Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

(zum Inhaltsverzeichnis der Anleitung für entfesseltes Blitzen)

Ein Bereich der Fotografie bei dem Lichtspiegelungen eine sehr wichtige Rolle spielen ist die Portraitfotografie.

Schirm reflektiert sich im Auge

Zum einen spiegeln Augen nicht nur die Form der Lichtquelle sehr gut erkennbar wieder, sondern auch die restliche Umgebung - macht euch einfach mal den Spaß und achtet bei Plakaten und Postern auf die Augen der fotografierten Personen, wenn die Plakate groß genug sind kann man neben der Lichtquelle oft auch den Umriß des Fotografen sehen (bei meinem Muster links hab ich extra drauf geachtet das man nur die Lichtquelle sieht, doch wenn man genau hinschaut oder das Bild ein wenig aufhellt, sieht man das Stativ mit der Kamera).

Für ein natürliches Portrait sollte man sich also vorab überlegen welche Form der Lichtreflex im Auge haben soll. Beliebt sind runde Reflexionen einer Oktobox (oder eines Reflektors wie Zoomyboy es schön erklärt), ich persönlich mag eckige Reflexionen einer Softbox gerne, da diese fast wie ein Fenster wirken, das sich im Auge spiegelt.

Eine zweite Spiegelung auf die man achten sollte ist der Hintergrund. Die meisten Hintergründe sind einfach nur farbig, oder schlucken das Licht und müssen separat beleuchtet werden, aber es gibt auch Hintergründe die das Licht reflektieren, vor allem lackiertes Holz und Metall.

Solcherart reflektierende Hintergründe können stören, sie können aber auch genutzt werden um die fotografierte Person optisch vom Hintergrund zu trennen ohne dafür eine zweite Lichtquelle zu benutzen, dafür hier mal drei Fotos, eines mit geöltem (mattem) Holz als Hintergrund, das mittlere mit mattschwarzem Polyester-Tuch, und das rechte mit reflektierendem Metall:

Portrait mit verschiedenem Hintergrund

Wie man gut sieht reflektiert das Metall im rechten Bild meine Lichtquelle sehr deutlich, womit ich mich besser vom Hintergrund abhebe.

Die Position von Lichtquelle, Kamera, Motiv und Hintergrund sind bei beiden Fotos identisch.

Auch helle Hintergründe können stärker reflektieren, weiß lackierte Türen sind ein Beispiel das mir grad zur Verfügung steht:

Portrait vor Spiegelung auf Tür

Auf solche Oberflächen sollte man beim Fotografieren achten, zum einen um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben, und um sie zu seinen Gunsten auszunutzen.

Es lohnt sich, sich vor dem Fotografieren Gedanken um den Hintergrund zu machen. Sich umzusehen, geeignete Hintergründe zu suchen, zu überlegen ob man einen reflektierenden Hintergrund nutzen kann (und will), ob überhaupt taugliche Hintergründe da sind, oder ob man den Hintergrund einfach durch ausreichend Blitzlicht im Dunkeln verschwinden lässt.

Die Übung zu Portraits und spiegelnden Oberflächen:

Die Übung besteht aus zweierlei teilen: zum einen, macht ein Portrait (nur Kopf) und seht euch danach die Augen an: wie sieht die Reflexion aus. Experimentiert mit verschieden geformten Lichtquellen, vom direkten Blitz über Schirme, Softboxen, oder auch improvisierte Formen aus Karton und Butterbrotpapier.

Achtet darauf welche Lichtreflexe ihr angenehm findet, welche nicht, merkt euch das für spätere Einsätze.

 

Das zweite: sucht euch reflektierende Hintergründe, und fotografiert diese so, das die Lichtquelle sich drin spiegelt.

Ich musste selber feststellen dass das nicht so ganz einfach ist, aber sucht euch einen Hintergrund für ein Portrait, wo der Hintegrund das Licht stark genug spiegelt so dass ihr mit einer Lichtquelle sowohl das Portrait beleuchtet wie auch im Hintergrund einen Lichtfleck erschafft um die Person vom Hintergrund abzuheben.

Probiert mit dieser Reflexion herum bis ihr ein zufriedenstellendes Ergebnis bekommt! Auch wenn es in Physik so einfach klang (Eintrittswinkel ist bei Reflexionen gleich Austrittswinkel), so ist das doch nicht immer ganz einfach in der Praxis einzuschätzen, und es ist gut wenn man das mal gemacht hat bevor man versucht das in einer wichtigen Situation umzusetzen. 

(zum Inhaltsverzeichnis der Anleitung für entfesseltes Blitzen)

Veröffentlicht am So, 20. Apr 2008, 09:11 von Sam

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