Ein kleiner Wald
Sam Jost
 RSS-Abo



Mehr von Sam
radeldudel.de durchsuchen:
Farbmanagement für die Digitalfotografie

Wohl mit der wichtigste technische Faktor bei der Gestaltung eines Fotos ist die gewählte Brennweite, und damit die des Objektives.

Unsere menschlichen Augen sind ja fantastisch anpassungsfähig, was die wahrnehmbare Helligkeit betrifft, und dank der Tatsache das wir zwei Augen und eine wahnsinnig leistungsfähige Signalverarbeitung haben können wir sehr viele Dinge sehen die eine Kamera nicht, oder nur sehr eingeschränkt, zweidimensional abbilden kann, doch eines können unsere Augen nicht: Ihre Brennweite verändern.

Unsere Augen haben eine feste Brennweite. Kein Zoom, kein Weitwinkel, kein Tele. Wir können uns zwar auf Details konzentrieren und so versuchen das drumherum zu ignorieren, oder wir können 'weich' gucken, um möglichst alles mit wahrzunehmen, was in unserem Blickfeld liegt, doch die Brennweite bleibt immer gleich.

Diesen wichtigen Unterschied zur Kamera sollte man sich bei der Wahl der Brennweite deutlich vor Augen halten.

Die sogenannte 'Normalbrennweite' ist jene, die unserem normalen Sehen am nächsten kommt. Beim Kleinbildformat sind das ca. 50mm, bei Kameras mit kleinerem Chip ist die Brennweite, wo die Kamera unserem Sehen ähnlich abbildet, entsprechend kürzer (die Normalbrennweite entspricht im Übrigen der Diagonale des Kamerasensors).

Wenn wir mit einer Normalbrennweite fotografieren, dann entspricht das Foto perspektivisch in etwa dem, was unser Auge sieht. Mit einer Normalbrennweite gemachte Fotos bilden die Realität so ab, wie wir sie gewohnt sind, und sollten die erste Wahl sein, wenn wir etwas möglichst glaubwürdig darstellen möchten.

Aufgrund dieser Tatsache halten viele Fotografen die Normalbrennweite für langweilig, da sie uns die Welt ja auf eine Weise zeigt, wie wir selber sie auch sehen, und bei Verwendung einer Normalbrennweite ein Foto allein auf seinen Inhalt angewiesen ist, um interessant zu sein.

Als zweites gibt es dann die längeren Brennweiten, die Teleobjektive. Teleobjektive zeigen uns ein Detail aus dem was wir mit unseren eigenen Augen sehen. Teleobjektive (wie auch Ferngläser) wirken, als würde man aus einem mit einer Normalbrennweite gemachtem Foto einen Ausschnitt wählen. Sie lenken unseren Blick auf Details, die wir sonst vermutlich nicht wahrnehmen würden. Daher wirken mit einer langen Brennweite gemachte Bilder statischer.

Würden wir einen per Teleobjektiv gewählten Ausschnitt der Wirklichkeit ähnlich detailliert mit unseren eigenen Augen sehen wollen, so müssten wir dafür näher an das Fotografierte herangehen, und hätten dann eine völlig andere Perspektive, eine andere Räumlichkeit. Von der Wahrnehmung her haben diese Ausschnitte weniger Tiefe, weniger Räumlichkeit, sie wirken flacher und statischer als das was wir selber wahrnehmen.

Lange Brennweiten sollte man wählen wenn man den Blick auf ein Detail lenken will, und um eine Szene flacher, komprimiert darzustellen. Natürlich kann man dies auch dadurch erreichen dass man einen Bildausschnitt wählt, aber da Kamerasensoren nur ein begrenztes Auflösungsvermögen haben geht das stark auf die Bildqualität.

Und als letztes gibt es noch die kurzen Brennweiten, die Weitwinkelobjektive.

Weitwinkelobjektive zeigen uns mehr (auf einmal) von der Welt als wir auf einmal sehen können. Für unsere Sehgewohnheiten sind Weitwinkel am ungewohntesten. Weitwinkel sind auch am besten geeignet um räumliche Tiefe darzustellen, da es mit ihnen am einfachsten ist, im Foto sowohl Objekte aufzunehmen die nah dran sind wie auch solche die sich weit entfernt von uns befinden. Mit einem Weitwinkel gemachte Bilder wirken dynamischer.

Weitwinkel-Objektive erzeugen bei vielen Fotografen eine große Faszination, da sie selbst bei alltäglichen Motiven für unser Auge sehr ungewöhnliche und somit interessante Bilder erzeugen.

Kurze Brennweiten sind auch sehr gut geeignet um riesige Landschaften so darzustellen das wir sie auf einmal wahrnehmen können, oder uns im Extremfall eines Fischauges sogar einen Rundumblick gewähren können.

Vereinfacht kann man über die Wahl der Brennweite sagen:

Man kann die verschiedenen Effekte natürlich auch in einer Bildbearbeitung erzielen, je nach Effekt mit unterschiedlich viel Aufwand.

Veröffentlicht am Sa, 05. Apr 2008, 06:32 von Sam

Social Plugins von Facebook, Google und Twitter für www.radeldudel.de abschalten.

Anmelden, um den Artikel zu diskutieren.

Heilpraktiker in Flensburg
© 2004-2014 Sam Jost, Flensburg. Unerlaubte Vervielfältigung untersagt.
Die Inhalte von www.radeldudel.de sind meine ganz private Meinung.