Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Da komme ich aus dem Urlaub wieder, sichte die gemachten Bilder, finde ein richtig schönes, doch, oh je, das sieht unscharf aus. Genauer gesagt, verwackelt! Schade, weg damit.

Irgendwann habe ich dann doch mal angefangen, mich zu wundern: Bilder bei Sonnenschein, 65mm Brennweite, 1/800s Belichtungszeit, und dennoch verwackelt?!?

Bei 1/800s verwackelt? Normal verwackel ich diese Brennweite selbst bei 1/80s nicht, und mit VR würde ich sogar 1/8s noch verwacklungsfrei schaffen.

Bei 1/800s sollte das technisch nahezu unmöglich sein, ein Bild zu verwackeln! Aber es war eindeutig nicht falsch fokussiert, sondern verwackelt, wie man in diesem 100%-Ausschnitt sehen kann:

Verwackeltes Bild

Dazu erinnerte ich noch genau an die Situation: Das Bild hatte ich völlig in Ruhe gemacht, sehr bewusst das Motiv plaziert, ohne jede Hektik. Wieso sollte ich das also verwackelt haben? Gut, es war nur die kleine leichte "Reisekamera", eine Nikon D90 mit Nikkor 18-200mm 1:3,5-5,6G ED VR, aber auch mit dieser Kamera hatte ich schon unter schlechten Lichtbedingungen gute Bilder gemacht.

Die Antwort kam ganz überraschend Monate später vom Rendsburger Fotografen Christian Rohweder, der mir erzählte, dass er VR an seinen Objektiven immer abgeschaltet hat, wenn er es nicht braucht, da VR unter Umständen für unscharfe Fotos sorgen kann.

Klar, ich hatte im Internet auch schon lustige Meckertexte gelesen, wo jemand schrieb, VR würde die Bilder unschärfer machen, weils ja ein bewegliches Linsenelement gibt und das müsse per Definition unschärfer sein als ein festes und ähnliches, doch die Bilder mit der VR-Linse waren ja normalerweise scharf, das war also offensichtlich Humbug, den ich nicht ernst genommen hatte.

Doch mit Christians Information bewaffnet fand ich einen sehr interessanten (englischen) Text zu Nikons VR-System von Thom Hogan, in dem er klar empfiehlt, VR nur dann einzuschalten, wenn es nötig ist.

Vor allem schreibt er, dass man VR unbedingt abschalten soll, wenn die Belichtungszeit kürzer als 1/500s wird, weil dann das VR-System an seine technischen Grenzen kommt.

Damit habe ich jetzt gelernt, dass ich VR prinzipiell abschalten sollte, wenn ich es nicht brauche. Und ich weiß, warum gerade meine sonnigen Urlaubsbilder so unscharf geworden sind, denn nur bei diesen bin ich in den Bereich kürzer 1/500s gekommen.

Ärgerlich, das nicht vorher zu wissen!

PS: IS von Canon soll ähnliche Probleme haben, weil die technische Grundlage identisch ist. Wie das bei In-Body Systemen wie Pentax oder Sony aussieht, weiß ich nicht, aber eigentlich müsste das Grundproblem ein ähnliches sein.

Veröffentlicht am Do, 24. Feb 2011, 17:54 von Sam

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Diskussion zu "Verdammt, verwackelt!"
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Letzte Antwort
VR und IS standardmäßig abschalten. Besser ist das.
von Christian am Do, 24. Feb 2011, 23:16
3von Sam
Fr, 25. Feb 2011, 09:08

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