Ineinandergelaufene Farben auf einem Fehldruck
Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Nachdem ich ein paar schlechte Erfahrungen mit selbsternannten Fine-Art-Printern hatte, fang ich mal an, die schlimmsten Fälle hier zu dokumentieren.

Als ich mit hochwertigen Drucken anfing, wusste ich ja, dass ich anfangs Lehrgeld zahlen muss, um ein Gefühl für die Wirkung und Verarbeitung verschiedener Materialien zu bekommen.

Überrascht hat mich die sehr unterschiedliche Qualität, vor allem aber die Ausreden dazu.

Zum Glück hatte ich bereits an verschiedenen Stellen Bilder auf Fotopapier oder Leinwand drucken lassen, hatte also schon Ergebnisse eigener Fotos gesehen. Sonst hätte ich nach den Ergebnissen des einen oder anderen "Fine-Art"-Printers die Drucktechnik für untauglich eingestuft.

Den Anfang macht:

Fall 1: "Das ist bei Leinwand so"

Die erste Enttäuschung war ein Copy-Shop vor Ort, der einen HP Z3100 mit ca. 115cm Druckbreite stehen hatte. Die Kommunikation mit ihm war eine Katastrophe. Auf Fragen kamen nie klare Antworten, sondern eher etwas, was mir im Nachhinein wie Angeberei vorkam. Fragte ich, welche Papiere er habe, dann antwortete er, er hätte ganze Kataloge voll von Papieren (die er mir nie zeigte).

Nach einigen vergeblichen Kommunikationsversuchen gab ich ihm einfach eine Druckdatei mit dem Wunsch "auf Leinwand, bitte".

Im Nachhinein hätte ich gleich woanders hingehen sollen, es war einfach anstrengend mit ihm zu reden und brachte keine Ergebnisse. Wie auch, wenn man nicht weiß, worauf man sich einstellen soll.

Als ich den Druck abholte, war auf den ersten Blick klar, der Druck taugt nichts. Das ganze Bild, eher farbenfroh, wirkte flau und grau.

Noch im Laden erwähnte ich, dass die Farben nicht so waren, wie ich mir das vorgestellt hatte (wenig ahnend, dass dieser Satz mich noch öfter begleiten sollte).

Er ging sofort auf volle Abwehr, das sei bei Leinwand nun mal so, und dabei sei seine Leinwand ja sogar eine der Besten, grade kürzlich hätte ihm ja erst ein Vertreter bestätigt, dass er da ja den RollsRoice unter den Leinwänden hätte.

Da der Druck sehr günstig war, und ich durch seine energischen Einwände verunsichert war, hab ich den Druck bezahlt und mitgenommen, um ihn in Ruhe zu vergleichen.

Später fiel mir auf, die Farben waren nicht nur flau, an einigen Stellen waren sie sogar verlaufen, wie man auf dem Foto sehen kann.

Was vermutlich schiefgelaufen ist

Der schlimmste Patzer war die Kommunikation. Der Herr war überhaupt nicht hilfsbereit, sondern nur darauf aus, auf alles eine möglichst toll klingende und endgültige Antwort zu haben, nach der man ihn bitte in Ruhe lassen solle. Und das war auch das Signal, das ich gleich wieder hätte gehen sollen.

Was den Druck angeht, ich denke der Drucker und die Leinwand waren nicht richtig aufeinander abgestimmt, so das die Farbe teilweise verlief (zu viel Farbe?).

Und die flauen Farben lagen wohl daran, dass ich ihm die Druckdatei in AdobeRGB gegeben habe, seine Drucksoftware sie aber als sRGB interpretiert hat. Darauf, das ein Fine-Art-Printer nicht mit AdobeRGB umgehen kann, wäre ich nicht gekommen.

Veröffentlicht am Di, 22. Dez 2009, 06:48 von Sam

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