Fußgänger überquert die Straße
Sam Jost
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Überall in meinem Leben habe ich das gleiche Problem: ich stehe an einer Wegkreuzung, und muss mich entscheiden in welche Richtung ich weitergehen will.

Zur Zeit vermeide ich noch jede Entscheidung, stehe weiter an der Kreuzung, geniesse die Aussicht auf die verschiedenen Wege. Ich hab mich an diese Kreuzung gewöhnt, bin den einen oder anderen Weg schon mal ein Stück gegangen, aber immer wieder zurückgekehrt.

Warum sollte ich auch weggehen. Hier ist es schön, ich habe alle Möglichkeiten offen. Die Wege die ich ausprobiert habe wurden schnell holprig und unwegsam, und als ich mir kein erstrebenswertes Ziel am Ende des Weges mehr vorstellen konnte bin ich umgekehrt, zurück zur Kreuzung. Habe den Weg vor mir zu einem Weg hinter mir gemacht, ihn hinter mir gelassen, und schaue nun die anderen Wege an.

Mitgenommen von diesen Wegen habe ich Sackgassen schneller zu erahnen. Jeden neuen Weg gehe ich weniger weit, störe mich früher an der Unwegsamkeit, gehe schneller wieder zurück zu Kreuzung.

Ab und an kommt mal jemand vorbei, lädt mich auf ein Stück Weg ein. Es klingt nett, ich gehe mit ohne Nachzudenken. Eine kurze Strecke ist das sehr angenehm, aber irgendwann emfpinde ich den Weg wieder als holprig, das Ziel sieht nicht aus als wäre es meines, ich werde langsamer, stelle fest dass ich mich nie wirklich für diesen Weg entschieden habe, nur mitgegangen bin, bis ich mich schliesslich trenne und wieder zurückgehe. Zurück zur Kreuzung.

Mir geht es gut. Ich weiss, ich könnte jetzt hier bleiben, an der Kreuzung. Wenn es mir zu eintönig wird gehe ich ein Stück den nächstbesten Weg entlang, und wieder zurück, aber es gibt keinen wirklichen Grund warum ich die Kreuzung verlassen sollte.

Doch eigentlich, sei es unterbewusst oder bewusst, will ich hier weg. Will nicht stehenbleiben und stagnieren, will ein Ziel das einen Weg rechtfertigt, auch wenn es unerreichbar sein mag. Aber es ist so einfach hierzubleiben.

Ich stand schon oft an so einer Kreuzung. Einige davon habe ich verwüstet, so lange randaliert und mit allem dort gebrochen, bis ich endlich nicht mehr dort bleiben konnte, weitergehen musste. Aber das war kein Weg zu einem Ziel, sondern nur die Flucht vor einem Trümmerhaufen, nicht auf einem Weg den ich mir ausgesucht habe, sondern auf dem nächstbesten Weg der sich ergab. Bis ich auch diesem Weg wieder verlassen habe um wieder auf eine Kreuzung zu kommen.

Neu für mich ist, das es mir diesmal sehr bewusst ist wo ich stehe, das ich kein Ziel habe, mir eins suchen sollte damit ich nicht wieder mit dem nächstbesten mitgehe oder auf der Kreuzung randaliere. Aber ein willkürliches Ziel wird mir nicht helfen, denn auch da werde ich schnell merken dass es nicht wirklich mein Ziel ist, sondern nur ein Vorwand die Kreuzung zu verlassen, und werde wieder zurückkehren.

Welcher ist denn nun mein Weg? Zu welchem Ziel? Oder such ich mir einfach einen Weg der mich so sehr beschäftigt hält dass es mir egal ist?

Immerhin formen sich langsam ein paar Ideen. Anforderungen an die Wege, Dinge die es mitzunehmen gilt, die zurückgelassen werden können. Neue Transportmittel zeigen sich, Wege wo ich bisher keine Sah. Denn auch ein Umweg ist ein Weg, und auch ein unpassendes Ziel kann das richtige sein.

Veröffentlicht am Do, 04. Mai 2006, 05:32 von Sam

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