Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Gerade bei Fotografen, die die Farbräume neu entdecken kommt es oft zum zweiten Mythos des Farbmanagements:

Mythos: Arbeite immer im größten Farbraum

Zugegebenermassen ging mir das in meiner Anfangszeit mit Farbräumen auch so: Nachdem ich entdeckt hatte, dass es einige Farben in kleinen Farbräumen wie sRGB einfach nicht gibt, hab ich als Folge solange es ging im größtmöglichen Farbraum (meist ProPhotoRGB) gearbeitet und erst im letzten Moment in den Zielfarbraum umgewandelt wenn das nicht irgendwie zu vermeiden war.

Das ist allerdings kontraproduktiv: Wenn Dein Ausgabefarbraum sRGB lautet, dann solltest Du um Himmels willen auch in diesem Farbraum arbeiten! Denn sonst arbeitest Du ein Bild aus, dass in ProPhotoRGB ganz toll aussieht aber leider total an Details oder Brillanz verliert, sobald Du es in sRGB umwandelst (und falls Du vorher Softproofing betreibst wirst Du nochmal viel Extraarbeit reinstecken, um das Bild dann wieder in sRGB ansehnlich zu machen).

Vor allem wenn Du Fotos zum Druck gibst, solltest Du Dir im Klaren darüber sein, dass ohnehin kein Drucker den großen Farbraum abbilden kann, oder noch schlimmer der Druckdienstleister ohnehin alle eingehenden Daten auf sRGB reduziert, so dass von den in ProPhotoRGB angelieferten Daten der größte Teil verloren geht.

Wenn Du nicht sicher bist, in welchen Farbraum Deine Druckerei umwandelt (denn das verraten die nicht) würde ich empfehlen den Teststreifen aus meinem Farbmanagement-Buch* (ab S. 67) bei einer Bestellung mitdrucken zu lassen, an dem kannst Du erkennen wie die Farben vor dem Druck reduziert wurden.

Manchmal lässt sich das allerdings nicht vermeiden: Wenn ich beispielsweise in Lightroom Bilder bearbeite, kann ich den Arbeitsfarbraum nicht wählen. Hier hilft dann nur der Einsatz des Softproofings, um die Resultate vorher schon erkennen zu können, sonst besteht vor allem in Rottönen die Gefahr, dass was auf dem Bildschirm noch filigrane Details enthielt im Druck dann nur noch nach roter Matsche aussieht, weil das CMYK von Druckereien vor allem die Nuancen im Rot nicht abbilden kann.

(*) Dies ist ein affiliate Link - wenn ihr über diesen Link etwas kauft, bekomme ich eine kleine Provision ab - euer Preis ändert sich dadurch nicht.

Veröffentlicht am Do, 24. Jul 2014, 07:33 von Sam

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