Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Ehrlich gesagt habe ich mich lange um dieses Buch gedrückt.

Eine Zeitlang hab ich versucht, Joe McNally's Blog zu lesen, hab es aber schnell aufgegeben: seine abschweifenden Erzählungen und Themensprünge gingen mir auf die Nerven, er kam für mich nicht auf den Punkt, und mit seinem Humor konnte ich wenig anfangen.

Nun hab ich mir das Buch doch mal zugelegt, mich durchgearbeitet (gelesen kann ich dazu nicht sagen, selten brauche ich so lange für ein Buch) und sehe es mit gemischten Gefühlen.

Durch den Vorspann musste ich mich regelrecht quälen (aber ich wollt's ja auch wissen, hätte ihn ja einfach überspringen können), das war genau, was ich von dem Buch befürchtet hatte: langatmig, nicht auf den Punkt, zwischen Themen springend. Da beruhigt es auch nicht, dass er selber seine Erzählweise genauso beschreibt, wie ich sie empfinde.

Dann ein paar Worte zur Belichtung und zu seinem Equipment, und den Rest des Buches sind Fotos mit der Beschreibung, wie er dort das Foto und das Licht aufgebaut hat - hier wurde es dann auch interessanter für mich.

Was ich etwas anstrengend finde, ist sein ständiges Pochen auf TTL-Blitzen als das einzig Wahre, um dann in jedem Shoot zu erklären, wie er TTL überlisten musste, damit ein anständiges Bild rauskommt, er aber auch nicht müde wird, zu betonen, das ihm TTL ja so viel Arbeit erspart hätte. Bei ein paar Situationen gibt er immerhin zu, das TTL das nicht mehr leisten kann und stellt auf manuell um.

Bei ein oder zwei seiner Shoots sehe ich den Vorteil von TTL ein, bei den restlichen hätte er sich meiner Meinung nach mit manueller Einstellung und ein paar Funkauslösern deutlich leichter getan. Es bleibt bei mir das Gefühl, als wenn da auf biegen und brechen versucht wird, TTL als toll hinzustellen, selbst in den Fällen, wo es keinen Vorteil bringt.

Nichts gegen TTL, aber McNally stellt es so dar, als wenn man die Hintergründe nicht verstehen muss, wenn man TTL hat. Ich halte das Hintergrundwissen (das McNally hat und auch einsetzt wenn's drauf ankommt) allerdings für sehr wichtig und hilfreich, entsprechend finde ich seine Aussage dazu eher hinderlich als hilfreich.

Interessant sind seine Lichtformer und Halterungen, vor allem die Justin Clamp (Manfrotto 175F) ist super. Ebenfalls sehr interessant ist sein Einsatz von Farbfolien, die er wirklich sehr ausgiebig benutzt, vor allem CTO um wärmeres Licht zu bekommen. Gerne auch mal drei davon übereinander.

Auch eine super Idee ist, Gegenstände ins Licht zu stellen, um Schatten im Bild zu erhalten.

Über die Häfte der Shoots in dem Buch fallen in die Kategorie "klatschen wir mal 2-3 CTO-Folien auf den Blitz, dann siehts schön nach Abendlicht aus". Einige der Shoots sind extrem exotisch, die schlag ich nach, falls mir Nikon mal 50 Blitze in die Hand drückt um damit ein Militärflugzeug zu fotografieren.

Und ein paar enthalten sehr gute Ideen, wie zB den Blitz weit weg stellen und Gegenstände ins Licht rücken, um Schatten zu bekommen.

Bereut hab ich es nicht, das Buch gelesen zu haben, aber so richtig der Aha-Effekt stellte sich auch nicht ein. Aber wenigstens weiß ich jetzt, wovon ich rede.

Das Buch wäre in meinen Augen deutlich besser und lesbarer geworden, wenn man die Texte großzügig um den "Fluff" gekürzt hätte.

Veröffentlicht am Mo, 08. Mär 2010, 07:27 von Sam

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