Sam Jost
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Scharfe Fotos mit der Digitalkamera

Es gibt so Themen, zu denen könnte ich jede Woche einen Beitrag schreiben und es gäbe immer noch genug Leute, die noch nie davon gehört haben:

Gerade schaute ich aus Neugierde Zack Arias "Foundations of a working Photographer" auf CreativeLive, und stolpere zufälligerweise genau in dem Moment in den Live-Stream, als jemand fragt:

"Auf meinem kalibrierten Monitor sehen meine Bilder perfekt aus, aber wenn ich sie Drucke sind sie dann viel zu dunkel - wie kommt das und was kann ich dagegen tun?"

Das ist ein leider sehr verbreitetes Problem, und es basiert auf einem Denkfehler: man kalibriert die Farben seines Monitors und wundert sich, dass die Helligkeit nicht stimmt.

Ursache dieses Denkfehlers ist, dass die meisten Kalibrierungssysteme die Helligkeit entweder nur sehr stiefmütterlich behandeln, oder gar nicht berücksichtigen. Die einzige mir bekannte Ausnahme ist der ColorNavigator von Eizo, der mit als erstes fragt, wie hell der Monitor denn eingestellt werden soll und dafür auch vernünftige Werte im Bereich 80cd/m² bis 120cd/m² vorschlägt - diese Software funktioniert allerdings nur mit Monitoren aus der Eizo ColorGraphic-Reihe.

Andere Kalibrierungssoftware misst die Helligkeit oft nur optional, wenn überhaupt, oder schlägt recht hohe Helligkeiten ab 120cd/m² vor.

Dazu kommt das Unwissen des Anwenders, dem sein Monitor zu dunkel vorkommt - er ist es ja heller gewohnt - und ihn einfach wieder heller dreht, ohne das ihm bewusst ist, dass die Kalibrierung damit nicht mehr stimmt. Zumindest nicht, was die Helligkeit angeht.

Natürlich kann auch der Drucker falsch eingestellt sein, hier hilft ein Blick in das Histogramm des Fotos: Wenn sich das Histogramm links klumpt, dann liegt es wohl eher an der falschen Monitoreinstellung, als am Drucker.

Nebenher ist es auch für eure Augen besser, wenn der Monitor nicht zu hell strahlt. Die Helligkeit des Monitors sollte zum Umgebungslicht passen: wenig Umgebungslicht, geringe Helligkeit (zB 80cd/m²), viel Umgebungslicht, hohe Helligkeit des Monitors (zB 120cd/m²).

Ganz dunkel sollte der Raum um den Monitor nie sein, zum einen ist das der Tod für die Augen, zum anderen gibt es kaum Monitore, die so dunkel eingestellt werden können, dass sie dann nicht immer noch zu hell sind.

Anfangs kommt Dir ein korrekt eingestellter Monitor wahrscheinlich viel zu dunkel vor, aber wenn Du Dir ein paar Tage Zeit gibst, Deine Sehweise daran zu gewöhnen, ist er viel angenehmer als ein zu hell strahlender.

Das mindeste, was Du tun solltest: Eines Deiner Fotos von einem zuverlässigen, kalibrierten Druckdienstleister ausdrucken lassen und die Helligkeit vom Monitor so anpassen, dass die Helligkeit des Fotos am Monitor mit der vom Druck vergleichbar ist. Perfekt übereinstimmen kann es ja ohnehin nicht, da das Bild auf dem Monitor leuchtet, während der Druck Licht nur reflektiert, aber der subjektive Eindruck sollte stimmen, damit Deine Bilder so gedruckt werden, wie Du es vom Eindruck am Bildschirm erwartest.

Veröffentlicht am Sa, 30. Apr 2011, 11:44 von Sam

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Diskussion zu "Druck zu dunkel?"
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Helligkeitsmessung ohne zusätzliche Hardware
von Arathorn am Di, 03. Mai 2011, 17:21
1von Sam
Di, 03. Mai 2011, 22:23

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