Tiramisu im Grisou
Sam Jost
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(Ich nenn das hier Kalorien und nicht Joule, weil die offizielle Einheit Joule sich im allgemeinen Sprachgebrauch nicht durchgesetzt hat)

Ich bin immer wieder erstaunt wenn jemand drauf achtet wie viele Kalorien ein Lebensmittel hat. Ich finde es natürlich auch sinnvoll nicht mehr zu essen als der Körper braucht, aber wie kommt man darauf den Brennwert eines Lebensmittels zu benutzen um diese Menge zu entscheiden?

Es ist doch völlig widersinnig, denn: der menschliche Körper verbrennt die ihm zugeführten Stoffe nicht, er wandelt sie in einer chemischen Reaktion um. Man muss doch nur mal ganz anschaulich versuchen ein Steak zu verbrennen, und im Vergleich dazu eine ähnliche Menge Papiertaschentücher. Die Papiertaschentücher haben da einen deutlich höheren Brennwert als das Steak, und dennoch wird doch wohl niemand behaupten wollen dass sie einen größeren Nährwert für uns Menschen haben als ein Stück Fleisch.

Nun wird das Lebensmittel zum Zwecke der Kalorienbestimmung natürlich nicht einfach angezündet, aber vom Prinzip her bleibt die Messmethode dennoch eine Verbrennung, darum nennt man die Kcal-Angabe eines Lebensmittels ja auch den Brennwert.

Und diesen Brennwert als Grundlage zu nehmen um zu entscheiden wie viel nutzbares Material ein Lebensmittel für unseren Körper enthält, ist etwa so sinnvoll als ob wir am Gewicht eines Lehrbuches messen wollten wie viel wir daraus lernen können.

Es besteht sicher ein lockerer Zusammenhang zwischen Brennwert und Nährwert, genau wie zwischen Gewicht eines Buches und seinem Inhalt, aber als Gesetzmäßigkeit taugt das überhaupt nichts. Zwei Lebensmittel mit demselben Kaloriengehalt werden nicht den gleichen Nährwert für den menschlichen Körper haben, einfach weil der Körper sie völlig anders verarbeitet als die Kalorien gemessen wurden.

Mal abgesehen davon dass, wie wohl jeder weiß, dazu jeder Körper die Lebensmittel unterschiedlich gut verwertet: Einige Menschen essen regelmässig riesige Portionen kalorienreiches Essen, und nehmen kein Stück zu, andere essen nur kleinste Portionen kalorienreduzierte Lebensmittel und werden immer dicker. Das sollte doch wohl ebenfalls ein deutliches Indiz dafür sein dass Kalorien nicht viel zu sagen haben, das nicht die Menge der Kalorien, oder die Menge Essen alleine entscheidend sein kann.

Jeder Mensch hat einen anderen Stoffwechsel, jeder holt damit unterschiedlich viel aus dem Essen raus. Die einzige Art wirklich nur so viel zu Essen wie man braucht ist zu lernen auf den Körper zu hören, zu fühlen wenn man genug Essen hatte und dann auch aufzuhören zu essen.

Außerdem weiß der Körper auch besser als unser Kopf welche Lebensmittel er braucht, wir können fühlen worauf wir Hunger haben, was uns grade fehlt, wenn wir es nicht dank Süßigkeiten und Geschmacksverstärkern verlernt haben und wieder neu lernen müssen.

Veröffentlicht am Mi, 30. Mai 2007, 19:12 von Sam

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