Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Stell Dir vor, zu Hause fehlen Dir in einer Zimmerecke Steckdosen und Du bestellst einen Elektriker, um dort welche anzubringen. Wie würde es Dir vorkommen, wenn der Elektriker Dich bei jedem Detail fragt, was er tun soll? "Steckdosen in die Ecke, super, das mach ich gern! Womit soll ich anfangen?" "Wie, womit?" fragst Du. "Ja, wie soll ich vorgehen?".

Wenn Du dem Elektriker jedes Detail vorbeten müsstest, ihm sagen, dass er dort Löcher für die Dosen setzen muss, wo er das Kabel hinlegen muss um zum Sicherungskasten zu kommen und mehr, würdest Du Dir vermutlich ziemlich veralbert vorkommen.

Manche "Profi"-Fotografen hingegen scheinen der Meinung zu sein, dass es völlig ausreicht eine tolle Kamera zu haben, zu wissen wie man sie bedient und den Rest weiß doch der Kunde? Die bei einem Portrait allen Ernstes erwarten, dass der Kunde weiß, wie und wo er zu welchem Hintergrund stehen möchte damit ein schönes Bild dabei rauskommt. Die bei einer Hochzeit keine Idee haben, was sie fotografieren sollten oder gar wie sie jemand in Pose setzen. Die nicht in der Lage sind zu den Bildideen etwas beizusteuern sondern erwarten, dass jemand ihnen für jedes Details Anweisungen gibt.

Dass es nicht zu Missverständnissen kommt: Natürlich sollte der Kunde sich auch mit an den Plänen beteiligen, Ideen beitragen, Wünsche äußern. Aber die Aufgabe eines Profifotografen ist nicht nur auf Anweisung zu arbeiten, sondern sich da auch mit seinem Wissen einzubringen. Zu wissen, welche Fotos in welchem Zusammenhang gefragt sind. Aus einem Brautpaar herauszukitzeln, was diese verbindet und Ideen beizusteuern, wie man das in einem Bild darstellen könnte.

Es ist nicht die Kamera, die einen Fotografen ausmacht, sondern das Wissen um die Fotografie, um Posen, um Licht, um Bildsprache. Um Dinge, die funktionieren und Dinge, die auf Bildern nicht wirken. Die die Ideen ihrer Kunden kanalisieren, sortieren und in Bilder umwandeln können.

Einfach nur den Auslöser drücken zu können, ohne wirklich am Bild mitzuwirken, für Hobbyfotografen ist das völlig in Ordnung, aber wer für seine Fotografie Geld verlangt, der sollte dafür schon etwas mehr bieten als ein Passbildautomat. In meinen Augen ist dieses Wissen rund um die Anwendung der Fotografie für einen Profi wichtiger als neueste Kameratechnik zu verwenden. Eine Kamera kaufen kann jeder. Damit umgehen können viele. Doch Fotos mitzugestalten scheint für so manche schwierig zu sein.

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Veröffentlicht am So, 25. Aug 2013, 17:03 von Sam

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Diskussion zu "Den Auslöser zu drücken macht noch keinen Profi-Fotografen"
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Letzte Antwort
Treffend formuliert :)
von Sandra am So, 25. Aug 2013, 20:44
4von R. Ramer
Mo, 26. Aug 2013, 12:08

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