Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Mein erstes Bild, dass in die Reihe der Flensburger Ansichten passt, und wohl den Prototypen dieser Bilder darstellt, ist ein Bild von den Neubauten Lee & Luv in Sonwik.

Aufgenommen habe ich dieses Panoramen im Juni 2009. Der Panoramakopf war noch recht neu, ich suchte Motive zum ausprobieren, es zeichnete sich ein Sonnenuntergang bei blauem Himmel ab, der mich dazu brachte, nach Sonwik zu radeln und dort verschiedenste Panoramen vom Hafen, den Schiffen, den Wasserhäusern und eben auf dem Gebäudekomplex Lee & Luv zu machen.

Meine ersten Panoramen waren, um perspektive Verzerrungen zu minimieren, von möglichst weit weg gemacht worden:

Lee & Luv in Sonwik

Diese Darstellung sieht technisch korrekt aus, aber Mittel- und Hintergrund verschmelzen ineinander, nur der Steg gibt dem Bild Tiefe, das Gebäude selber ist flach. Man ist einfach nur ein Beobachter aus der Ferne, es entsteht keine Nähe, nicht das Gefühl, da zu sein, kein Gefühl für das Gebäude. Steg und Schiffe tragen nichts zum Motiv bei, im Gegenteil, sie lenken stark ab. Die Laterne ist ein stärkerer Blickfang als das Gebäude.

Nach einigen Aufnahmen von dem Gebäudekomplex landete ich auf dem Vorplatz des Gebäudes:

Lee und Luv unbeschnitten

Dieses Bild gibt viel mehr Eindruck von Tiefe. Allerdings sind da noch einige störende Elemente im Bild, vor allem das türkisfarbene Auto vorne links, der Balkon rechts, weswegen ich das Bild in der Endfassung noch stärker beschnitten habe:

Lee & Luv in Sonwik 

Jetzt ist wirklich nur noch das Gebäude im Bild, keine Schiffe oder Nachbarhäuser lenken mehr ab. Die hellsten Stellen ziehen das Auge an, mein Auge wandert zwischen der Sonne, die sich in Fenstern reflektiert, Reflexion der Scheiben auf dem Boden, zur weißen Wand, dem gelben und rotem Sonnenschirm. Oder der Blick wandert zwischen den Türmen, so oder so sind mehrere Punkte, zwischen denen die Aufmerksamkeit springen kann.

Das Bild enthält dank der starken Perspektive viele Linien, die in das Bild hinein führen: die Laternen und der Weg links, die Lichter auf dem Boden, die Schatten, die Fluchtpunkt-Perspektive, alles führt den Blick zur Mitte. Dazu gibt es keine starken Linien, die aus dem Bild führen.

Ärgerlich finde ich das wenige "Fleisch" um das Motiv. Aufgrund meines starken Beschnitts sitzt das Gebäude doch arg dicht am Bildrand, hier hätte ich mir mehr Raum gewünscht, den die Situation leider nicht hergab.

Da es noch mit meine ersten Panoramen waren, habe ich einige Fehler bei der Aufnahme gemacht: so habe ich einen Polfilter benutzt, was bei Panoramen zu Farbsprüngen führt, da der Winkel des Polfilters zur Sonne sich beim Drehen der Kamera ja verändert. Auch habe ich zwar das Gebäude vollständig aufgenommen, aber arg wenig Himmel über dem Haus mit fotografiert, was das Bild am Ende enger machte, als mir lieb gewesen wäre.

Vor allem habe ich im Laufe der Monate immer mal wieder an den Farben gearbeitet, habe Drucke machen lassen, die mir nicht (lange) gefielen, weiter dran gearbeitet, bis ich vor wenigen Tagen zu der aktuellen Version oben gekommen bin - es könnte durchaus sein, dass ich diese noch weiter überarbeiten werde.

Details sind auch reichlich vorhanden, bei 300dpi könnte ich das Bild auf 180cm Breite drucken, was mir ausreichend Spielraum gibt. Hier zB mal eine (immer noch verkleinerte) Vergrößerung aus dem Bild:

Luv & Lee Ausschnitt

Bei diesem Bild hatte ich die Umstände der Aufnahme noch nicht wirklich geplant, ich hatte noch keine Idee, wie das fertige Bild wirken würde. Es entstand eher aus dem Moment heraus, und erst in den darauffolgenden Monaten entstand meine Idee, das so für die Flensburger Ansichten zu nutzen.

Aufgenommen habe ich das Bild von Stativ mit Panoramaadapter und einer effektiven 75mm Kleinbild-Brennweite. Es besteht aus 45 Einzelaufnahmen.

Veröffentlicht am Sa, 19. Feb 2011, 20:41 von Sam

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