Tulpe mit zwei unterschiedlichen Objektiven
Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Gestern erwähnte ich auf Twitter, dass ich mir ein Nikkor AF-S 50/1.4 bestellt hätte. Auf die Rückfrage, ob ich denn der Meinung wäre, dass der Unterschied zum AF 50/1.8 das Wert wäre, erwähnte ich, dass mein Nikkor 85/1.8 milchige Fotos machen würde, und ich die Hoffnung hätte, dass das beim AF-S 50/1.4 besser sein würde.

Als ich anfing, ernsthaft in den DSLR-Bereich einzusteigen, habe ich in erster Linie auf die technischen Daten von Objektiven geachtet, vor allem auf die maximale Blendenöffnung. Nicht umsonst war mein erstes Objektiv für die *istD das Pentax A50/1.2, ein ausgezeichnetes Objektiv aus der Analogen Zeit.

Einige Jahre später lieh ich mir von meinem Fotohändler ein frisch auf den Markt gekommenes DA50-135/2.8, um zu sehen, ob der neue Autofokus von Pentax sich lohnen würde. Kurz gesagt, der AF hat mich nicht überzeugt, stattdessen erlebte ich eine ganz andere Überraschung:

Die Fotos aus dem DA*50-135/2.8 sahen für mich sichtbar besser aus als die aus dem A50/1.2. Die Farben waren satter, die Kontraste kräftiger. Nichts, was man nicht mit etwas Bildbearbeitung beheben könnte, aber doch deutlich sichtbar.

Solche Eindrücke sind natürlich üblicherweise schwer zu vergleichen, und höchst subjektiv, seitdem achte ich natürlich mehr auf diese ersten subjektiven Eindrücke. Dabei habe ich für mich festgestellt, das ältere Objektive an digitalen Kameras meist ein wenig flauere Fotos machen, als neuere. So ist zum Beispiel das oben erwähnte A50/1.2 1984 auf den Markt gekommen, das DA*50-135/2.8 2007. Dazwischen stehen 23 Jahre Fortschritt: neue Gläser, neue Beschichtungen, neue Erkenntnisse, und vor allem der Wechsel von Analog zu Digital.

Passenderweise las ich dann auch noch irgendwo, dass digitale Sensoren empfindlicher auf Streulicht reagieren, während Analoges Material hier eher unempfindlich ist, und das man in älteren Objektiven sich oft nicht bemüht hätte, dieses zu vermeiden, da es wie gesagt auf Film nicht auffiel.

Digital ist nun ein anderes Medium, und hat andere Bedürfnisse.

Da ich neue Objektive gerne ausprobiere, um ihre Stärken und Schwächen kennen zu lernen, um zu wissen, welches Objektiv ich in welchem Fall eher einsetzen sollte, habe ich mit dem Nikkor AF-85/1.8 Fotos gemacht, und bei ähnlichem Bildausschnitt Vergleichsbilder mit dem AF-S 18-200 DX.

Auch hier zeigte sich wieder das gleiche Bild: die Fotos aus dem deutlich älteren 85er waren von den Farben und Kontrasten her flauer als die aus dem schon für digital entwickeltem 18-200er. Nicht viel, nicht so stark wie das A50 zum DA*50-135, locker mit etwas Bildbearbeitung zu korrigieren, aber sichtbar.

Das klingt schlimmer, als es ist, daher hier ein Vergleichsbild:

Vergleich Nikkor 85/1.8 & 18-200 DX

Für die meisten wird hier kaum ein Unterschied zu sehen sein, wenn nicht eh die Monitore das nicht hergeben, doch da meiner Erfahrung nach unter schwierigen Lichtbedingungen die Unterschiede stärker ausfallen, und ich gerne ein möglichst gutes Ergebnis direkt aus der Kamera haben möchte, habe ich mich bewusst für das modernere Objektiv entschieden.

Natürlich weiß ich nicht, ob dieses Objektiv wirklich bessere Fotos macht als die alten, und solange ich kein altes Modell in die Finger bekomme, werde ich das auch nicht ausprobieren können.

Gemacht hatte ich die Fotos eigentlich für eine Spaß-Serie im Querfeldein-Forum: Ratespiel: Zoom oder Festbrennweite?.

Veröffentlicht am So, 15. Mär 2009, 12:21 von Sam

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