Strandkörbe
Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie
(zum Inhaltsverzeichnis der Anleitung für entfesseltes Blitzen)
 
Nach dem einfachen Aufhellblitz stürzen wir uns jetzt mal auf getrenntes Belichten von Motiv und Hintergrund. Besser gesagt, wir belichten nur das Motiv, für den Hintergrund nehmen wir das Umgebungslicht.
 
Und damit das ganze interessant bleibt, nehmen wir uns dafür als Hintergrund die untergehende Sonne.
 
Mit verfügbarem Licht alleine wäre dieses Bild nicht möglich gewesen: durch die tiefstehende Sonne im Hintergrund wäre entweder der Himmel völlig überstrahlt, oder Birgits Gesicht wäre viel zu dunkel.
 
Um so ein Foto zu erreichen, gehen ich von hinten nach vorne vor:
Da die untergehende Sonne als Hintergrund sehr hell ist, stelle ich die Kamera auf ISO 100 und die kürzeste Belichtungszeit, die mein Blitz zulässt, ein, was in meinem Fall mit der K10D und den Cactus-Triggern leider lediglich 1/125s ist.
 
Dann drehe ich dann die Blende so weit zu, bis mir Helligkeit und Farbe des Himmels gefallen:
 
 
Natürlich lasse ich mein Motiv nicht im Dunkeln stehen, und nehme einen Blitz zu Hilfe. Für den ersten Versuch stelle ich den Blitz auf halbe Leistung, mache ein Foto, und entscheide über das Kameradisplay, den Blitz auf volle Leistung zu stellen, so hell war die Sonne noch.
Das Feintuning der Blitzleistung regle ich über den Abstand zwischen Blitz und Modell.
 
Damit hatte ich jetzt ein Bild mit kräftigem Hintergrund und korrekt belichteten Modell als Grundlage.
Die interessante Übung: was passiert wenn ich jetzt die Belichtungszeit verändere, von 1/125s auf 1/90s oder 1/60s gehe?
 
Die Helligkeit im Gesicht ändert sich dadurch fast gar nicht, denn die wird durch den Blitz bestimmt, und der leuchtet höchstens 1/200s lang. Was sich ändert ist der Hintergrund: der Himmel wird heller.
 
Öffne ich dagegen die Blende, so wird beides Heller, Hintergrund und Modell.
 
Die Übung:
 
Stelle ein Foto vor Sonnenuntergang nach, wie ich es oben beschrieben habe (vorsicht, die Sonne ist auch kurz vorm Untergehen noch sehr hell und kann sehr unangenehm blenden - Sonnenuntergang halt).
 
Ändere dann die Belichtungszeit, um ein Gefühl dafür zu entwickeln was für Unterschiede das ausmacht.
 
Während die Sonne untergeht wirst du feststellen, dass der Himmel schnell dunkler wird. Pass die Blende der Kamera daran an, damit der Himmel nicht einfach langweilig schwarz wird, und regle natürlich entsprechend auch die Blitzleistung runter! Du wirst staunen wie schnell die Blitzleistung runtergehen muss, um sich an das Umgebungslicht anzupassen!
 
Probiere mit verschiedenen Blenden, Zeiten und Blitzleistungen herum, um dich an den Umgang mit dem Licht zu gewöhnen.
 
Noch ein paar Anregungen für weiterführende Experimente, vor allem wenn dir deine ersten Versuche zu künstlich aussehen:
  • Benutze weiches Licht für den Blitz.
  • Mache das Foto aus einer ungewöhnlichen Perspektive
  • Nimm das Bild so auf dass die Sonne gerade nicht im Bild ist, und stelle den Blitz auf die gleiche Seite wie die Sonne.
  • Halte nach Linien ausschau die zum Motiv oder zur Sonne führen.
 
Noch ein paar Hinweise an die du denken solltest: ist die Sonne sichtbar im Bild, so wirst du fast immer hell überstrahlte Reflexionen ins Foto bekommen, bei billigen Objektiven kann auch das ganze Bild milchig werden.
Um diese Reflexionen zu vermeiden muss entweder die Sonne ausserhalb des Bildes sein, oder verdeckt sein, oder genau mittig im Bild sitzen.
 
(zum Inhaltsverzeichnis der Anleitung für entfesseltes Blitzen)
Veröffentlicht am Di, 15. Jul 2008, 17:08 von Sam

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