Sam Jost
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Nein, ich hab nicht im Lotto gewonnen. Nicht mal drei Richtige. Könnte daran liegen, dass ich zur Zeit gar kein Lotto spiele. Aber mir hat mal wieder jemand erzählen wollen, dass Lottogewinne nach dem ersten Jahr zu versteuern wären.
Rein von der Logik, wie Steuern erhoben werden, war mir klar, dass das so nicht richtig sein kann, aber um ganz sicherzugehen und für dieses Gerücht eine endgültige Antwort zu haben, hab ich einfach mal bei der Lottozentrale Schleswig-Holstein angefragt, wie Lottogewinne zu versteuern sind.
Ihre Antwort:
Lottogewinne zählen nicht zu den Einkünften im Sinne des Einkommensteuergesetzes und werden nicht besteuert. Hingegen unterliegen die Erträge (z.B. Zinsen) aus der Anlage des Lottogewinns (z.B. Sparguthaben, Termingeld) der Einkommensteuer.
Der Lottogewinn kann je nach Form, in der er angelegt wird, andere Steuern verursachen. Wird ein Betrag verschenkt oder vererbt, wird Erbschafts- oder Schenkungssteuer fällig - unabhängig von Art und Höhe der Erbschaft und vom Verwandtschaftsverhältnis.
Wird vom Lottogewinn ein Hausgrundstück gekauft, ist Grunderwerbssteuer zu zahlen. Wird jenes Haus ganz oder teilweise vermietet, geht der Überschuss aus Miet- und Pachteinnahmen in die Berechnung der Einkommensteuer.
So, damit hab ich jetzt aus erster Hand die Aussage und bin für zukünftiges Auftauchen dieses Gerüchts gewappnet! Üblicherweise kommt hier direkt die Frage hoch, dass man doch Vermögenssteuer zahlen müsste, warum die denn nicht für Lottogewinne gelte, aber das ist ein Irrtum, Vermögenssteuer wird in Deutschland zur Zeit nicht erhoben.
Wer es ganz genau wissen möchte, dem empfehle ich das aktuelle Buch mit Fallbeispielen zur unserem Steuersystem*. Dort wird auf Seite 7 ein Fall mit einem Lottogewinn von €50.000 besprochen - freundlicherweise kann man den sogar beim "Blick ins Buch" schon lesen, muss es dafür also nicht kaufen.
 
Und wo ich schon mal dabei bin, fällt mir auch gleich eine zweite Meinung über hohe Lottogewinne ein, die ich öfter mal gehört habe:
"wenn ich so viel Geld gewinne, bin ich ja nur noch damit beschäftigt mein Geld zu verwalten."
Unfug! Wirf das Geld doch einfach auf ein Sparbuch, da gibt’s inzwischen welche mit 3% Zinsen (die nennen sich dann verwirrenderweise oft Tagesgeldkonto, aber außer dem Namen macht das nicht viel aus). Lass dir von diesem Sparbuch/Tagesgeldkonto monatlich ein paar tausend Euro 'Gehalt' ausbezahlen, und gut ist. Bei einem Lottogewinn von 1 Millionen und 3% Zinsen kannst du dir Monatlich schon €2500 allein an Zinsen ausbezahlen (die du natürlich versteuern musst, aber das musstest du mit deinem Gehalt auch tun).
Selbst wenn du keine Zinsen bekommst, das Geld einfach auf einem Girokonto liegen lässt, kannst du über 30 Jahre lang jeden Monat €2500 entnehmen bevor das Geld weg ist.
Man kann natürlich auch mehr Geld entnehmen, dann ist es eine reine Rechenaufgabe die jeder Mathe-Nachhilfelehrer gegen ein paar Euro gerne mit dir durchrechnet, wie lange du von dem Geld leben kannst (immer vorausgesetzt die Steuergesetze ändern sich nicht).
Bei mehr Geld werden einfach nur die Zahlen größer, mehr Verwaltungsaufwand muss man sich nicht machen. Man kann natürlich auch Dagobert Duck spielen und sein Geld Tag für Tag verwalten, aber das ist rein freiwillig!
 
"Aber ich muss doch mehr als 3% Zinsen bekommen"
Wie kommst du darauf, dass du mehr als 3% Zinsen bekommen musst? Steht jemand hinter und verdreht dir den Arm wenn du weniger Zinsen bekommst? Stirbt dann deine Katze? Oder was zwingt dich dazu, mehr Zinsen bekommen zu müssen? Du kannst mehr als 3% Zinsen bekommen, aber es lohnt sich nicht für hohe Zinsversprechen hohe Risiken einzugehen. Selbst wenn ich jedes Jahr ein wenig mehr Geld entnehme, als ich Zinsen bekomme, dauert es Jahrzehnte bis das Kapital aufgezehrt ist. Wenn man sich mit Geldanlagen nicht auskennt ist es wahrscheinlicher viel Geld zu verlieren, als besonders hohe Zinsen zu bekommen.
 
Manchmal bekomme ich das Gefühl, die Leute wollen sich Gründe einreden, warum es gut ist, nicht so viel Geld zu haben. Ich hätt ja keine Bedenken und würde die Begleiterscheinungen von Reichtum zu gerne auf mich nehmen ;)
 
Und nur so am Rande, natürlich verdient der Staat am Lotto kräftig mit, er erhebt Steuern auf die Teilnahmegebühr. Von dem Geld, das man für einen Lottoschein einzahlt, geht ein großer Batzen in die Staatskasse, daher haben sie es auch nicht unbedingt nötig, das Geld bei Auszahlung gleich noch mal zu besteuern.
Veröffentlicht am Di, 06. Feb 2007, 07:42 von Sam

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