Sam Jost
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Wenn es regnet, wird die Straße nass.

Wer schöneres Wetter möchte, und diesen Zusammenhang falsch versteht, könnte auf die Idee kommen, die Straße trocken zu halten, damit es weniger regnet. Könnte mit viel Aufwand Spezialfahrzeuge bauen, um die Straße trockenzuföhnen, diese Fahrzeuge bei erhöhter Regengefahr die Straßen patroullieren und trockenföhnen lassen, um den Regen zu verhindern. Denn er weiß ja: nur wenn die Straße nass ist, regnet es.

Klingt lächerlich? Ich lese gerne Zusammenfassungen von medizinischen Studien. Manchmal kommt es mir dabei so vor, als wenn in unserer Medizin hin und wieder so "lächerlich" gedacht wird.

So hat man zum Beispiel wohl mal einen Zusammenhang mit Cholesterinwerten und Herzinfarkten festgestellt, ähnlich einem Zusammenhang zwischen nassen Straßen und Regen: Hoher Cholesterinspiegel, häufiger Herzinfarkt (oder gar andersherum: wer einen Herzinfarkt hatte, hat auch einen erhöhten Cholesterinspiegel?). Und hat entschieden: hey, es wird doch bestimmt weniger Herzinfarkte geben, wenn wir die Cholesterinwerte senken!

Schlaue Idee, vorausgesetzt, Cholesterin und Herzinfarkte hängen wirklich so zusammen, wie man gedacht hat.

Denn was, wenn der Zusammenhang nicht stimmt? Was, wenn Cholesterin keinen Herzinfarkt verursacht, sondern ein Symptom ist, das anzeigt, das etwas anderes nicht in Ordnung ist?

Was, wenn eine andere Ursache sowohl Cholesterin erhöht wie auch Herzinfarkte auslöst?

Nur ein mögliches Beispiel: Cholesterin steckt in den Zellwänden. Wenn Zellen, eine innere Verletzung repariert werden soll, wird Cholesterin freigesetzt. Wenn also viele innere Verletzungen vorliegen, viel repariert werden muss, steigt der Cholesterinwert stark an.

Wenn dieses Beispiel stimmen würde, und man senkt den Cholesterinspiegel mit Medikamenten, würde man dann einen Herzinfarkt verhindern? Wohl eher nicht.

Außerdem: wenn der Körper Cholesterin braucht, und sonst würde er doch nicht so viel davon produzieren, und man dann einfach das Cholesterin mit Medikamenten wegnimmt, was macht der Körper dann?

Wenn er kann, und es wirklich dringend braucht, wird er sicher mehr davon produzieren (und der Arzt die Cholesterinsenker erhöhen).
Wenn er nicht mehr in der Lage ist, mehr Cholesterin zu produzieren, dann fehlt ihm das vielleicht für etwas wichtiges. Wenn mein Beispiel stimmen würde, dann würde man dem Körper damit Reparaturen erschweren. Muskelaufbau zum Beispiel basiert stark auf Reparaturen am Muskel, also würde der Körper dann zum Beispiel Probleme haben, Muskeln aufzubauen und zu erhalten.

Unsere Mediziner und Forscher sind doch schlaue Leute, die würden so einen Zusammenhang bestimmt nicht übersehen, oder? Denn wenn dem so wäre, dann müsste man doch etwas für die Gefäße tun, der Reparatur helfen, und nicht die Cholesterinwerte senken.

Sonst wäre das ja noch schlimmer, als das Trockenföhnen einer Straße, um Regen zu vermeiden.

 

Überrascht hat mich der Wikipedia-Artikel zu Cholesterin. Ich kenne Wikipedia, was Medizin angeht, sehr als Mainstream-Orientiert, aber auch dort wird (mit Quellen) dargestellt, dass zwischen hohem Cholesterinspiegel und koronaren Herzkrankheiten nur bei Männern unter 45 ein Zusammenhang feststellbar ist, und wohl selbst dieser nicht einwandfrei belegt ist. Entsprechend wird in dem Artikel wegen der nicht kalkulierbaren Risiken von einem medikamentösen Eingriff in die körpereigene Cholesterinregulation abgeraten.

Bevor man Cholesterinsenker nimmt, ist es sicher kein Fehler sich darüber ausgiebig zu informieren und durchaus auch den Arzt nach mehr Hintergründen zu befragen.

Veröffentlicht am So, 13. Mär 2011, 19:04 von Sam

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