Börni & Marina
Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Jeder Fotograf kennt es: das Foto das ein super Hit geworden wäre, wenn ... - doch leider ist das Bild völlig unscharf, überbelichtet, es fehlen dank falschem Ausschnitt wichtige Bildteile, oder es war den entscheidenden Bruchteil zu früh oder zu spät ausgelöst.

Beim Betrachten des Bildes weiß der Fotograf sofort, das Bild wäre super - wenn doch nur dieser eine, richtig grobe (nicht wegretuschierbare) Fehler nicht wäre.

Hat man so ein Bild vor sich, sollte man sich überlegen was man aus dem Fehler lernen kann, aber vor allem sollte man sich von dem Bild trennen, denn dicht daneben ist auch vorbei. Manche halten sich viel zu lange an solchen Fehlschüssen auf, kommen einfach nicht weg davon dass es das perfekte Bild aus dem Shooting gewesen wäre. Sie schauen immer wieder drauf, als hätten sie die Hoffnung dass es inzwischen schärfer, dunkler, heller, eben 'richtig' geworden wäre, oder man vielleicht feststellt dass es doch gar nicht so schlimm sei, man sich verguckt habe.

Mein schlimmster solcher Fall war, ein durch falsche Spotmessung überbelichtetes Portraitfoto, wo hässlich ausgefressene Überstrahlungen in den Gesichtern waren. Ich schaute mir die Bilder direkt nach dem Shooting mit dem fotografierten Paar an, und diese vernarrten sich in das total überstrahlte Bild "das wäre doch so super wenn", und kamen von diesem Bild einfach nicht wieder los. Nur dummerweise war es für den Wunscheinsatz völlig unbrauchbar, und auch nicht zu retten (es handelt sich im Übrigen nicht um das Paar im Titel-Foto).

Als Fotograf ist es sehr wichtig sich von solchen 'Dicht-Daneben'-Bildern zu lösen, sich nicht daran aufzuhängen was vielleicht hätte sein können, sondern sich den Bildern zuwenden die wirklich sind, und nicht nur scheinbar. Denn oft scheinen uns diese verfehlten Bilder nur deswegen so gut zu sein, weil wir uns dort statt der Fehler ein imaginäres Wunschbild hineindenken können.

Also nehmt eure Fehlschüsse, trauert kurz um sie, und werft sie dann weg. Trennt euch von "hätte, könnte, wäre", geht stattdessen zuversichtlich ins nächste Shooting "Diesmal wirds klappen!".

Veröffentlicht am Sa, 24. Mai 2008, 09:27 von Sam

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