Panorama Flensburger Hafen
Sam Jost
 RSS-Abo



Mehr von Sam
radeldudel.de durchsuchen:
Farbmanagement für die Digitalfotografie

DNG?13.06.2009

Als ich das erste Mal von DNG hörte, war ich begeistert:

Yeah, ein einheitliches Format für alle RAW-Dateien! Man muss also nicht mehr warten, bis der Lieblings-RAW-Konverter endlich die neue Kamera unterstützt, sondern kann direkt loslegen, jede Software kann dann auf jedes RAW zugreifen, geile Idee, ich bin dabei!

Nachdem ich eine Zeitlang alles in DNG umgewandelt habe, bin ich inzwischen ernüchtert, wieder zurück, und ärgere mich ein wenig, meine RAWs nicht mehr im Originalformat zu haben.

Warum? Weil DNG keinen Mehrwert bringt. Null. Nix. Nada. Zilch. Nothing.

Viele Programme können immer noch kein DNG, oder unterstützen es eher schlecht.

Neue RAW-Formate werden oft auch dann nicht von den RAW-Konvertern gelesen, wenn sie in DNG umgewandelt wurden, weil der Konverter das Kameramodell nicht kennt.

Es gehen Informationen verloren - das DNG ist halt nicht mehr ganz das Original.

Vor allem aber: ich kann auch später noch umwandeln. Wenn es tatsächlich mal einen Mehrwert bringen sollte.

Häufiges Argument in Foren etc. für DNG ist

"wer weiß, ob ich meine RAW-Dateien später mal sonst noch lesen kann?"

Völliger Blödsinn. Warum sollte ein Hersteller von einem RAW-Konverter die Routinen für ein inzwischen altes RAW-Format aus seiner Software werfen?

Hat sich schon mal jemand die Liste von Formaten angeschaut, die gängige Bildbearbeitungen so einlesen können? Manche Formate sind so alt, da waren die Leute, die nach DNG-Konvertierung fragen noch nicht mal geboren.

Glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass diese Formate über Nacht verschwinden, nicht mehr unterstützt werden, von keiner Software?

Und das wichtigste: Glaubt ihr, Adobe's RAW zu DNG Konverter würde die Unterstützung für ein "altes Format" rauswerfen?

Mancher mag denken "vielleicht gibt es diesen Konverter ja irgendwann nicht mehr". Der einzige Grund, den ich mir dafür vorstellen könnte, wäre, wenn es Adobe in dieser Form nicht mehr gäbe, oder Adobe das DNG-Format aufgibt.

Und wenn einer dieser beiden Fälle eintritt, möchte ich nicht alle meine Fotos in DNG konvertiert haben.

Ehrlich, Hut ab vor Adobe: Sie haben DNG sehr gut positioniert, pushen das Format und bringen viele Leute dazu, über eine Konvertierung nachzudenken, obwohl niemand (außer Adobe) etwas von einer Konvertierung hat. Vom Marketing her eine beachtliche Leistung.

Ich sehe das inzwischen jedenfalls ganz gelassen, ich bin mir sicher, dass ich meine RAWs auch noch in 10, 20, 30, 40 oder gar 50 Jahren in DNG konvertieren kann. Also sehe ich keinen Grund es jetzt zu tun, oder in naher Zukunft.

Wer sich Sorgen um die Lesbarkeit seiner RAW-Dateien macht, sollte lieber die Initiative OpenRaw unterstützen, die sich für offengelegte RAW-Formate einsetzt. Das ist tausendmal sinnvoller als sich in Adobes Hände zu legen und zu hoffen, dass die das schon richtig machen werden.

Veröffentlicht am Sa, 13. Jun 2009, 09:24 von Sam

Social Plugins von Facebook, Google und Twitter für www.radeldudel.de abschalten.

Anmelden, um den Artikel zu diskutieren.

Heilpraktiker in Flensburg
© 2004-2014 Sam Jost, Flensburg. Unerlaubte Vervielfältigung untersagt.
Die Inhalte von www.radeldudel.de sind meine ganz private Meinung.