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Sam Jost
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Langsam wird die Blogger-Szene erwachsen und macht die Entwicklung durch die die Printmedien schon lange hinter sich haben:Auf Mikes Frage 'Sind Blogger käuflich' gibts von mir ein klares 'Klar bin ich käuflich, ich würd für Geld sogar arbeiten'.

Ausgelöst hat das wohl Robert der gleich fragte zu welchem Preis man denn käuflich wäre, aber die gleiche Frage geistert auch schon länger durch die englischsprachigen Blogs. Joel hat sich zum Beispiel entschieden Kostenlose Muster die er als bekannter Blogger bekommt zukünftig wieder zurückzuschicken weil er dadurch seinen Ruf gefährdet sieht.

Man sollte sich vor Augen halten dass die normalen Medien diese Entwicklung schon lange durch haben. Wenn wir Werbung in einer Zeitschrift schalten, dann nur wenn wir dafür auch mal einen positiven redaktionellen Beitrag bekommen. Und ich nehme mal an, je höher der Werbeetat, desto besser wird die Absprache für diesen Redaktionellen Teil funktionieren, desto mehr positive Nachrichten wird die werbende Firma auch neben der Werbung unterbringen.

Und dann gibt es da noch PR-Firmen, die einzig darauf spezialisiert sind möglichst oft und in möglicht renommierten Blättern kleine Info-Schnipsel unterzubringen die gut für ihre Kunden sind. Das dürfen natürlich kein direkten Lügen sein, sowas ruiniert ja den Ruf der Zeitung und auch den der PR-Firma, aber man kann die Wahrheit ja passend zu den eigenen Bedürfnissen färben. Als gute PR-Firma sucht man sich dann noch ein paar Experten die das bestätigen was man gerne hören will - das ist nicht besonders schwer, zu jeder Sache gibt es so viele Experten mit den unterschiedlichsten Meinungen, da wird sich immer jemand finden dessen Aussage zur eigenen Meinung passt und diese auch plausibel begründen kann.

Und auch sonst die Frage: für wie viel Geld würdest du uns an jemand empfehlen? Wie viel Geld würde eine Firma für eine Empfehlung zahlen?

Im alltäglichen Leben stehen diese Preise schon lange fest: da gibt es Prämien für jeden Neukunden den man einer Zeitung, für einen neuen Kunden im Versandhandel, für die Vermittlung eines Kontos. Diese Prämien gibt es nur bei Erfolg, aber in der Versicherungsbranche wurde mir auch schon mal Geld für Adressen angeboten.

Überhaupt, Versicherungsbranche: hier lohnt es sich, da wird einem das richtig dicke Geld versprochen wenn man all seine Bekannten und Verwandten zu dem Versicherungsmenschen schleppt und diese sich viele Versicherungen verkaufen lassen. Beliebt bei Abschlussjahrgängen, da kann man doch all die beratungsbedürftigen Mitstudenten anschleppen und richtig Geld für die Empfehlung kassieren wenn diese auch brav abschliessen (und auch bei Firmeninhabern 'du bist selbstständig? Mit Angestellten? Wie machen die denn ihre Altersabsicherung?' hab ich schon öfter gehört).

Empfehlung gegen Geld ist doch völlig alltäglich - warum sollte das in der Blogger-Szene anders sein? Blogger sind auch nur Menschen und müssen genau wie alle anderen ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Jeder hat halt einen anderen Preis. Manche Dinge empfiehlt man auch ohne Geld für sie zu bekommen, weil man sie gut findet, bei anderen nimmt man die Prämie gerne mit, und die einem echt gegen den Strich gehen werden halt unbezahlbar teuer.

Also seht zu dass ihr Geld für die Dinge bekommt die ihr ohnehin getan oder empfohlen hättet, denn dann habt ihr es nicht nötig Dinge für Geld zu tun die euch gegen den Strich gehen.

Veröffentlicht am So, 22. Apr 2007, 11:25 von Sam

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