Sam Jost
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Diese Frage wird sich wohl jeder (Hobby-)Fotograf irgendwann mal stellen: reicht mir Crop? Ist eine Vollformat-Kamera wirklich so viel besser, dass sich der teure Preis lohnt, Vor allem, wenn auch neue Objektive gekauft werden müssen?

Vollformat und Crop-Sensor

Im Endeffekt muss das natürlich jeder für sich entscheiden, hier nur meine ganz persönliche Erfahrung und Meinung dazu:

Ich hab seit 2004 sechs verschiedene DSLR besessen, fünf davon Crop, seit 2010 eine Vollformat. Mit wohl jeder der Kameras habe ich eine fünfstellige Anzahl Fotos gemacht, vor allem in den beiden Bereichen (mobiles) Studio und Bühne (Tanz und Konzert).

Für mich ist die Vollformat-Kamera, eine Nikon D700*, eindeutig die beste, die ich je hatte, und mit Abstand meine erste Wahl. Inzwischen nehme ich sie sogar lieber in Urlaub mit, wo ich bis vor wenigen Monaten noch die Crop-Kamera bevorzugt habe, weil sie kleiner und leichter war.

Die D700 ist einfach eine völlig andere Klasse als meine beste Crop-Kamera, die Nikon D90.

Aber: das liegt nicht an der Größe des Sensors. Jedenfalls nicht nur.

Der Grund, warum ich viel lieber mit der D700 als mit der D90 arbeite, ist nicht primär die Sensorgröße, sondern vor allem das Welten bessere Autofokus-System. Die D90 war ok, aber seit ich die D700 kenne, kommt mir das AF-System der D90 einfach nur noch langsam und unzuverlässig vor, vor allem bei schlechtem Licht oder sich bewegenden Motiven. Die D700 stellt dagegen auch bei sehr schlechten Lichtverhältnissen noch zuverlässig scharf und hat mit dem Fokus Tracking ein Feature, auf das ich nicht mehr verzichten möchte (auch wenn es durchaus umstritten ist und nicht in jeder Situation mit jedem Objektiv zuverlässig funktioniert).

Zweiter Grund ist indirekt dem Sensor geschuldet, das ist die sehr gute Bildqualität der D700 bei hohen ISO-Werten. Hier kommt der große Sensor ins Spiel, wobei ich nicht beurteilen kann, ob neuere Crop-Sensoren in diesem Punkt nicht auch deutlich besser geworden sind.

Danach kommt die für mich angenehmere Bedienung: keine Motivprogramme, stattdessen für mich sinnvollere Funktionen auf dem Regler, größerer Sucher, größeres LCD-Display, mehr eingebaute Funktionalität wie z.B. Intervall-Aufnahmen.

Und erstaunlicherweise erst am Ende kommt die bessere Bildqualität. Warum erst am Ende? Weil man es auf den meisten Drucken nicht sieht. Erst bei reichlich Bearbeitung, hoher ISO, schlechtem Licht spielen für mich die Qualitätsvorteile des Vollformat-Sensors eine Rolle, und selbst dann wird man es dem Ausdruck kaum ansehen, mit welcher Kamera das Foto gemacht wurde.

Zur Crop-Kamera greife ich nur noch in zwei Fällen: Wenn ich die Video-Funktion der D90* brauche (die D700* kann kein Video) oder manchmal für Makro-Aufnahmen, wo sich der kleinere Sensor bei gleichem Objektiv als stärkere Vergrößerung und mehr Tiefenschärfe bemerkbar macht.

Für mich ist klar: die nächste Kamera wird auch wieder ein Profi-Gerät. Sehr wahrscheinlich auch wieder Vollformat, weil ich mich an den Blickwinkel gewöhnt hab, die geringere Tiefenschärfe nett ist, mein Objektivpark draus ausgelegt ist, ich fast nur mit kurzen Brennweiten fotografiere, aber wichtiger ist mir das bessere drumherum.

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Veröffentlicht am Di, 09. Aug 2011, 21:11 von Sam

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Diskussion zu "Vollformat oder Crop?"
Antworten
Letzte Antwort
Vollformat muss nicht zwangsläufig schneller und schwerer sein
von Daniel am Mi, 10. Aug 2011, 14:01
5von Martredor
Mi, 10. Aug 2011, 22:45

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