Schärfeverlauf bei Blende 1.2
Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Nachdem ich mir ein Nikkor AF-S 50/1.4 gegönnt habe, und im ersten Moment das Gefühl hatte, die Bilder wären weder außergewöhnlich scharf, noch der Autofokus umwerfend schnell oder sicher, noch die Farben besonders, habe ich mich gestern mal hingesetzt und mich ausführlich mit dem AF-S50 auseinander gesetzt.

Hab Blendenreihen fotografiert, sowohl mit der D90 wie auch einer D40, Vergleichbare Fotos mit dem Nikkor AF-S 18-200 DX und dem Pentax A50/1.2 gemacht, viel auf Fotos geschaut. Und im Verlauf dieser Aktion habe ich mich mit dem AF-S 50/1.4 versöhnt: Meine erste Enttäuschung beruhte mehr auf meiner überzogenen Erwartung, nicht so sehr auf der Leistung des Nikkor.

So habe ich meine ersten Autofokus-Tests zum Beispiel aus dem fahrenden Auto gemacht. Auf sich bewegende Ziele. Bei wenig Licht in der Dämmerung. Mit einer spiegelnden Scheibe und ruckartigen Bewegungen. Es überrascht wenig, dass die Linse unter diesen Umständen keine Bestleistungen geben konnte. Für eine endgültige Beurteilung des AF warte ich bis zum nächsten ernsthaften Einsatz ab.

Dann was die Schärfe und den Kontrast anging: im ersten Eindruck hatte ich beim Betrachten von Fotos nicht das Gefühl, dass das AFS50 schärfer abbilden würde als das Nikkor AF-S 18-200 oder das Tokina 11-16, was mich irgendwie enttäuschte: ich hatte von einer aktuellen Festbrennweite mehr erwartet als von einem nicht mehr ganz aktuellen Zoom.

Nachdem ich haufenweise Vergleichsfotos gemacht habe, musste ich feststellen: Unter Idealbedingungen sind subtile Unterschiede vorhanden, aber nicht so stark, wie ich erwartet hatte. Vor allem war der Superzoom wesentlich schärfer als erwartet. Hier ein paar 100% Ausschnitte zum selber vergleichen:

Vergleich verschiedener 50mm Brennweiten

Aus Neugierde hab ich auch gleich ein paar Blendenreihen mit den verschiedenen Objektiven gemacht, auch hier gab es keine großen Überraschungen: das Nikkor AF-S 50/1.4 ist auch offen schon recht scharf (natürlich mit geringer Tiefenschärfe), der Kontrast scheint so ca. auf Blende 8 seinen Höhepunkt zu erreichen, um danach wieder schwächer zu werden, sowohl an der D90 wie auch an der D40. Das sollte wohl niemand überraschen.

Hier mal ein Crop der Blendenreihe zum selber drauf gucken:

Blendenreihe Nikkor AF-S 50/1.4

Gelernt habe ich aus dem herumspielen Kleinigkeiten: Das AF-S 18-200 DX ist verdammt gut, besser als ich gedacht hätte, zumindest bei 50mm, ein Polfilter sorgt für ein wenig mehr Kontrast, Blende 8 scheint bei diesen Objektiven optimal, schlecht sind die Ergebnisse aber alle nicht.

Das Nikkor AF-S 18-200 DX VR kann in diesem Fall mit dem AF-S 50/1.4 mithalten. Würde ich die Lichtstärke des AF-S 50 nicht brauchen, so würde ich mich vermutlich über den Kauf ärgern :)

Für mich viel wichtigeres Ergebnis, war das auseinandersetzen mit der D90: Spiegelvorauslösung, Kabelauslöser, manuell Fokussieren - mal ehrlich, ich wär im Praxiseinsatz unter Zeitdruck eher nicht darauf gekommen, dass man den Kabelauslöser dort einsteckt, wo an der Kamera "GPS" steht.

[Update]

Zippo macht (zu Recht) die folgende Anmerkung:

Naja. Mal ganz ehrlich: solche Schärfeunterschiede sind doch Banane. Ich glaube nicht, dass der Fotograf selbst und erst recht nicht ein Kunde an unterscheiden könnte, ob ein Bild jetzt mit dem Suppenzoom oder der Festbrennweite aufgenommen wurde. Viele Grüße von Zippo!

Ja, sind sie ... in diesem Fall.

Ich möchte aber gerne vorher wissen, wie meine Objektive sich verhalten, darum probiere ich sowas aus. Hab einmal alle Fotos eines teuren Shootings (Luftaufnahmen) wegwerfen müssen, weil das Objektiv mau war, seitdem bin ich etwas vorsichtiger und probiere neue Objektive in harmlosen Situationen aus.

Veröffentlicht am Mo, 23. Mär 2009, 07:10 von Sam

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