Sam Jost
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Scharfe Fotos mit der Digitalkamera

Eines der Projekte, die mir bereits seit Jahren im Hinterkopf herumspuken, ist eine Serie von mehr oder weniger bekannten Flensburger Gebäuden zu machen. Natürlich nicht nur platt fotografiert, sondern so, dass jedes Bild etwas besonderes ist, die Gebäude auf eine ungewöhnliche Art gezeigt werden, man sie dennoch erkennt, und sie zusammen eine erkennbare Serie ergeben.

Die eine oder andere Flensburger Ansicht habe ich im Laufe der Jahre fotografiert, und jetzt so langsam kristallisiert sich für mich heraus, wo ich hin will. So hatte ich anfangs noch die Idee, von jeder Kirche in Flensburg ein Portrait zu machen. Da es von einigen Kirchen sehr schwer ist, eine interessante Ansicht zu fotografieren, so eingebaut wie sie in der Umgebung sind, mir dafür unterwegs andere Gebäude ins Auge fielen, die ich gerne mit aufnehmen wollte, hab ich diese Einschränkung auf Kirchen inzwischen fallen gelassen und das Projekt auf alle möglichen Gebäude und Ansichten erweitert.

Ebenfalls schnell klar waren mir einige technische Eckpunkte: Ich will echte Bilder, groß, gerahmt, zum an die Wand hängen. Ich will Detailreichtum, der nicht zerfällt, wenn man dicht ans Bild herangeht.

Und nachdem ich in den letzten Jahren einige Bilder gedruckt, aufgezogen, gerahmt und betrachtet habe, sowohl eigene wie auch fremde, war mir außerdem klar, dass die Bilder auf jeden Fall matt sein müssen, und nicht hinter Glas dürfen. Auch wenn die meisten Betrachter sagen, sie stören Reflexionen von Glas oder spiegelnden Monitoren nicht, mich stören sie sehr, und das gilt auch für das Glas von Bilderrahmen.

Für mich ist der Unterschied zwischen einem glänzenden Bild und einem matten so, wie an einem offenen oder einem geschlossenen Fenster zu stehen: Hinter dem geschlossenen Fenster, also bei spiegelndem Bild, bin ich stärker der unbeteiligte Beobachter, bin entfernt vom Motiv. Am offenen Fenster, ohne Spiegelung bin ich mehr "im Bild", stärker beteiligt. Dieses "Mehr" an Beteiligung ist mir der fehlende Schutz durch ein Glas und der geringere Kontrast von mattem Papier wert.

Meine Zielgröße ist 140cm Breite, einfach weil dass das größte Format ist, dass ich hier noch selber aufziehen kann, und für den oben genannten Detailreichtum möchte ich mindestens 300dpi Auflösung. Das entspricht mindestens 16.535 Pixel Breite, was wiederum bedeutet, dass es zusammengesetzte Panoramen sein müssen, da ich keine Kamera habe (oder kenne), die so eine Auflösung bietet.

Durch das stitchen (zusammenfügen) der Bilder ergeben sich zusätzlich interessante Gestaltungsmöglichkeiten, die mir gerade wegen ihrer ungewöhnlichen Art deutlich mehr zusagen als eine architektonisch korrekte Darstellung des Gebäudes. Nachdem ich einige meiner Bilder länger an Wänden gesehen habe, habe ich mich für eine Fischaugen-ähnliche Darstellung entschieden: hier wirkt das Bild nahezu, als würde es sich aus dem Rahmen wölben, was das "im Bild" sein noch mal mehr unterstützt, so wie in diesem Bild eines eher unbekannten Flensburger Gebäudes:

Unser Haus und Garten

Viele Fotos habe ich in den letzten Jahren gemacht, davon entsprechen erschreckend wenige diesen Vorgaben, nämlich genau zwei. Entsprechend werde ich die Vorgaben durchaus auch mal brechen, wenn ich eine Flensburger Ansicht habe, die ich gut finde aber die eigentlich nicht in die Vorgaben passt. Vor allem aber geben mir diese Rahmenbedingungen Ideen, was ich als nächstes wie fotografieren könnte.

Zu den Fotos, die es in diese Auswahl schaffen, werde ich Blogbeiträge über ihre Entstehung schreiben. Mir selber helfen diese Gedankengänge anderer Fotografen über ihre Fotos, vielleicht enthalten meine Entstehungsgeschichten für den einen oder anderen von euch ja auch hilfreiche Gedankenanstöße.

  1. Lee & Luv in Sonwik.
  2. Flensburger Ostufer im Schnee.
  3. St. Johanniskirche.
Veröffentlicht am So, 13. Feb 2011, 18:23 von Sam

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Diskussion zu "Fotoprojekt: Flensburger Ansichten"
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Mal was technisches
von Nils Luther am So, 13. Feb 2011, 21:16
4von Sam
Mo, 14. Feb 2011, 07:02

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