Sam Jost
radeldudel.de durchsuchen:
Farbräume & Farbmanagement

Teil 1: Du willst ein berühmter Fotograf sein?
Teil 2: Was für ein Fotograf bist Du?
Teil 3: Das Problem der Fotoausrüstung.
Teil 4: Deine Fotos brauchen Ziele.
Teil 5: Beherrsche Deine Foto-Ausrüstung
Teil 6: Beherrsche Die Fotografie

Wenn Du Dein Anliegen, Deine Sichtweise, Deine Vision der Welt mit Fotos mitteilen möchtest, wirst Du kaum umhin kommen, Dir Wissen um die Gestaltung von Fotos anzueignen.

Sind die technischen Aspekte der Fotografie wichtig, um etwas mit Deinem Werkzeug, der Kamera, so umzusetzen, wie Du es Dir vorstellst, so ist die Gestaltung wichtig, um Dich überhaupt erst für eine brauchbare Vorstellung zu Entscheiden.

Soll das Bild platt wirken, oder tief? Soll der Betrachter sich als entfernter Beobachter fühlen, oder in das Geschehen gezogen werden? Soll die Aussage sofort ersichtlich sein oder sich erst durch längeres Ansehen erschließen? Soll das Bild einen klaren Fokus haben, oder mehrere oder gar keine? Soll es harmonisch wirken, Spannung haben, statisch oder unruhig sein? Den Betrachter beruhigen oder beunruhigen? Soll es luftig leicht oder eher stabil und schwer wirken?

Welche Form soll das Bild haben? Wodurch sollen die Bestandteile getrennt werden, wodurch verbunden, wodurch begrenzt? Soll es alles beinhalten, Dinge außerhalb des Rahmens andeuten? Sofort ersichtlich oder langsam zu erschließen sein? Einfach und übersichtlich oder komplex mit viel zu entdecken sein?

All diese Aspekte und mehr steuerst Du mit der Gestaltung, und selbst wenn Du Dich nicht bewusst mit der Gestaltung auseinandersetzt, gestaltest Du Deine Fotos doch unbewusst. Vielleicht machst Du auch unbewusst gute Fotos, doch dennoch lohnt es sich, Dich mit der Gestaltung auseinanderzusetzen. Deine eigenen Bilder zu analysieren, um nicht nur sagen zu können "das gefällt mir", sondern auch zu wissen, warum es Dir gefällt, was daran besonders gut die von Dir gewünschte Wirkung unterstützt, was sie eher untergräbt, Deine Bilder schwächt.

Dabei geht es nicht darum, Gestaltungsregeln auswendig zu lernen und blind anzuwenden. Es geht darum, beim Fotografieren Möglichkeiten zu entdecken, die die Aussage des Fotos verstärken können, und Probleme zu erkennen, die das Bild schwächen könnten, um sie zu meiden. Zu wissen, wie Du den Betrachter bestätigst und wie Du ihn überraschst.

Dabei hilft ein Wissen um Gestaltung, um Sehgewohnheiten sowie über kulturelle Prägungen. Es ist wichtig zu wissen, was wir von der Natur her an Sehgewohnheiten mit auf die Welt bringen, welche Symboliken wir in unserer Kultur so sehr eingeprägt bekommen haben, dass sie uns völlig natürlich vorkommen. Wie das Auge von Linien geführt werden kann, von bestimmten Farben und Helligkeiten angezogen wird. Wie Du eine Szene im echten Leben wahrnimmst und Du sie entsprechend auch im Foto als natürlich empfindest. Was Dir unnatürlich vorkommt und Dich deswegen überrascht.

Jede dieser Regeln kann dann in mehrere Richtungen eingesetzt werden, sowohl, um einen Aspekt eines Bildes zu stärken, wie auch um ihn zu schwächen, je nachdem, was Dein Ziel für das Bild ist.

Zur Gestaltung gibt es gute Bücher, man kann Workshops besuchen, sich mit anderen auseinandersetzen, Fotos besprechen und vergleichen. Gestaltung kannst Du sogar für Dich alleine üben, einfach indem Du verschiedene Fotos des gleichen Motivs vergleichst, herausfindest, warum eines davon für Dich besser "funktioniert" als die anderen. Doch wesentlich einfacher geht es mit Hinweisen von außen, je persönlicher auf Dich und Deine Bilder gemünzt, desto besser.

Rein theoretisch wäre das Internet für solch einen Austausch ideal, doch in der Praxis kenne ich kein Forum, wo das funktioniert. Wo wirklich der konstruktive Austausch über ein bewusst gestaltetes Foto im Vordergrund steht. In den meisten Foren werden Fotos ohne Ziel gezeigt, die zwar ganz schön sein mögen, zu denen man aber aufgrund der fehlenden Vision dahinter nicht wirklich viel konstruktives sagen kann. So beschränken sich die meisten Kommentare zu Fotos im Internet auf platte technische Merkmale wie Schärfe oder stumpfe Anwendung einzelner Gestaltungshilfen wie der Drittelregel, ohne auch nur im geringsten die gewünschte Bildaussage zu berücksichtigen.

Umgekehrt macht sich auch kaum einer der seine Fotos im Netz zeigt Gedanken darüber, im Gegenteil zeigt er einfach nur, was ihm gerade gefällt, oft genug zeigt er sogar alles mögliche und unmögliche, einfach weil er sich nicht mal entscheiden kann, was ihm gefällt, was er zeigen will, was ihm am Herzen liegt, ihm wichtig wäre.

Wenn Du Dir Gedanken über die Gestaltung gemacht hast, folgen daraus auch Ideen, was für Fotos Du eigentlich wo und bei welchem Licht machen möchtest. Je weiter Du Deine Sichtweise für Dich definierst, desto klarer wird auch Deine Vorstellung von den Bildern, die dabei entstehen sollen.

 

Veröffentlicht am Do, 28. Apr 2011, 17:30 von Sam

Social Plugins von Facebook, Google und Twitter für www.radeldudel.de abschalten.

Anmelden, um den Artikel zu diskutieren.

Heilpraktiker in Flensburg
© 2004-2014 Sam Jost, Flensburg. Unerlaubte Vervielfältigung untersagt.
Die Inhalte von www.radeldudel.de sind meine ganz private Meinung.