Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Lichtstarke Festbrennweiten liebe ich schon immer! Und ich fotografiere mit diesen Objektiven auch sehr gerne mit komplett geöffneter Blende, also minimaler Tiefenschärfe.

Da ist es natürlich wichtig, dass der Autofokus sitzt, entsprechend justiere ich den Fokus meiner Objektive an meinen Kameras, bis er auf den Punkt genau sitzt.

Da ich nun grad meine Objektive auf die neue Kamera justiere, wollte ich eine Anleitung schreiben, wie ich mit Hilfe des LensAlign MkII Objektive einstelle.

Dabei fiel mir auf, dass ich die Rampe des LensAlign eigentlich gar nicht nutze. Das die Justierung, so wie ich sie vornehme, eigentlich mit jedem x-beliebigen Stück schwarz/weiß bedrucktem Papier funktionieren müsste.

Also hab ich neugierdehalber mal Versuchsreihen gemacht: ein Objektiv mit dem Klappentext meines Buches eingestellt, dann mit dem Text auf einem Lieferschein, der wohl aus einem Laserdrucker stammt und im Vergleich auch mit dem Chart des LensAlign.

Bei allen Varianten kam das gleiche Ergebnis raus.

Mein Vorgehen

Ich nehme eine Vorlage in klarem, kontrastreichem Schwarz-Weiß, also beispielsweise ein Stück Text aus einem Laserdrucker, aber auch die üblichen Fokus- oder Auflösungscharts, die man im Internet vielerorts findet, tun es wunderbar. Je exakter und hochauflösender diese Vorlage gedruckt ist, desto besser lassen sich die Fotos auswerten.

Diese Vorlage befestige an einer Wand oder auf einem Stativ, so gerade und glatt wie es geht.

Dann stelle ich die Kamera auf einem Stativ senkrecht vor diese Vorlage, so dass Sensorebene und Vorlage möglichst parallel sind.

Aufbau für Fokusjustage

Wichtig: Der Abstand sollte mindestens dem normalen Arbeitsabstand mit dem Objektiv entsprechen! Also nicht so nah ran wie möglich, sondern durchaus ein paar Meter entfernen! Die Anleitung von LensAlign empfiehlt das 25-fache der Brennweite (also 1,25m bei 50mm).

Die Blende mache ich ganz auf, die ISO nicht zu hoch, und die Belichtungszeit sollte so kurz sein, dass das Foto nicht verwackelt, also mindestens 1/250s, eher mehr. Falls dafür nicht genug Licht vorhanden ist, einfach einen Blitz auf die Kamera stecken und indirekt über die Decke aufhellen (direkt reflektiert der Blitz evtl. zu stark von der Vorlage).

Und jetzt mache ich 41 Fotos. Also natürlich nicht einfach nur den Auslöser drücken bis die fertig sind, sondern ich stelle in meiner Kamera als Korrekturwert für das Objektiv das Maximal in eine Richtung ein, in meinem Fall -20. Dann mache ich ein Foto, stelle den Korrekturwert -19 ein. Und wieder ein Foto, wieder den Korrekturwert erhöhen.

Das mache ich so lange, bis ich von jedem Korrekturwert im Bereich -20 bis +20 ein Foto habe.

Diese Fotos lade ich auf den Rechner, nehme einen kleinen Ausschnitt in der Mitte (Ausschnitt in Lightroom auf alle Fotos sychronisieren, dann entwickeln) und gehe nun diese Ausschnitte durch.

Wenn alles perfekt laufen würde, wäre -20 unscharf, die Bilder würden schärfer werden, bei 0 wäre die maximale Schärfe erreicht und danch nimmt die Schärfe wieder ab.

Wenn der Fokus nicht ganz stimmt, ist die Maximale Schärfe eben nicht bei 0, sondern bei -5 oder +12 oder sonstwo.

Wo genau, kann ich beim Durchblättern der Fotos sehen:

Schärfe bei verschiedenen Korrekturwerten

In der Praxis klappt das fast. So ist bei mir die Entwicklung der Schärfe zu sehen, der Höhepunkt liegt zwischen -2 und -5. Aber der Fokus springt dazwischen manchmal hin oder her, was die Wahl nicht ganz einfach macht.

Allerdings ist die D800E mit der riesen Auflösung auch extrem empfindlich, hat nur sehr geringe Tiefenschärfe wenn man so in die Vergrößerung geht. Wenn da der Fokus auch nur 1mm daneben sitzt wirkt es schon gleich unscharf.

Mit einem Chart klappt es etwas besser als mit Schrift, ich vermute der Autofokus kann zB ein Schachbrettmuster besser erkennen als fizzelig kleine Schrift.

Falls entweder der +20 Bild oder das -20 Bild am schärfsten sind, kann es sein, dass die Korrektur an Deiner Kamera noch nicht ausreicht. Meine hat dann noch die Möglichkeit eine zusätzliche Korrektur für alle Objektive einzustellen und somit auf maximal +40/-40 Korrekturwert zu kommen, sollte selbst das nicht reichen hilft nur einschicken und vom Hersteller justieren lassen. 

Veröffentlicht am So, 10. Jun 2012, 10:41 von Sam

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