Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Auch ohne fotografische Ausbildung oder Vorerfahrung können wir schnell sagen, ob ein Foto uns gefällt oder nicht. Ob es uns anspricht oder abstösst. Wir haben dann einfach ein Bauchgefühl dafür.

Wer sich mit Gestaltung auseinandersetzt fängt üblicherweise damit an, Regeln zu lernen und ersetzt damit sein Bauchgefühl durch eben diese Regeln. Der achtet beim Betrachten eines Fotos weniger auf sein Bauchgefühl sondern sucht stattdessen die ihm bekannten Regeln. Ist der Horizont gerade? Liegt das Motiv auf einem Drittel? Sind die Lichter ausgebrannt? Ist es scharf?

Unterhaltungen zwischen Menschen auf verschiedenen Stadien dieser Entwicklung sind meist schwierig: "Wow, was für ein Foto!" "Naja, der Horizont ist total schief. Und scharf ist es auch nicht." "Aber der Blick ist doch Hammer!" "Mir stechen nur die ausgefressenen Lichter ins Auge."

Regeln zur Bildgestaltung sind angelernt und wer sie gelernt hat, hat es schwer, nicht mehr auf sie zu achten. Wir sollten aber darüber nicht verlernen auch unser Bauchgefühl wahrzunehmen. Mitzubekommen, ob das Foto unsere Emotionen anspricht und nicht nur auf unseren Kopf zu hören. Ich hatte einmal ein so dermaßen geniales Kinderfoto, das so richtig Lebensfreude ausstrahlte, wo sich die Eltern leider nicht davon lösen konnten, dass es Bewegungsunscharf war (wobei genau das den Charm ausmachte).

Daher, achtet mal wieder mehr auf euren Bauch und hört nicht nur auf den Kopf. Und trennt euch vor allem davon, nach verletzten Regeln zu suchen. Das sind Hilfsmittel, Stützräder um Gestaltung zu lernen und keine Gesetze, an die sich ein Foto halten muss, damit es gut sein darf.

Andererseits, vergesst die Regeln nicht, denn wenn euch ein Foto nicht anspricht, kann es sich lohnen es zu analysieren, den (oder besser die) Fehler zu suchen: Warum "funktioniert" dieses Foto nicht? Wird der Blick aufgrund von Komposition, Schärfe oder Farben zuerst an die falsche Stelle gezogen? Kippt es weg? Stören sich die Farben gegenseitig? Die Gestaltungsregeln können helfen zu verstehen, warum das Foto nicht anspricht und sich zu überlegen, was besser gemacht werden könnte, um ein Foto zu erhalten, dass den Bauch mehr anspricht.

Denn der Bauch ist es, der entscheidet. Der Kopf soll nur helfen, ihn zu erreichen.

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Veröffentlicht am So, 22. Dez 2013, 12:53 von Sam

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Diskussion zu "Fotos für den Bauch oder den Kopf?"
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Bild und Bauch
von R. Ramer am So, 22. Dez 2013, 18:27
2von R. Ramer
Mo, 23. Dez 2013, 07:00

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