Rote Tanzschuhe
Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Optimierung der eigenen Webseite für Suchmaschinen, im englisch "Search-Engine-Optimizing" oder kurz SEO genannt, ist für Fotografen genauso wichtig wie für jede andere Webseite auch. Da mir viele Webseiten von Fotografen begegnen, die die wichtigsten Grundregeln des SEO verletzen, denen man anmerkt, dass der Ersteller sich nie damit beschäftigt hat, wer eigentlich seine Seiten besucht, und wie er sie verwendet, nehme ich das zum Anlass, mal ein paar Tipps zum Erstellen einer Suchmaschinenfreundlichen Webseite zu geben.

Was ich hier schreibe sind keine Geheimtipps, sondern einfache Beobachtungen, welche meiner Webseiten besonders gut liefen und welche nicht, gepaart mit ein paar Überlegungen dazu, wie andere Leute eigentlich nach Fotos oder einem Fotografen suchen.

Die von Google selber immer wieder eingebleute, wichtigste Regel lautet:

Mach Deine Seite für Menschen!

Die meisten Leute denken sich irgendwas aus, sie sind ja ein Mensch, und glauben damit hätten sie dieser Empfehlung genügt. Leider verloren (und zwar Besucher).

Um Deine Webseiten für Menschen zu gestalten, solltest Du Dir als erstes Mal überlegen:

1) Für wen mach ich die Webseiten?
2) was wollen diese Leute von meinen Webseiten?

Wenn Du die Webseite in erster Linie als Selbstbeweihräucherung machst, dann benutzt ruhig Flash, kräftige Musik und kryptische Links - Hauptsache Du kannst Dir hinterher auf die Schulter klopfen, was für ein toller Hecht Du doch bist - die anderen wissen Deine Fähigkeiten einfach nur nicht zu würdigen. Wenn Du das richtig gut machst, kannst Du vielleicht auch für andere solch tolle Flash-Webseiten programmieren, ist doch immerhin etwas.

Solltest Du allerdings vorhaben, mit Deiner Webseite (potentielle) Kunden anzusprechen, dann überlege: wen will ich ansprechen? Welche Art von Fotografie will ich anbieten? Will ich Fotos verkaufen? Mit was für Fotos will ich in Verbindung gebracht werden?

Der wichtigste Faktor, den man bedenken sollte, ist der Mensch: Nein, nicht Dich, sondern Deine Besucher. Überleg Dir ein paar Szenarien, wie jemand zu Deiner Webseite findet, was er dann dort möchte, und wie er es erreichen kann.

Und nein, "Besucher hat meine Webseite auf einem Flyer gelesen, gemerkt, besucht sie, sieht meine toll gestaltete Seite und gibt mir einen Auftrag" ist kein realistisches Szenario - das ist Träumerei. Klar, passiert auch manchmal, aber die meisten können sich ja nicht mal die Adresse der Webseite auf dem Flyer merken, geschweige denn habe grade einen Fotoauftrag zu vergeben.

Wahrscheinlicher wäre, jemand sucht einen Hochzeitsfotograf. Also tippt er in Google (oder einer anderen Suchmaschine) "Hochzeitsfotograf" ein. Mit Glück findet er dort eine Seite, die ihn anspricht, wahrscheinlich wird er eher durch die vielen Ergebnisse erschlagen und sucht "Hochzeitsfotograf Flensburg". Oder "Hochzeitsfotos Flensburg". Oder "Hochzeit Fotos Flensburg". Überlege Dir, mit welchen Worten Du gefunden werden willst, und sieh zu, das diese Worte auch alle auf der Webseite vorkommen. Wenn die Worte nicht da sind, wird man Dich mit ihnen auch nicht finden.

Denk Dir möglichst viele Szenarien aus. Beobachte andere, wie sie im Internet nach Seiten suchen. Vor allem:

Frage Deine Kunden, wie sie Dich gefunden haben!

Mit diesen Informationen überlegst Du Dir dann, wie Deine Webseite gestaltet sein sollte, damit der Besucher sie finden kann, und sich dort zurechtfindet.

Falls Du Fotos auf der Seite verkaufen möchtest, gibt es ein paar mehr Überlegungen:

- Wie können neue Besucher nach bestimmten Motiven suchen? Professionelle Einkäufer haben keine Lust, durch dutzende Galerien zu klicken, um vielleicht ein gutes Foto zu finden. Sie bevorzugen Stichwortsuche, oder aussagekräftige Kategorien.

- Wiederkehrende Besucher möchten vielleicht nur die Fotos seit ihrem letzten Besuch sehen, oder über neue Fotos benachrichtigt werden. Ein RSS-Feed oder eine E-Mail-Benachrichtigung mit Stichwortsuche könnte eine gute Idee sein.

- Jemand überlegt, ein Foto zu kaufen, möchte aber noch seine Frau/Chef/Kollegen fragen. Dafür sollte es möglich sein, die Adresse zu dem Foto zu verschicken (also keine Frames oder ähnliches, wo man nicht direkt auf eine Unterseite verlinken kann), oder die Adresse ins Telefon zu diktieren.

- Jemand möchte sich ein Foto als Favorit ablegen, um später noch mal drüber nachzudenken: der Titel der Seite sollte sinnvoll sein, der wird ja auch als Titel für den Favorit vorgeschlagen. Leg selber ein paar Deiner Fotos als Favorit an, und schau Dir an, wie das im Browser aussieht: steht überall dasselbe? Kann man aufgrund des Titels sehen, welches Foto das war?

Auch für Fotografen, die keine Fotos, sondern ihre Dienstleistung verkaufen wollen, kann es sinnvoll sein, ihre Referenzen mit vernünftigen Stichwörtern zu versehen, damit potentielle Kunden dort nachschauen können, ob und was für Fotos ihr schon mal in ihren Branchen gemacht habt.

Ein paar konkrete Tipps:

1) Hilfreiche Webadressen (URLs)

Die Adresse zu eurer Webseite wird von Menschen gesehen, manchmal eingetippt, von Suchmaschinen gelesen und bewertet. Hochdynamische Adressen wie

www.radeldudel.de/navmain?vid=0UE3CNurtY

solltest Du tunlichst vermeiden! Sie sind für Menschen schlecht (vor)lesbar, und Du vergibst ein wichtiges Element für die Bewertung durch die Google-Suche.

Bring stattdessen die wichtigsten Stichworte lesbar in der URL unter:

www.radeldudel.de/HochzeitsfotografFlensburg

Wohlgemerkt nur die wichtigsten! Je weniger Stichworte in der URL, desto höher werden sie bewertet. Je mehr Stichworte in der URL, desto schlechter! Die folgende URL ist also eher kontraproduktiv:

www.radeldudel.de/HochzeitsfotografHochzeitsfotosTraumhochzeitFlensburgGluecksburgSchleswigTarpKappeln

So lang wie nötig, so kurz wie möglich!

Diese Worte müssen auch im Text der Webseite vorkommen! Worte, die nur in der URL vorkommen, aber nicht im Text, werden meist ignoriert.

Und auch wenn ich meine URLs in gemischter Gross/Kleinschreibung schreibe, kann es sinnvoller sein, einfach alles klein zu schreiben, damit jemand die URL einfacher am Telefon diktieren kann. Wenn man denn erwartet, dass das mal passieren sollte.

2) Gib Deinen Seiten hilfreiche Titel

Der Titel einer Webseite wird oft unterschätzt, dabei hat er zusammen mit der Adresse großen Einfluss darauf, für wie passend zu einem Suchbegriff Google Deine Webseite hält, und er wird in den Suchergebnissen groß angezeigt, und ist damit das wichtigste Kriterium für einen Suchenden, um zu entscheiden, ob er Deine Seite besucht oder eine andere.

Das bringt uns zu:

3) Schreibe eine Kurzbeschreibung in das Meta Description-Tag.

In den Anfängen der Websuche wurde immer auf das Meta Keyword-Tag hingewiesen, das hat sich heutzutage aber völlig überholt. Viel interessanter ist die Meta Description, nicht nur, weil ihr Inhalt von Google mit in den Index aufgenommen wird, sondern vor allem, weil die ersten ca. 160 Zeichen beim Suchergebnis mit angezeigt werden.

Ein Suchergebnis in Google

Dieser kurze Text, den Google unter den gefunden Links anzeigt, ist mich und wohl viele andere Suchende sehr entscheidend in meiner Entscheidung, welche der gefundenen Seiten ich besuche!

4) Bringe alle nötigen Worte auf Deinen Webseiten unter!

Die Stichworte müssen natürlich auch auf die Seite selber! Während im Titel und der Adresse nur die wichtigsten Stichworte stehen sollten, darf der Text gerne alle passenden Worte enthalten. Aber auch hier gilt: nicht jede Seite mit Stichworten überladen, das wirkt nicht nur für Besucher abstoßend. Vergesst nicht die Worte aus Titel und URL ebenfalls mit unterzubringen!

5) Nutze die Tools der Suchmaschinen.

Google bietet zum Beispiel ein kostenloses Branchenregister und Webmaster Tools an, die man beide ruhig in Anspruch nehmen kann.

Es kann sich durchaus auch lohnen, sich bei Google AdWords mit den passenden Stichworten anzumelden - hier kann man für wenig Geld Werbung bei passenden Google-Suchen schalten.

Und das wichtigste:

6) sauberes HTML ohne Flash, keine Script-Links, etc

Suchmaschinen lesen am liebsten HTML ohne Spielkram. Wenn Deine Seite dem HTML-Standard nicht entspricht, oder Du Deine Seiten hinter schicken animierten Script-Links versteckst, wird Google sie unter Umständen gar nicht erst finden. Also vorsicht mit sogenannten "Aktiven Inhalten".

Zum Schluss: Es geht nicht um euch!

Und denk daran, es geht auf Deiner Seite nicht darum, wie gut Du bist, es geht darum, wie gut Du Deinem Kunden helfen kannst!

[Update]Peter hat mich daran erinnert, das die Wahl des Domain-Namen sehr wichtig ist! Wenn ihr euch auf ein Gebiet spezialisiert habt, hilft es sehr, wenn der Name eurer Domain die wichtigsten Begriffe wiederspiegelt, wie bei ihm Sportfoto Köln - Google sucht bevorzugt Webseite, wo der Domain-Name mit den Suchbegriffen übereinstimmt. Vorausgesetzt, die Webseite ist nicht völlig Google-Feindlich umgesetzt.

Veröffentlicht am Sa, 23. Mai 2009, 15:12 von Sam

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