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Sam Jost
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Als Jugendlicher hatte ich Kreislaufprobleme und Migräne, und war deswegen öfter mal beim Arzt, wo es dann entweder Medikamente gab die meinen sehr niedrigen Blutdruck erhöhen sollten, oder Schmerzmittel gegen die Migräne die nie wirklich geholfen haben, oder auch gute Ratschläge wie zB mehr Salz zu essen damit mein Blutdruck höher wird (was soweit ich beurteilen kann auch keine besonderen Auswirkungen hatte, schönen Gruß an all jene die behaupten Salz würde den Blutdruck erhöhen).

Mein Verhältnis zu Ärzten wurde massgeblich in dieser Zeit geprägt, was dazu führte dass ich nur noch zum Arzt ging wenn es etwas gab wo man das Problem 'greifen', sprich, wirklich und wahrhaftig anfassen konnte, wie ein Loch im Zahn, oder eine Zerrung. Mechanische Probleme halt.

Nachdem ich die Schule geschmissen hatte und zu Hause ausgezogen war, fiel mir irgendwann auf dass meine Migräne einfach weg war. Genauso von alleine verschwunden wie sie von alleine gekommen war.

Daraus hatte ich für mich gefolgert dass die Migräne wohl darauf zurückzuführen war wie unglücklich ich mich in der Situation fühlte ich der ich steckte. Dennoch hat es noch einige Jahre und einige Krankheiten mehr gebraucht bis ich für mich klar erkennen konnte das meine körperlichen Probleme und Krankheiten wenig mehr sind als nur Symptome, Auswirkungen von anderen Sorgen und Problemen.

Aufgrund dieser Erfahrungen sehe ich meine Gesundheit schon länger als meine ganz persönliche Verantwortung, meine Krankheiten als selbstverursacht, oft als Zeichen dass ich etwas zu verbissen angehe oder ändern sollte.

Ist ja eigentlich auch nur logisch, der Körper arbeitet mit dem was ihm zugeführt wird, sowohl an Nahrung wie auch an Informationen, und so ziemlich alles was im Körper passiert kann man auch durch sein Denken beeinflussen, wenn auch nicht so recht klar ist wie.

Was neues ist das nicht, zumindest in negativer Richtung: wenn in Firmen Druck und Streß herrschen werden deutlich mehr Mitarbeiter Krank. Manche halten sich auch Wacker und werden erst dann Krank wenn sie Urlaub haben, weil sie es vorher gedanklich nicht zulassen wollen/können. Vom Arbeiten bis zum Zusammenbruch hört man öfter.

Wenn ich mich so umsehe sind positive Menschen oft gesünder als nörglige Schwarzmaler, zumindest scheint es mir so.

Für mich ist daher meine Gesundheit in erster Linie meine ganz persönliche Sache. Wenn ich Krank werde überlege ich nicht wo ich mich angesteckt haben könnte, sondern inwiefern ich mich vernachlässigt habe dass mein Immunsystem nicht ganz auf der Höhe ist.

Wenn ich fühle wie ich mich verspanne schaue ich was ich zu verbissen sehe, zu ernst nehme, versuche es lockerer zu sehen, mich zu entspannen, damit meine Muskeln sich nicht verspannen (oder setz mich anders hin wenn nur die Position unbequem ist).

Dauernde Kopfschmerzen (Migräne) bedeuten meist das in meinem Leben große Lebensumstände schief liegen, zum Beispiel die aktuelle Beziehung, Arbeits- oder Wohnumfeld.

Magenschmerzen sind ein deutliches Zeichen dass ich mal wieder mehr Zeit für mich brauche, mich zu viel auf Termine einlasse auf die ich keine Lust habe.

An andere gesundheitliche Probleme in den letzten Jahren kann ich mich grad nicht erinnern.

Die Verantwortung für die eigene Gesundheit abzulehnen und sich stattdessen als Opfer einer Krankheit zu sehen ist natürlich viel einfacher. Oder festzulegen dass man seine Situation ja nicht ändern könne (und dabei ausser Acht zu lassen dass man zumindest die eigene Einstellung ändern kann).

Leider hab ich durch diese Erkenntnis teilweise eine recht arrogante Meinung zu Kranken entwickelt, nämlich dass sie selber Schuld sind und nicht so rumjammern sollen - wenn aber jemand glaubt das Krankheiten etwas sind was man von außen 'aufgedrückt' bekommt wo man nichts für kann nimmt er mir das üblicherweise übel: Er glaubt ja das ich 'Glück' habe dass ich 'zufällig' nicht krank werde, und er 'Pech'. Aus dieser Perspektive ist es natürlich fiese wenn ich behaupte man hat sich das selber verdient.

Jetzt versuche ich mein Denken so zu verändern dass ein Kranker seine Krankheit braucht um sich weiterzuentwickeln, um einen Grund zu haben etwas zu verändern.

Oder zumindest nach außen so zu wirken ;)

Veröffentlicht am Sa, 21. Okt 2006, 10:02 von Sam

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