Flieger im Hangar Flugplatz Schäferhaus
Sam Jost
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Flensbuger Innenförde zur Rum-Regatta 2003

Angefangen hat es ja eigentlich zur Rum-Regatta Juli 2003 - da hatte derLuftsportverein Flensburg einen Info-Stand an dem er günstige Rundflüge anbot, und an eben diesem Stand traf ich Karl-Heinz den ich vom Salsa-Tanzen her kenne, günstige Rundflüge anpreisend. Und da er sehr begeistert anpreiste und ich ohnehin gerne mal von oben gucken und Bilder machen wollte hab ich das Angebot natürlich nicht ablehnen können, wenn auch erst am Tag drauf (nicht ohne meine Kamera!).
Maik, der uns dann flog, kannte ich schon von woanders: typisch Flensdorf.Nun, jedenfalls hat mich selbst dieser Kurze Rundflug schon sehr begeistert, die Bilder allerdings nur teils, mir war klar dass ich das noch mal mit einer besseren Kamera machen muss.

Luftbild Flensburg 2004

Nun, die bessere Kamera habe ich mir ein Dreivierteljahr später gekauft, und da ich es dann immer wieder verpennt hab mich mal drum zu kümmern hat es weitere neun Monate und einen Zufallskontakt gebraucht, bis ich dann doch abhob. Ich hätte das Ganze auch dann erst fast wieder verschoben da durch die winterlich tief stehende Sonne eigentlich ja kein besonders günstiges Licht zum Fotografieren ist, aber da die Wettervorhersage einen schönen Tag ankündigte und danach 'wochenlang' Regen, hab ich mich dann doch mal bei Maik angemeldet der unter anderem auch Fotoflüge zum Selbstkostenpreis anbietet. War natürlich dann terminlich etwas zu kurzfristig und klappte erst den Tag drauf an dem zum Glück vormittags auch gutes Wetter war.

Luftaufnahme Etwas trübe am Boden

Also tags drauf ab zum Flughafen, erstmal den üblichen Check vorm Start ob am Flieger noch alles drin, dran und in Ordnung ist, also nicht etwa Vögel sich in irgendwelchen Luftlöchern eingenistet haben, Ölstand hoch genug ist, Öl nachfüllen, prüfen ob Wasser im Tank ist, einmal alle Ecken betrachten nicht dass da inzwischen irgendwas nicht mehr Ok ist - ich hatte im Tower ein Poster der Checkliste gesehen, waren glaub ich so um 20 Punkte die man auf jeden Fall prüfen sollte. Man merkte an Maiks gewissenhafter Art alles zu kontrollieren wie sehr ihn das fliegen begeistert.

Luftaufnahme meines Elternhauses - Flaue Schärfe des SMC-A 135mm

Dann die Maschine aus der Halle holen, was eigentlich nur deswegen etwas umständlich ist weil zwei andere Flugzeuge vorm Ausgang stehen die erstmal aus dem Weg geschoben werden müssen. Ich war ganz erstaunt, Flugzeuge lassen sich ziemlich leicht schieben, ist ja eigentlich auch nur logisch da sie ja möglichst wenig wiegen sollten um zu fliegen. Danach musste ich noch ins Flugzeug eingepasst werden was im ersten Moment schwieriger war als erwartet: ich durfte die Beine nicht ausstrecken wegen der Pedale für die Seitenruder, sie nicht anziehen wegen dem Steuerhorn und zum aufrecht sitzen gab's für mich nicht genug Kopfraum.

Campus-Gelände Flensburg

Ich bin wohl etwas länger als der Designer dieses Flugzeugs sich das vorgestellt hatte, am Anfang dachte ich auch dass mir das noch ernste Schwierigkeiten bringen würde vor allem nachdem mir durch den Headset-Bügel noch mal gut ein Zentimeter an Kopffreiheit verloren ging. Allerdings hatte ich das schon beim Start wieder vergessen und den Flug über nicht mehr daran gedacht. Nur wenn ich mit dem Bügel vom Headset die Decke berührte übertrugen sich die Vibrationen des Motors merkbar auf meinen Kopf.

Maik, glücklich als Pilot

Wie gesagt war das nach dem Start aber eh alles wieder vergessen - der Ausblick von oben war einfach traumhaft, grade weil die Luft nicht klar sondern leicht diesig war - die Gedanken 'Schick' und 'taugt nicht für Fotos' kamen mir sofort in den Kopf. Aber wo man schon mal in der Luft ist kann man auch die Aussicht genießen und ein paar Fotos machen. Nach einer kurzen Orientierung wo ich nun eigentlich hin wollte waren wir dann auch schon lang über Flensburg weg und folgten der Bahnlinie gen Maasbüll. Dort angekommen sind wir ein paarmal über das Haus meiner Eltern gekreist von dem ich eigentlich ein nettes Foto machen wollte was aber gar nicht so einfach ist. Entweder hat man den Güllepott des Nachbarn mit drauf, oder karge Baumwipfel decken das Haus ab, oder man sieht nur die riesige Scheune oder das Licht war total gegen mich.

Jede Menge Armaturen im Cockpit des Fliegers

Im Nachhinein musste ich dann noch feststellen dass das SMC Pentax-A 1:2.8 135mm ziemlich untauglich für schwierige Lichtverhältnisse war, Streulicht machte das Bild milchig, auch bei gutem Licht war alles unscharf und der Kontrast unmöglich - eine nachträgliche Recherche über dieses Objektiv ergab dann dass es für alles untauglich ist außer um es als Brennglas zu benutzen. Nun gut, schade um die damit gemachten Bilder aber es war ohnehin mehr ein Übungsflug für mich, und die 135mm war auch nicht die Optimale Brennweite. Ein Weitwinkel ergab einen schöneren Überblick über die Gegend und um ein Haus gezielt aufzunehmen werd ich wohl mindestens 200mm brauchen.

Neubaugebiet Rüllschau

Wo ich schon mal in der Gegend war hab ich Kims und Natalies Haus gesucht, reichlich Bilder von der Gegend gemacht wo ich es erwartet hatte und dann aber später festgestellt dass es da nicht sein kann, es dann aber an einer andere Ecke am Rand eines unscharfen Bildes gefunden. Na gut, weiß ich halt fürs nächste Mal wo sie wohnen, auch in Ordnung.

Kurz nicht aufgepasst, ich glaub ich hatte das Objektiv gewechselt waren wir spontan über Langballig glaub ich, allerdings hab ich an der Ecke nicht viel aus der Luft wieder erkannt, mal abgesehen von den Ochseninseln. Von da aus sind wir dann aber am Wasser zurück in Richtung Flensburg geflogen, Ingrids und Pepes Haus hab ich von oben dann auch noch ganz gut erkannt, aber auch davon nur recht flaue Bilder bekommen. Peters und Andreas Haus dagegen habe ich von oben nicht erkannt, aber an der Ecke hatte ich auch nicht gut aufgepasst und war zu schnell vorbei um in Ruhe zu suchen. Wir hatten noch einen sehr schönen Blick auf Flensburg und sind zur Landung in Richtung Schäferhaus eingeschwenkt als Maik "Houston wir haben ein Problem" von sich gab: Das Fahrwerk wollte nicht wieder ausfahren.

Luftaufnahme einer Autobahnkreuzung

Bei mir beschwor das kurz ein Bild von einer Bauchlandung auf Gras und reichlich Blechschaden "mist das wird teuer", ich erinnerte mich Pflichtgemäß an Maiks Einweisung vorm Start dass ich kurz vorm Absturz die Tür zu entriegeln habe damit sie sich nicht verkeilt und wir rauskommen. Meine praktischer veranlagten Instinkte sorgten erstmal dafür dass ich noch ein paar Fotos machte, weiß man denn wann man wieder dazu kommt, und die lose rumliegenden Objektive einpackte, müssen uns ja nicht auch noch zusätzlich um die Ohren fliegen. Dieser kurze Anflug hielt aber nicht lange an bis er mich aufklärte dass man das Fahrwerk auch manuell 'rauspumpen' kann was er nachdem die Automatik sich weiter weigerte dann auch gemacht hat. Nach der Beruhigung hab ich dann auch drauf verzichtet die Kamera auch noch einzupacken und fröhlich weiter von allem möglichen Unfug Bilder gemacht, die CF-Karte war ja schließlich noch nicht voll.

im Landeanflug - Flugzeugscheiben verzerren das Bild

Danach klappte die Landung selber dann problemlos - der Tower hatte bestätigt dass das Fahrwerk draußen war, es hielt (auf den Gedanken dass es das nicht tun könnte war ich gar nicht gekommen und Maik hat mir seine diesbezüglichen Bedenken auch erst nach der Landung erzählt). Das Flugzeug wieder in die Halle verpackt, dann gleich weiter zur Werkstatt um einen Termin zu machen wo wir prompt wieder auf Karl-Heinz trafen der mir dann auch direkt anpries doch selber einen Flugschein zu machen, aber mir gefällt mitfliegen besser, da kann ich mich in Ruhe umschauen und hab die Hände für die Kamera frei.

Und ansonsten plan ich schon mal was ich beim nächsten Flug an Objektiven nehme und sonst noch alles vorher organisiere, mitnehme oder anders mache. Karten wären nicht schlecht, mehr Speicher, hätte auch schon Ideen für eine Route...

PS: Für alle die sich noch dran erinnern das das veröffentlichen von Luftbildaufnahmen genehmigungspflichtig sind, das ist im Artikel 37 des 3. Rechtsbereinigungsgesetzes 1990 aufgehoben worden, damit gelten seitdem für Aufnahmen aus der Luft die gleichen Regeln wie für Aufnahmen auf dem Boden.

Und noch ein Nachtrag: Inzwischen hat sich rausgestellt dass der Endlagenschalter vom Fahrwerk defekt war und es deswegen nicht von alleine ausfahren wollte. Außerdem auch noch mal ein großes Lob an Maik und Fly4Food, normal ist das schlimmste was man auf einem Schiff oder Flugzeug tun kann durch ein Fernglas oder eine Kamera zu gucken, durch die Bewegungen des Flugzeugs wird einem da sehr schnell schlecht, aber er ist so ruhig geflogen dass ich das völlig vergessen hab!

Veröffentlicht am Sa, 27. Nov 2004, 16:50 von Sam

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