Sam Jost
 RSS-Abo



Mehr von Sam
radeldudel.de durchsuchen:
Farbmanagement für die Digitalfotografie

Es gibt zwei Wege zu lernen: Theoretisch und Praktisch. Theoretisches Wissen lernen oder praktische Fähigkeiten einüben.

Theoretische Wege gibt es günstig und reichlich: das sind Blogbeiträge, Bücher, Videomaterial, halt alles, was man an Wissen konsumieren kann. Theoretisch gelerntes muss man anschließend noch in praktische Kenntnisse umwandeln, indem man es anwendet beziehungsweise übt. Je nachdem, um was für Wissen es sich handelt, klappt das mal mehr, mal weniger gut.

Praktische Wege sind schwieriger: für sich alleine oder in einer Gruppe kann man üben, doch ohne gute Aufgaben und Ziele kommt man dabei teilweise nur schwer vorwärts. Besser sind geführte Workshops, wo man sich praktisch durch Probleme arbeitet und dabei den Weg und alle Tücken wirklich kennenlernt.

Doch nicht jeder Workshop besteht aus praktischem Lernen. Gerade im Bereich Fotografie bestehen Workshops zu großen Teilen aus Vorträgen, also theoretischem Wissen. Manchmal ist der praktische Teil nur ein "Rudelshooting" mit vorgegebenen Kameraeinstellungen und vorgegebener Umgebung. Keine Aufgabe, an der man wirklich lernen und wachsen kann, sondern nur ein Weg, um schnell und zuverlässig ein paar schöne Fotos mit nach Hause zu nehmen.

Auch so ein Vortrags-Workshop kann super sein: Gleichgesinnte Treffen, Unterhaltungen zum Lieblingsthema, lehrreiche Anekdoten, Teil einer Gruppe Gleichgesinnter, Kontakte knüpfen. Das funktioniert auch gut in großem Stil, wie bei Hollywood on Stage.

Doch ein Vortrags-Workshop, so interessant und spannend er auch sein mag, würde mir bei weitem nicht so viel Geld und Aufwand wert sein, wie ein "Hands-On"-Workshop. Denn so nett das live und hautnah auch sein mag, die Informationen bekomme ich auch aus Büchern oder Videos.

Daher achte ich bei Workshops sehr darauf, ob die Teilnehmer dort auch wirklich praktisch arbeiten. Super finde ich, wenn die Veranstalter Fotos oder Videos von vergangenen Workshops zeigen: sitzen auf den Fotos die Teilnehmer immer rum, und nur die Referenten agieren? Falls ein Modelshooting dabei ist, stellen die Teilnehmer auch selber mal was am Set um, oder machen das auch wieder nur die Referenten? 

Falls ja, ist das kein Workshop für mich: Vorträge mag ich lieber in Form von Büchern oder Videos: dafür muss ich nicht reisen, die kann ich mir dann zeitlich in Ruhe einteilen, kann unterwegs Pause machen, Dinge ausprobieren, Teile wiederholt lesen oder ansehen. Das alles geht bei Live-Vorträgen nicht.

Vorträge höre ich mir live an, wenn sie bezahlbar sind und der Aufwand sich in Grenzen hält. Jim Brandenburg zum Beispiel habe ich live gesehen, super! Hollywood on Stage würde ich mir ansehen, wenn ich dafür nicht 1500km fahren müsste. 

Auch die Knackscharf-Tour hab ich mir unter diesem Aspekt angesehen, bin durch die Beschreibung und die eher hohe Teilnehmerzahl von maximal 30 Personen für mich zu dem Schluss gekommen: das wird eher ein Vortrag sein als ein praktischer Workshop, und dafür ist mir der Aufwand mit Anreise, Übernachtung und Eintrittsgeld zuviel. 

Berichte von Teilnehmern ("Der Praxisteil kam etwas kurz") sowie Fotos und Videos von der Tour bestätigen mich: die Teilnehmer saßen die meiste Zeit rum und lauschten andächtig. Für einen Vortrag ok, aber von einem Workshop erwarte ich mehr praktisches lernen.

Wenn die beiden das als Video machen würden, würde ich mir das leisten. Aber ein Vortrag, so super er auch gemacht sein mag, ist mir den Reiseaufwand und das Geld schlicht nicht wert. Vielleicht hätte das anders ausgesehen, wenn ich vor Ort wohnen würde und die Fahrerei und Hotel wegfallen würde. Vielleicht.

Wenn ein Workshop nicht gut besucht ist, muss es also nicht daran liegen, dass den Leuten, wie Paddy sagt, ihre Ausbildung nichts wert ist, sondern kann auch darin begründet sein, dass sie der Meinung sind, dass gerade dieser Workshop seine Kosten nicht wert ist, dass sie nicht zu dem Schluss kommen, dass das Geld dort gut angelegt ist.

Und wenn, wie Paddy sagt, der Markt im Osten anders ist, dann wohl in dem Zusammenhang, dass sie etwas kritischer gucken, was sie für ihr Geld bekommen.

Veröffentlicht am So, 04. Dez 2011, 17:39 von Sam

Social Plugins von Facebook, Google und Twitter für www.radeldudel.de abschalten.

Anmelden, um den Artikel zu diskutieren.

Heilpraktiker in Flensburg
© 2004-2014 Sam Jost, Flensburg. Unerlaubte Vervielfältigung untersagt.
Die Inhalte von www.radeldudel.de sind meine ganz private Meinung.