelne Lieblingsbilder.

3) Mit welcher Technik und in welcher Größe lässt Du Deine Bilder abziehen bzw. drucken (Gedankengang dahinter wär toll)?

4) Was für Rahmen / Passepartout verwendest Du?

Ich habe bisher mit sehr unterschiedlichen Materialien gearbeitet.

Für meine erste Ausstellung habe ich die Fotos auf Aludibondplatten ziehen lassen, dabei recht große Formate bis 60*90cm verwendet. Die zwei wichtigsten Aspekte waren, daß ich keine Rahmen besitze, die ich verwenden konnte, und die Tatsache, daß die Alternative Leinwand mich gefühlt zu sehr in die Ecke – sowas gibts auch bei IKEA – gedrängt hätte, zumal in der Boutique sehr hochwertige Ware angeboten wird. Zusätzlich konnte ich auf diese Weise unterschiedliche Größen nutzen und an die jeweiligen Wände anpassen.

Zum ersten Mal ein eigenes Bild perfekt kaschiert auf Platte in 60*90 in der Hand halten – echter Gänsehautmoment.

In der Arztpraxis war dieses Material wegen des Gewichts und des Preises nicht möglich, die insgesamt stärker strukturierten Motive kamen auf den verwendeten Leinwänden aber durchaus überraschend ziemlich gut zur Geltung. Auch hier hatte ich keine Rahmen zur Verfügung.

Der Fotoclub Blende 13 besitzt eigene Rahmen incl. Passepartouts, so daß ich bei allen drei weiteren Ausstellungen klassische Papierabzüge verwendet habe. Vor der dritten Ausstellung wurden neue, größere ( vorher 20*30cm) Passepartouts in 30*40cm angeschafft und ein paar quadratische in 30*30, was ich begeistert in meiner “Best of” Präsentation genutzt habe.

5) Wie wurden die Bilder auf Deinen bisherigen Ausstellungen aufgehängt

In allen Ausstellungen waren Galerieschienen vorhanden.

6) Verkaufst Du Bilder? Falls ja, wie legst Du die Preise fest?

Aus der ersten Ausstellung habe ich zwei Bilder verkauft, ein weiteres etwas später als Folgeauftrag. Die Preise festzulegen fand ich sehr schwierig, in meinen eigenständigen Ausstellungen habe ich dem künstlerischen Aspekt viel Platz eingeräumt und den Materialpreis etwa verdoppelt, es lag eine Preisliste aus. Mit dem Fotoclub wurden die Preise einheitlich abgesprochen. Generell ist es eher selten, daß Fotografien überhaupt aus einer Ausstellung heraus nachgefragt und gekauft werden.

7) Was machst Du mit den Bildern / Rahmen nach der Ausstellung?

Teilweise liegen die Bilder sorgfältig verpackt auf dem Dachboden – einzelne habe ich verschenkt, meine Lieblingsbilder hängen zu Hause.

8) Bemühst Du Dich für fertige Ausstellungen aktiv um neue/weitere Ausstellungsräume?

Leider fehlt mir im Moment die Zeit, Ausstellungen zu planen, weshalb ich nicht aktiv nach Räumlichkeiten suche.

9) Was hast Du aus Deinen Ausstellungen gelernt (was hättest Du gern vorher gewusst)?

Hätte man mir vorher gesagt, wie sehr die Finger wehtun, wenn die Bilder endlich alle gerade hängen – ich hätte es mir zweimal überlegt

Mit etwas Erfahrung beim Hängen ist es nicht mehr ganz so schlimm – aber wie schnell zwei Stunden vorbei sind, obwohl man nur zehn Rahmen aufhängt – auch nach mehreren Anläufen faszinierend.

Was ich wirklich gelernt habe, Ausstellungen brauchen gute Vorbereitung und ausreichend Zeit – aber es lohnt sich. Das Feedback der Besucher, die sich Zeit nehmen und konstruktiv Kritik üben, hat mich in die Lage versetzt, die Qualität meiner Bilder besser einschätzen und wertschätzen zu können.

Und eigentlich müßte ich dringend mal wieder raus in die Natur mit der Kamera!!!


Vielen Dank an Ann-Christin Lohmann für diese Einblicke - mehr von ihr findet ihr auf ihrem Flickr-Stream.

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Veröffentlicht am Sa, 31. Jan 2015, 23:36 von Sam

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