Sam Jost
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Diese Woche ein zweites Interview zum Thema Ausstellungen.

Heute hat mir die Fotografin Joanna Haag von Ihrer Erfahrung zum Thema Ausstellung berichtet:

Fotografin Joanna Haag

1. Erst einmal deine Vorerfahrung: Hast du bereits ausgestellt? Vielleicht sogar mehrere Ausstellungen zu verschiedenen Themen?

Bisher habe ich einmal ausgestellt; weitere Ausstellungen möchte ich in jedem Fall durchführen. Die Themen lagen damals schwerpunktmäßig bei der Landschafts- und Architekturfotografie. Heute fotografiere ich überwiegend Menschen und würde bei einer weiteren Ausstellung jene in den Mittelpunkt setzen.

2. Wie wählst du aus, welche Bilder in eine Ausstellung kommen?

Das Auswählen der Fotos erfolgt nach dem gleichen Prinzip wie beim Einkaufen von Schuhen: tagesformabhängig und nach Bauchgefühl. Wenn ich ganz ehrlich bin, achte ich nicht allzu stark auf die Wünsche der Betrachter; in erster Linie müssen die Fotos mir gefallen, sonst finde ich keinen Spaß beim Ausstellen (und Fotografieren).

3. Mit welcher Technik und in welcher Größe lässt du deine Bilder abziehen bzw. drucken?

Der größte Teil der Fotos wurde auf 20 x 30 cm gutem Fotopapier (matt) gedruckt und anschließend in Präsentationsfolien gesteckt (ähnlich wie Prospekthüllen). Dadurch hatte der Interessent die Möglichkeit, das Foto in die Hand zu nehmen und es bspw. unter einem anderen Lichteinfall zu betrachten. Im besten Fall wurden Fotos nicht mehr aus der Hand gelegt und direkt gekauft. Den Rest, also Aufnahmen, die „besonders“ waren, ließ ich auf hochwertige Leinwände in großen Maßen aufziehen, bspw. 1,00 x 1,50 m. Das waren sozusagen erste Eyecatcher, die schon von Weitem für Neugierde sorgten. Und dann ließ ich noch einmal alle Fotos auf Postkarten drucken und verkaufte diese „für einen Appel und Ei“.

4. Was für Rahmen/Passepartout verwendest du?

Rahmen wurden keine verwendet, so dass dem Betrachter die Wahl seiner Bilderaufhängung selbst überlassen wurde. Allerdings legte ich einen Katalog mit Impressionen aus. Das kam gut an, denn einige begannen im Geiste ihre Wohnzimmer neu einzurichten/umzugestalten.

5. Wie wurden die Bilder auf deinen bisherigen Ausstellungen aufgehängt?

Große Leinwände wurden ganz simpel mit Nägeln und transparentem Nylonfaden an der Wand befestigt und kleinere Exemplare auf ausgeliehenen Staffeleien aufgestellt. Fotoposter lagen auf Stehtischen aus, so dass jeder die Möglichkeit hatte, darüber bei einem Glas Sekt zu philosophieren oder an einem helleren Platz zu begutachten (bspw. am Fenster).

6. Verkaufst du Bilder? Falls ja, wie legst du die Preise fest?

Ja, meine Fotoarbeiten werden auch verkauft. Die Kalkulationen richten sich nach Größe und Art der Bedruckung (Leinwand, Poster, Alu-Dibond usw.). Was die Preise bei Landschafts- und Architekturaufnahmen anbelangt, schaue ich hin und wieder mal bei IKEA oder Bauhaus nach, was ähnliche Fotos kosten, so dass sich praktisch jedermann ein größeres Werk „leisten“ kann.

Ein Brautpaar-Shooting wird natürlich anders kalkuliert, da ein Teil dieser Fotos intensiv bearbeitet wird (Hautretusche, Korrekturen u.v.m.). Die Preise hier richten sich nach dem Durchschnitt der Konkurrenz, würde ich sagen.

7. Was machst du mit den Bildern/Rahmen nach der Ausstellung?

Ich hatte Glück, viele meiner Ausstellungsstücke wurden vor Ort verkauft und direkt mitgenommen. Verbliebene Aufnahmen verkaufte ich zu einem späteren Zeitpunkt über das Internet oder verschenkte sie zu besonderen Anlässen.

8. Bemühst du dich für fertige Ausstellungen aktiv um neue/weitere Ausstellungsräume?

Meine Ausstellung fand in einer Großgärtnerei statt, die sehr ansprechende Räumlichkeiten bot, so dass ich künftig auch wieder einen ähnlichen Ort mit viel Publikumsverkehr wählen würde. Im Augenblick bemühe ich mich noch um keinen Ausstellungsort, da noch nichts vorgesehen ist.

9. Was hast du aus deinen Ausstellungen gelernt (was hättest du gern vorher gewusst)?

Gelernt habe ich, wie wichtig es ist, im Vorfeld ansprechende Einladungen zu versenden und gute Werbung zu machen. Für eine angenehme Atmosphäre sorgten Snacks, Getränke und vor allem, dass ich da war. Meine Fotoarbeiten samt Preisschild in ein Wartezimmer zu hängen und darauf zu hoffen, dass sich ein Interessent meldet, ist nicht so mein Ding. Der Betrachter möchte oftmals viel mehr über das Foto erfahren, was dahinter steckt, wo es gemacht wurde usw. In meinen Augen ist ein Gespräch von Auge zu Auge viel wert und sei es nur deshalb, um interessante Menschen kennen zu lernen.


Vielen Dank an Joanna für den Einblick - Ihr Blog enthält auch einen Bericht zu Ihrer Ausstellung.

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Veröffentlicht am Do, 15. Jan 2015, 22:38 von Sam

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