Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Für mein nächstes Buch beschäftige ich mich aktuell unter anderem viel mit dem Autofokus der Kamera. Dabei gehe ich natürlich auch die AF-Feinjustierung mal wieder durch.

So habe ich für meine Nikon D800E* und das Nikkor AF-S 85mm 1,4G* mal eine Reihe gemacht, also jeden Korrekturwert von -20 bis +20 eingestellt, auf unendlich fokussiert, dann auf einen Text fokussiert, ein Foto gemacht. Von diesen 41 Fotos habe ich dann jeweils eine Zeile als Ausschnitt genommen und im folgenden Bild nebeneinandergestellt:

Farbverschiebung bei AF-Feinjustierung von -20 bis +20

Interessant daran finde ich zum einen die Farbverschiebung. Meine lichtstarken Objektive haben im unscharfen Bereich entweder einen rotbraunen oder grünblauen Rand, je nachdem ob die Unschärfe vor oder hinter der Fokusebene liegt. In diesem Fall kann man schön sehen, wie von -20 bis 0 grünlich dominiert und von 0 bis +20 rötlich. Die Sprünge sind nebenher anders, wenn ich das Objektiv zwischen den Aufnahmen nicht auf unendlich, sondern auf nah dran fokussiere. Der AF macht also einen Unterschied, je nachdem aus welcher Richtung er scharfstellt.

Die Software FoCal Pro rechnet über mehrere Testaufnahmen aus, welche Wellenlängen bei welcher AF-Feinjustierung am schärfsten ist, was dieses Phänomen ein wenig erklärt. Laut FoCal Pro wäre die rote Wellenlänge bei einem Korrekturfaktor von -6 am schärfsten, die blaue bei +8 und die grüne bei +10:

Verschiedene Farben unterschiedlich scharf

Aus diesen Werten hat sich FoCal dann ausgerechnet, dass das Objektiv bei einem Korrekturfaktor von +3 am schärfsten sein müsste, was ich manuell gemessen auch so sehen würde.

Und warum nun der rötliche und grünliche Rand?

Wenn eine Linie unscharf ist, dann wird sie breiter. Wenn nun die optimale Schärfe für rotes Licht anders liegt als die für grünes und blaues, dann wird je nach Abstand zur Schärfeebene entweder die rote etwas unschärfer sein oder grün und blau.

Wenn das rote Licht unschärfer ist, sind die Rotanteile des Lichts breiter, also ragen sie etwas über die anderen Farben hinaus.

Sind hingegen grün/blau weiter von der Schärfeebene entfernt, dann sind diese breiter, wodurch es einen blaugrünen Rand gibt.

Damit die unscharfen Bereiche keinen solchen Farbsaum haben, müssten alle Wellenlängen des Lichts gleich scharf sein, was dank der unterschiedlichen Brechungswerte der Wellenlängen von Licht wohl schwierig ist.

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Veröffentlicht am Do, 23. Okt 2014, 23:58 von Sam

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