Sam mit Sonnenbrille
Sam Jost
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Farbmanagement für die Digitalfotografie

Rowi hat Bilder vom Mond gemacht, und hat dabei das typische Problem einer Digicam gepaart mit einer kleinen Fehleinschätzung der Belichtungssituation:Die technische Hürde: Seine Cam sah einen klitzekleinen Mond auf einem riesigen schwarzen Himmel, ihre Automatik hat also versucht all diese schwarze Fläche heller zu ziehen. Erfolglos, der Nachthimmel bleibt sehr dunkel, doch leider mit dem Nebeneffekt dass der Mond dadurch stark überbelichtet wird.

Und die typische Fehleinschätzung bezüglich des Mondes, auf die auch Rowi reingefallen ist: der Mond ist hell.

Also nicht nur ein wenig hell, sondern sehr hell.

RICHTIG HELL um genau zu sein.

Für ein ansprechendes Foto vom Mond braucht man definitiv keine Langzeitbelichtung. Genau im Gegenteil ist eine Langzeitbelichtung sogar eher problematisch, den abgesehen davon dass der Mond hell ist bewegt er sich außerdem auch noch, und bei Belichtungszeiten länger als 2 Sekunden kann man mit einer guten Kamera schon Bewegungsunschärfe mit reinkriegen, dann wird der Mond eiförmig.

Ich könnt mir jetzt natürlich meine DSLR, 2fach Konverter, 200mm Tele und Stativ schnappen um mit effektiven 600mm Brennweite ein nettes Mondbild zu machen, aber das wär doch arg unsportlich runde 10Kg Equipment gegen eine handliche Taschenkamera antreten zu lassen.

Stattdessen hab ich mich an meine ersten digitalen Mondversuche erinnert, wo ich 2002 im Urlaub in Mittelamerika mit einer 2MP Canon Digital Ixus den Mond fotografierte. Bei der Ixus konnte man noch viel weniger Zoomen, die Auflösung gab weniger her und weniger einstellen konnte man auch als Rowis Lumix, daher habe ich damals zu einem Trick gegriffen: ich hab mir mein 8x10 Taschenfernglas gegriffen und es als Tele vor die Kamera gehalten. Dazu dann noch den Digitalzoom aktiviert und raus kam das folgende Bild vom Mond, aus der freien Hand fotografiert (nach etlichen Versuchen, Fernglas und Kamera gleichzeitig auszurichten ist gar nicht so einfach):

Foto vom Mond mit Digital Ixus und Fernglas

Belichtungsdaten: 1/180s bei Blende 4 (wobei noch jede Menge Licht durch das Fernglas flöten geht).

Ist doch gar nicht schlecht für eine Kamera die vor 5 Jahren aktuell war, oder? Das Bild ist kein Ausschnitt, sondern das war direkt das unbearbeitete Ergebnis des Fotos (hier fürs Web etwas verkleinert). Und genau deswegen funktionierte es auch, denn im Gegensatz zu Rowis Foto, wo Schwärze die Helligkeit bestimmte, bestimmte bei meinem Bild aufgrund des Bildfüllenden Mondes der Mond selber die Helligkeit - ohne den Digitalzoom hätte ich das gleiche Problem der Überbelichtung gehabt.

Daher merke: den Mond nicht überbelichten.

Am besten fotografiert man den Mond ohnehin solange es noch hell ist, dann ist der Kontrast nicht so groß, man bekommt einen schön klar gezeichneten Mond vor blauem Hintergrund und kann vielleicht sogar noch einen netten Turm daneben ablichten.

Mond neben Turm

Veröffentlicht am Do, 03. Mai 2007, 12:50 von Sam

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