Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Ich hätte es wissen müssen. Eigentlich hätte ich es wissen müssen. Gerade ich!
Es wird wohl Niemanden überraschen, dass ich ein Verfechter des manuellen Belichtens bin. Dennoch, da ich eine Erweiterung für mein Buch über das manuelle Belichten plane, in der ich auch ein paar Worte über Automatiken verlieren möchte, fotografiere ich in den letzten Monaten öfter mal mit der Blendenvorwahl (auch genannt Zeitautomatik) statt in Manuell. Ich stelle eine Blende ein, die Kamera macht den Rest.

Das erste Mal reingerissen hat mich das bei wechselhaftem Wetter: Wo ich beim manuellen Belichten für jedes Foto die Helligkeit hätte regulieren müssen, hatte ich mich auf die Automatik verlassen. Bei dem Dynamikumfang meiner Kamera sind ja auch geringe Ausreißer in der Belichtung kein Problem.

Womit ich nicht gerechnet hatte: Als gerade mal wieder eine Wolke vor dem Himmel war, wurde meine Belichtungszeit so lang, dass die Aufnahmen verwackelten. Hätte ich manuell belichtet, hätte ich nie die Belichtungszeit so sehr verlängert, wie die Automatik das machte, ich hätte direkt die ISO hochgedreht. Da ich mich auf die Automatik verlassen hatte, habe ich schlicht nicht auf die Belichtungszeit geachtet und bekam zum Dank einige verwackelte Fotos.

Daraus habe ich gelernt, dass es bei Automatik sinnvoll ist, auch die ISO automatisch einstellen zu lassen. Vorausgesetzt die Kamera bietet das auf vernünftigem Wege an, also abhängig von der Belichtungszeit zur Brennweite.

Der nächste Reinfall hatte eine andere Ursache: Statt zum Fotografieren verwendete ich die DSLR zum Filmen. Da ich mich mit dem Filmen nie so wirklich ernsthaft auseinandergesetzt hatte, habe ich mich auch hier für die Blendenvorwahl entschieden.

Zehn, zwanzig Videos lang ging das gut. Doch dann, aus irgendeinem für mich überhaupt nicht nachvollziehbarem Grund ging es schief. Die Blendenvorwahl erzeugte mit einem Mal ein viel zu helles Video. Total überbelichtet. Und das obwohl ich bei fast identischem Licht zwei Minuten vorher ein Video gedreht hatte, wo das Licht stimmte.

Minuten gingen drauf, bevor ich realisierte, dass die Automatik nicht dazu zu bringen war, das Foto dunkler zu machen. Erst hier lernte ich, dass die Belichtungskompensation im Video nicht so funktioniert wie beim Fotografieren. Sie regelte nicht die Eingangsbelichten runter, sondern machte das Video nachträglich dunkler. Helle Farben, die durch das zu helle Belichten weiß überstrahlten bekamen nicht ihre Farbe zurück sondern wurden nur grau. Auch der Versuch die Automatik durch anmessen von besonders hellen Flächen zu dunkleren Videos zu bewegen scheiterte.

Irgendwann viel zu spät kam ich darauf, auch im Video einfach auf manuelle Belichtung umzuschalten und per ISO die Helligkeit so einzuregeln, dass sie stimmte. Eben das, was die Automatik hätte auch tun sollen, aber aus unerfindlichen Gründen nicht hinbekam.

Im Endeffekt habe ich festgestellt, dass ich mit der manuellen Belichtung gerade beim Filmen besser zurechtkomme als mit der Automatik. Ich mag es beispielsweise auch nicht, wenn die Kamera die Helligkeit verändert weil durch einen Kameraschwenk ein helles Fenster ins Bild gerät oder ähnliches. Zum Glück filme ich ja meist aus Jux und Dollerei und muss keine Ergebnisse liefern.

So oder so stelle ich immer wieder fest, dass ich lieber manuell belichte. Kann aber auch einfach daran liegen, dass ich darin jetzt jahrelang Übung habe während die Automatik mich immer mal wieder mit seltsamen Auswirkungen überrascht.

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Veröffentlicht am Mo, 23. Dez 2013, 20:16 von Sam

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