100% Ausschnitt aus dem Gigapixel-Bild
Sam Jost
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Scharfe Fotos mit der Digitalkamera

In letzter Zeit las ich häufiger von Gigapixel-Fotos, die mit aufwändigen Stativen und spezieller Software erstellt wurden. Beeindruckend, aber für den Hausgebrauch sind die nötigen Gerätschaften etwas teuer.

Panoramen sind auch immer wieder sehr beliebt: als wir vor ein paar Wochen in Hamburg waren, haben wir zufällig in einer Poster-Galerie beeindruckende Panoramen von Hamburg gesehen, beeindruckend vor allem, da sie dort sehr groß an der Wand hingen, 1,50m bis 2,50m breit kamen diese Panoramen sehr schön zur Geltung.

Ich selber habe mich bisher wenig mit Panorama-Software auseinandergesetzt, aber seit ich diese Bilder gesehen habe, lässt mich die Idee von einigen raumgreifenden Fotos in unserem Wohnzimmer nicht mehr los. Natürlich möglichst detailliert.

Wie der Zufall das so wollte, stolperte ich kurz darauf über eine vollautomatische Panorama-Stitching-Software, die das Erstellen von Gigapixel-Fotos zum Kinderspiel machen soll, und die dazu kostenlos ist: Den Image Composite Editor von Microsoft Research (MS ICE).

Zum Testen ein paar (nie für ein Panorama gedachte) Fotos unseren Hauses in das Programm geworfen, die teils hochkant, teils quer fotografiert waren, für die ich verschiedene Brennweiten benutzt hatte. ICE suchte sich automatisch Bilder raus, mit denen es etwas anfangen konnte, und ich war schon beeindruckt über das Resultat.

Als nächstes ging ich dann bei gutem Wetter los, machte aus der Hand gut 60 Fotos der Flensburger St. Nikolai-Kirche, fütterte damit ICE - Heraus kam ein 500 Megapixel Bild, das ich dann auf gut 250 Megapixel beschnitten habe. Noch die Perspektive korrigiert, was über ein paar Regler einfach zu bewerkstelligen war, und fertig war das Gigapixel-Panorama. Das einzige, was fehlt, ist die Ecke vom Bild, wo nur blauer Himmel zu sehen war, von diesem Bereich habe ich keine Fotos gemacht - ein paar Wolken hätten vermutlich geholfen.

reichlich Fotos der St. Nikolaikirche Flensburg

Screenshot vom Microsoft Image Composite Editor

Für das Internet macht es natürlich wenig Sinn, ein Foto in 20.000x13.000 Pixeln als Jpg zu speichern, stattdessen gibt es zwei Möglichkeiten, das Bild so zu speichern, dass man online drin scrollen und zoomen kann: Einmal als "Deep Zoom-Image", wofür der Betrachter Silverlight installiert haben muss, so eine Art Flash-Clone von Microsoft (wer Silverlight kennt, würde mich für diesen Vergleich vermutlich erschlagen), oder als "HD View Tileset", eine Variante, wo sogar beim betrachten von dunklen Stellen im Bild das Bild aufgehellt wird, und in hellen Stellen abgedunkelt wird, damit man HDR-Bilder betrachten kann ohne ein Tonemapping machen zu müssen.

Da bei meinem Foto keine besonders hellen oder dunklen Stellen enthalten waren, und man für die HD-View noch ein extra Tool installieren muss, hab ich mein Kirchenbild mal als Deep Zoom abgespeichert. Wenn man Silverlight 2 installiert hat, kann man in dem Bild herumscrollen und zoomen, und schön in die Details gehen.

Wer Deep Zoom nicht kennt, es gibt zwei schöne Beispiel-Gigabilder: Das absolut irre Yosemite Extreme Panoramic Imaging Project und die Memorabilien des Hard Rock Cafe.

So schön ich in meinem eigenen Projekt auch lokal herumzoomen konnte, wenn ich das aus Microsoft ICE erstellte Projekt direkt auf meinen Webserver hochgeladen habe, bekam ich nur noch eine lapidare Fehlermeldung "Parse error: parse error, unexpected T_STRING ...".

Für Deep Zoom aufs Bild klickenDa ich für dieses Problem leider auf Anhieb keine Lösung fand, habe ich das erstellte Bild als 1GB großes Tiff gespeichert, und mit dem Deep Zoom Composer ein Silverlight xap daraus gemacht. Das konnte ich dann erfolgreich hochladen (wobei dieses kleine Bildchen auf meinem Server lächerliche 34MB verstreut in gut 6.000 Dateien belegt. Definitiv etwas unhandlich für den Alltag): Zum Deep Zoom Foto der Flensburger St. Nikolaikirche.

Perfekt ist das Bild nicht, wer genauer hinschaut wird an einigen Stellen Brüche und Absätze entdecken, wo ICE meine aus der Hand geschossenen Fotos teilweise nicht zur Deckung bringen konnte. Mit einem Panoramakopf, oder überhaupt vom Stativ gemacht, würde das vermutlich besser zusammenpassen. Dazu habe ich die Fotos mit Autofokus gemacht, wodurch in den verschiedenen Fotos die Schärfe unterschiedlich tief liegt, was ebenfalls keine so glückliche Grundlage für das Programm darstellt. Dafür, finde ich, hat es sich wacker geschlagen.

Allerdings habe ich keine anderen Programme hier, die entsprechendes leisten, kann also keine Vergleiche anstellen - vermuten tu ich, dass es durchaus auch andere Programme gibt, die das können.

Die Vollautomatische Erstellung erkauft man sich unter anderem mit viel Rechenzeit, aber auch damit, dass man keinerlei manuellen Einfluss auf die Auswahl und das zusammensetzen der Fotos hat.

Veröffentlicht am Fr, 17. Apr 2009, 00:34 von Sam

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