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Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Vor 14 Monaten hab ich mir einen neuen Rechner mit einer (für damals) großzügig dimensionierten 750GB Festplatte gekauft. Seit 14 Tagen bin ich ständig dabei, Platz auf der Festplatte freizuschaufeln, denn sie läuft gnadenlos über.

Eine Zeitlang kann ich mich mit dem Löschen inzwischen unnützer Daten noch retten, doch eine Aufrüstung muss her, keine Frage. Und meine Backup-Lösung, ebenfalls für 750GB ausgelegt, muss ich dann auch aufrüsten - keine Daten ohne Backup!

Meine Anforderungen hier sind sehr eng: Ich möchte alle meine Fotos auf meiner internen Festplatte im Zugriff haben, und ich möchte nur eine Festplatte im Computer haben, da sich mehrere Festplatten zu hörbar mehr Lärm aufschaukeln.

Fileserver, NAS, externe Laufwerke als Arbeitsplatte, das fällt für mich alles aus, möchte ich nicht. Sind alles nur zusätzliche Stromfresser, Lärm- und Fehlerquellen ;)

Dazu will ich zwei Datensicherungen haben, die schnell gemacht sind und schnell ohne exotische Hardware wieder eingelesen werden können. Hier haben sich externe Festplatten für mich bewährt.

Online-Sicherungen fallen für mich raus, ich möchte gar nicht überlegen a) wie lange es dauert, meine Dateien zu sichern, wenn ich von einem Shooting mit 20GB Fotos zurück komme, oder wenn ich an ein 2GB Panorama bearbeite.

Und die Rücksicherung - mal eben 1TB vom Netz ziehen? Danke, ich verzichte!

Da ich mein System ohnehin frisch mit Windows 7 installieren möchte, war für mich klar: ich kaufe drei Festplatten zu je 1,5TB, eine davon kommt in den Computer, zwei werden wechselseitig per Robocopy (manuell gestartet) auf dem aktuellsten Stand gehalten, und eine der Festplatten liegt grundsätzlich im Büro.

Bisher habe ich verschiedene Formen von Datenverlust erlebt, und meine Lösung würde diese Formen alle abdecken:

1) Löschen von Dateien (versehentlich oder durch Viren).
Beheben: Sicherungsplatte anstöpseln, Dateien per Explorer zurück kopieren. Anders als bei einem RAID-System, wo die Dateien automatisch auch auf den gespiegelten Platten gelöscht werden, ist das hier kein Problem.

2) Festplatte geht kaputt.
Beheben: neue Platte kaufen, einbauen, installieren, Dateien von einer der Sicherungsplatten zurückspielen. Da die Sicherung gespiegelt ist, ist es ein Kinderspiel die Daten wieder in die alten Ordner zu lagern, ich muss mir nicht die Dateien von DVDs zusammensuchen oder sowas.

3) Einbruch, Rechner samt Platte wird geklaut.
Schon mehrfach von Kunden gehört: dort wurde bei einem Einbruch nicht nur der Computer geklaut, sondern auch das Datensicherungslaufwerk samt Medien, das neben dem Computer lag. Daher immer eine Sicherung außer Haus aufbewahren, denn es ist nicht wahrscheinlich das gleichzeitig zu Hause und im Büro eingebrochen wird.

4) Wasser- oder Feuerschaden
Hierbei werden die Sicherungen üblicherweise genauso beschädigt wie der Computer. Vor allem verbrennendes Plastik setzt ätzende, klebrige Dämpfe frei, die einer Festplatte selbst dann den Garaus machen können, wenn sie nicht direkt im Feuer liegt. Auch hier hilft, das eine Sicherung außerhalb liegt, denn ein Brand an zwei Stellen gleichzeitig ist nicht wahrscheinlich.

5) Nebenanforderung: Drei verschiedene Platten kaufen.
Immer mal wieder liest man von einer ganzen Charge von Festplatten, die dank eines Produktionsfehler sehr zeitnah den Geist aufgeben. Vor Jahren hatten wir im Büro mal das Pech, gleich mehrere Festplatten gekauft zu haben, die dann innerhalb von wenigen Tagen nacheinander den Geist aufgaben. Daher drei verschiedene Festplatten von drei verschiedenen Herstellern kaufen, um dieses Risiko auszuschließen.

Was ich nicht absichere, weil es einfach zu unwahrscheinlich ist, ist das gleichzeitige abbrennen oder der gleichzeitiger Einbruch sowohl zu Hause als auch im Büro, wo die zweite Sicherung lagert. Klar, das könnte passieren, aber ist ein so unwahrscheinlicher Fall im Vergleich zu den anderen, dass er für mich keine Rolle spielt.

Was ich ebenso albern finde, sind RAID-Systeme. Die kosten nämlich viel Geld, machen viel Lärm, und helfen nur gegen einen einzigen meiner 4 Aus-Fälle, den wo nur eine Festplatte kaputt geht. Versehentlich Daten gelöscht oder überschrieben? Das RAID bügelt die auch auf der Kopie mit über. System geklaut oder verbrannt? Das RAID ist dann wohl auch eher komplett weg.

RAID ist kein Ersatz für eine Datensicherung, sondern wird bei Servern eingesetzt, die immer verfügbar sein müssen, um die Ausfallzeit zu verringern.

Nach einem Artikel von Omori über den Sharkoon Quickport Pro kam mir der gleiche Gedanke wie ihm: klar hatte ich von dem Gerät schon gelesen, aber warum hatte ich mir das Ding nicht gekauft??

Also drei Festplatten gekauft, den Quickport Pro, eine Festplatte in den Rechner, Windows 7 installieren, Daten draufspielen, Daten auf beide Sicherungsplatten spiegeln, eine ins Büro, und die alten 750er Festplatten für andere Dienste bereitstellen. So war der Plan, leider hab ich beim Versuch, ihn auszuführen ein falsches BIOS in meinen Computer geflasht, was die Ausführung gründlich bremste, aber dem Ergebnis keinen Abbruch tat.

Ich hoffe der Speicherplatz reicht für die nächsten 14 Monate.

PS: Klar, ich hätte auch 2TB Festplatten nehmen können, aber die kosten für 25% mehr Platz 100% mehr Euros, was für mich ein schlechtes Preis/Leistungsverhältnis ist.

[Update] Eine gute Idee zum Lagern von externen Sicherungen hat Stefan von Ploing: Macht Backup-Gemeinschaften.

Veröffentlicht am Fr, 04. Sep 2009, 07:10 von Sam

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