Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Ganz ehrlich, ich bin verwöhnt. Verwöhnt von einer ziemlich guten Kameraausrüstung.

Ich fotografiere ab und an Rock'n'Roll in Sporthallen. Wer Sporthallen kennt, weiß, dass dort meist schlechtes Licht zum Fotografieren ist: Schwache Neonröhren an der Decke und ein grüner Hallenboden sorgen für wenig Licht, das dafür hässlich grün ist. Die letzten beiden großen Rock'n'Roll-Turniere auf denen ich fotografiert habe (Deutsche Meisterschaft und Weltmeisterschaft der Formationen) waren da eine wohltuende Ausnahme: Statt Hallenlicht standen um die Tanzfläche Traversen mit vernünftigem Licht und statt des grünlichen Hallenbodens war Parkett in leichtem Warmton ausgelegt.

Vom Licht her für mich ein Traum! Ich habe mein 85mm-Objektiv bei f/1,4 verwendet, um einzelne Paare auf der Fläche abzulichten, konnte gemütlich auf ISO 1.000 bleiben, die bei meiner D800E völlig ok ist und dabei eine super kurze Belichtungszeit von 1/1250s verwenden, um die Bewegungen zuverlässig einzufrieren. Traumhaft!

Ziemlich begeistert unterhielt ich mich mit einem anderen Fotografen an der Fläche. Der hatte ziemliche Probleme mit dem Licht, er bekam kaum Fotos ohne Bewegungsunschärfe und hatte sogar einen Blitz auf der Kamera, was ich angesichts des Lichts ziemlich übertrieben fand.

Klar, er hatte zwar eine Crop-Kamera, aber ISO 1.000 sollte auch damit kein Problem sein. Und er muss ja auch nicht auf 1/1250s gehen, dachte ich.

Dann sah ich sein Objektiv: Ein Nikon 18-105mm f/3,5-5,6 Allround-Zoom. Kurzerhand hab ich mit ihm testweise das Objektiv getauscht. Und siehe da:

Mit dem lichtschwachen Zoom hatte ich auch Probleme.

Rangezoomt hatte das Zoomobjektiv eine Offenblende von f/5,6, also vier Blendenstufen lichtschwächer als mein 85mm. Um meine kurze Belichtungszeit zu halten, hätte ich schon rein rechnerisch von ISO 1.000 auf ISO 16.000 hochgehen müssen. Doch die Blende ist ja nur ein Mathematischer Wert, sein Objektiv ließ zusätzlich weniger Licht durch. Damit die Fotos die gleiche Helligkeit hatten wie beim 85mm, musste ich auf ISO 25.600 gehen.

Von der Bildqualität her war das natürlich ein gewaltiger Abstieg. Nun hätte ich natürlich in der Belichtungszeit um zwei Blenden hochgehen können, auf 1/320s. Dann hätte ich nur ISO 6.400 gebraucht. Aber selbst dieser ISO-Wert wird für seine Crop-Kamera grenzwertig gewesen sein, weswegen er noch längere Belichtungszeiten nehmen musste, wo ich es entspannt und hell fand.

Lichtstarke Objektive sind extrem hilfreich

Es sind "nur" vier Blenden Unterschied zwischen den beiden Objektiven, doch ganz ehrlich, mit einem derart lichtschwachen Objektiv hätte ich solche Fotos wie dieses von den Meisterjägern (die verdient den Titel gewonnen haben) nicht machen können:

Souveräne Akrobatik der Meisterjäger

Natürlich, kommt dann immer wieder der Einwand, kann Bewegungsunschärfe ja auch ganz toll aussehen.

Ja, kann sie. Manchmal. Meistens tut sie das aber nicht. Und ich finde es super, eine Kameraausrüstung zu besitzen, mit der ich entscheiden kann, ob das Foto scharf wird und nicht die Kamera.

Dem anderen Fotografen habe ich empfohlen, sich eine 50mm-Festbrennweite zu kaufen. Ich glaube das würde eine Menge helfen, um scharfe Fotos zu bekommen.

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Veröffentlicht am Fr, 28. Nov 2014, 06:18 von Sam

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